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Dies nun gelang nicht allzuschwer, we
Nach diesen Erwägungen legte er sich zu Bett und brachte die Nacht, ohne viel Schlaf zu finden, teils mit einem Überblick über seine Reise seit dem Abschied von Waldzell, teils mit Versuchen zur Beruhigung des Herzschlages und der erregten Nerven hin. Auch an seinen Schüler dachte er viel, mit Wohlgefallen, aber ohne Pläne zu machen; es schien ihm besser, dies edle, aber ungebärdige Füllen lediglich durch Wohlwollen und Gewöhnung zu zähmen, hier durfte nichts übereilt und erzwungen werden. Er dachte den Jungen allmählich zum Bewußtsein seiner Gaben und Kräfte zu bringen und zugleich jene edle Neugierde, jenes adlige Ungenügen in ihm zu nähren, das der Liebe zu den Wissenschaften, zum Geist und zum Schönen die Kraft gibt. Die Aufgabe war schön, und sein Schüler war ja nicht nur ein beliebiges junges Talent, das man wecken und in Form bringen mußte; er war als einziger Sohn eines einflußreichen und begüterten Patriziers auch ein künftiger Herr, einer der gesellschaftlichen und politischen Mitgestalter von Land und Volk, zu Beispiel und Führung bestimmt. Kastalien war dieser alten Familie Designori etwas schuldig geblieben; es hatte den ihm einst anvertrauten Vater dieses Tito nicht gründlich genug erzogen, es hatte ihn für seine schwierige Stellung zwischen Welt und Geist nicht stark genug gemacht, und dadurch war nicht nur der begabte und liebenswerte junge Plinio ein unglücklicher Mensch mit einem unausgeglichenen und schlecht bewältigten Leben, es war auch sein einziger Sohn noch gefährdet und in die väterliche Problematik mit hineingezogen worden. Da war etwas zu heilen und wiedergutzumachen, etwas wie eine Schuld war abzutragen, und ihm machte es Freude und schien es si
Am Morgen, als er im Hause erwachendes Leben spürte, stand er auf, fand beim Bette einen Bademantel bereitgelegt, den er über seinem leichten Schlafkleide anzog, und trat, wie es ihm Tito am Vorabend gezeigt hatte, durch eine hintere Haustür in den halboffenen Gang, der das Haus mit der Badehütte und dem See verband.
Vor ihm lag der kleine See graugrün und unbewegt, jenseits ein steiler hoher Felsabhang, mit scharfem, schartigem Grat in den dü
Tito erschien, in der Badehose, er gab dem Magister die Hand und sagte, auf die Felsen gegenüber deutend: »Sie kommen im rechten Augenblick, gleich wird die So
Tito blickte gespa
Der Magister war, auch er, vom feierlichen Schauspiel des anbrechenden Tages in dieser felsig schweigenden Einsamkeit ergriffen und bewegt. Mehr aber als dieser Anblick ergriff und fesselte ihn der menschliche Vorgang vor seinen Augen, der festliche Morgen- und So
Der Knabe selbst war von diesem Enthusiasmus ergriffen worden, ohne zu wissen, wie ihm geschah. Es war nicht etwa ein ihm schon beka
Dies alles, gleich dem Lichtrausch des So
Sein eben noch alterslos maskenstrenges Gesicht nahm einen kindlichen und etwas törichten Ausdruck an, wie das eines allzu plötzlich aus tiefem Schlaf Geweckten, er wiegte sich ein wenig in den Knien, blickte dem Lehrer dumm-erstaunt ins Gesicht und streckte mit plötzlicher Eile, als falle ihm soeben etwas Wichtiges, beinahe schon Versäumtes ein, den rechten Arm mit zeigender Gebärde aus, auf das jenseitige Seeufer weisend, das wie die Hälfte der Seebreite noch in dem großen Schatten lag, den der vom Morgenstrahl bezwungene Felsberg allmählich immer enger um seine Basis zusammenzog.
»We
Die Worte waren kaum hervorgestoßen, die Parole zum Wettschwimmen mit der So