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Ihre Gespräche wuchsen oft zu richtigen Disputationen, Angriffen und Rechtfertigungen aus, im Anfang war es freilich mehr Pater Jakobus, der sich angriffslustig zeigte. Je mehr er den Geist seines jungen Freundes ke
»Aber wie soll man Geschichte treiben, ohne Ordnung in sie zu bringen?« fragte Knecht.
»Gewiß soll man Ordnung in die Geschichte bringen,« wetterte Jakobus. »Jede Wissenschaft ist, unter andrem, ein Ordnen, ein Vereinfachen, ein Verdaulichmachen des Unverdaulichen für den Geist. Wir glauben in der Geschichte einige Gesetze erka
Unter den Worten des Paters, die Knecht seinen Freunden damals brieflich mitteilte, sei noch eines als charakteristisch aufgenommen.
»Die großen Mä
Knecht bewunderte den Pater auch noch in seinen zornigen Ungerechtigkeiten. Dabei hatte er damals noch keine Ahnung davon, wer Pater Jakobus wirklich war, er sah in ihm lediglich einen profunden und genialen Gelehrten und wußte noch nicht, daß er außerdem ein Ma
Nach etwa zwei Jahren hatte Knecht sich im Kloster so vollkommen eingelebt, als ein Gast und Außenseiter das irgend ko
Dieser Umgang hat allerlei Früchte getragen, über die uns ein der Erzählung etwas vorgreifendes Wort erlaubt sei, oder doch über diejenige Frucht, welche Knecht die liebste war. Sie reifte langsam, langsam, sie wuchs so abwartend und mißtrauisch heran wie die Samen von Bäumen des Hochgebirges, die man unten im üppigen Tiefland gesät hat: diese Samen, einem fetten Boden und gütigen Klima übergeben, tragen als Erbschaft das Zurückhalten und Mißtrauen in sich, mit dem ihre Väter aufgewachsen sind, das langsame Tempo des Wachsens gehört zu ihren erblichen Eigenschaften. So ließ der kluge Alte, daran gewöhnt, jede Möglichkeit eines Einflusses auf ihn mißtrauisch zu kontrollieren, all das nur zögernd und schrittweise in sich Wurzel fassen, was der junge Freund, der Kollege vom Gegenpol, ihm an kastalischem Geist zubrachte. Allmählich indessen keimte es doch, und von allem Guten, was Knecht in seinen Klosterjahren erlebt hat, war das Beste und ihm Kostbarste dieses knappe, aus hoffnungslos scheinenden Anfängen zögernd heranwachsende Vertrauen und Sichöffnen des erfahrenen Alten, sein langsam keimendes, noch langsamer zugestandenes Verständnis für seines jüngeren Bewunderers Person nicht nur, sondern auch für das, was an ihm von spezifisch kastalischer Prägung war. Schritt für Schritt führte der Junge, scheinbar beinahe nur Schüler, Zuhörender und Lernender, den Pater, der zu Anfang die Worte »kastalisch« oder »Glasperlenspieler« nur mit ironischer Betonung, ja ausgesprochen als Schimpfworte benutzt hatte, zur Anerke