Добавить в цитаты Настройки чтения

Страница 6 из 29

Auch mit Wandern, Rudern und Bergsteigen war es diesmal nicht viel, de

War ich erstaunt und empört gewesen, das Leben meine glückliche Träumerei so rasch und gründlich zerstören zu sehen, so kam ich nun in die Lage zu erstaunen, wie plötzlich und mächtig auch der jetzigen Quälerei ein Überwinder erwuchs. Das Leben hatte mir seine graue Werktagsseite gezeigt, nun trat es plötzlich mit seinen ewigen Tiefen vor mein befangenes Auge und belud meine Jugend mit einer schlichten, mächtigen Erfahrung.

Früh am Morgen eines heißen Sommertages litt ich im Bette Durst und stand auf, um in die Küche zu gehen, wo stets eine Kufe frischen Wassers stand. Dabei mußte ich durchs Schlafzimmer der Eltern gehen, wo mir das sonderbare Stöhnen der Mutter auffiel. Ich trat an ihr Bett, doch sah sie mich nicht und gab keine Antwort, sondern stöhnte trocken und angstvoll vor sich hin, zuckte mit den Lidern und war bläulich blaß im Gesicht. Dies erschreckte mich nicht sonderlich, obwohl mir etwas ängstlich wurde. Aber da

Das Stüblein war stille und füllte sich langsam mit der Helle des heraufsteigenden Morgens; Haus und Dorf lag schlafend, und ich hatte Muße, in Gedanken die Seele eines Sterbenden zu begleiten, über Haus und Dorf und See und Schneegipfel hinweg in die kühle Freiheit eines reinen Frühmorgenhimmels hinein. Schmerz fühlte ich wenig, de

Im letzten Augenblick, die Augen waren schon erloschen, küßte ich zum erstenmal in meinem Leben meiner Mutter kühlen, welken Mund. Da

Bald darauf erwachte der Vater, sah mich dasitzen und rief mich schlaftrunken an, was es gäbe. Ich wollte ihm Antwort geben, ko

»Die Mutter ist tot«, sagte er. »Hast du's gewußt?«

Ich nickte.

»Warum hast du mich schlafen lassen? Und kein Priester ist dagewesen! Dich soll doch –« Er tat einen schweren Fluch.

Da tat irgend etwas in meinem Kopf mir weh, wie we

Der Hochwürdige kam, und fast alle Frauen des Orts kamen, alles geschah pünktlich und richtig wie von selber, sogar der Sarg ward ohne unser Zutun besorgt, und ich ko

Als nämlich der Sarg gesegnet und versenkt und die wunderliche Schar wehmütig altmodischer, borstiger Zylinderhüte verschwunden war, auch der meines Alten, jeder in seine Schachtel und seinen Schrank, da wandelte meinen armen Vater eine Schwäche an. Er bega

In diesem Augenblick, ich hatte schon zur Antwort angesetzt, geschah mir etwas Merkwürdiges. Es erschien mir plötzlich, in einer einzigen Sekunde, alles das, was ich von klein auf gedacht und erwünscht und sehnlich erhofft hatte, zusammengedrängt vor einem plötzlich auf getanen i

Ich schwieg und ließ den Vater reden, schüttelte nur den Kopf und wartete, bis sein Ungestüm ermüdete. Das geschah erst am Abend. Nun erklärte ich ihm meinen festen Entschluß, zu studieren und meine künftige Heimat im Reich des Geistes zu suchen, von ihm aber keine Unterstützung zu begehren. Er drang de

Von ihm und von meinem damaligen Aufenthalt unter seinem Dach bleibt mir noch ein kleines, nicht unwichtiges Ereignis zu erzählen. In der letzten Woche vor meiner Abreise setzte eines Abends mein Vater seine Mütze auf und nahm den Türgriff in die Hand. »Wo gehst du hin?« fragte ich. – »Geht's dich was an?« sagte er. – »Kö

Ich war gewohnt, zuweilen ein Glas Wein zu trinken, doch war es nun zum erstenmal, daß ich ohne Not ein Schankhaus betrat. Daß mein Vater ein gediegener Zecher sei, wußte ich vom Hörensagen. Er trank viel und gut, und dadurch blieb sein Hauswesen, ohne daß er es sonst ernstlich vernachlässigt hätte, immer in einer hoffnungslosen Kümmerlichkeit stecken. Es fiel mir auf, wieviel Achtung ihm von Wirt und Gästen gezeigt wurde. Er ließ einen Liter Waadtländer bringen, hieß mich einschenken und belehrte mich darüber, wie das zu machen sei. Man müsse niedrig einschenken, da