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Eines Tages sprach der Pater ihn an; er hatte nichts von dem breiten, betont wohlwollenden, betont gutgelaunten und etwas onkelhaften Tonfall, der zum Stil des Hauses zu gehören schien. Er lud Josef ein, ihn nach der Vesper in seinem Zimmer zu besuchen. »Sie finden in mir,« sagte er mit einer leisen und beinahe scheuen Stimme, aber wundervoll genau akzentuierend, »zwar keinen Ke
»Richtig,« sagte Jakobus, »Sie denken dabei unter andrem an die Protestanten. Sie haben die Religion und Kirche nicht zu erhalten vermocht, aber sie haben zuzeiten viel Tapferkeit gezeigt und vorbildliche Mä
»Ach nein,« rief Josef Knecht, »bitte verweilen Sie noch bei diesem Lehrer, von dem Sie eben sprechen wollten, beinahe glaube ich ihn erraten zu kö
»So raten Sie.«
»Ich dachte zuerst an den Hallenser Francke, aber es muß ja ein Schwabe sein, und da ka
Ein Lachen klang auf, und ein Glanz von Freude verklärte das Gesicht des Gelehrten. »Sie überraschen mich, Lieber,« rief er lebhaft, »es war richtig Bengel, den ich im Si
»Auch in Kastalien wüßten ihn wenige, vielleicht keiner außer mir und zweien meiner Freunde. Ich war einmal mit Studien aus dem achtzehnten Jahrhundert und dem Bereich des Pietismus beschäftigt, zu einem privaten Zwecke nur, und da sind ein paar schwäbische Theologen mir aufgefallen und gewa
Der Pater lachte noch immer. »Wir begegnen uns da unter einem ungewöhnlichen Zeichen,« sagte er. »Es ist ja schon merkwürdig, daß Sie und ich beide bei unsern Studien auf diesen vergessenen Ma
Auch Knecht lachte jetzt vergnügt. »Nun,« sagte er, »we
»Das stimmt,« gab der Pater heiter zu. »Und wie erklären Sie sich solche Gegensätze?«
»We
Vorsichtig und wieder ernst geworden, fragte Jakobus:
»Ein wenig kühn, scheint mir, gerade Bengel für Ihre Ahnentafel zu a
»Es war ein Spaß, aber ein Spaß, der sich verteidigen läßt. Noch in seinen jungen Jahren, ehe die große Bibelarbeit ihn beschäftigte, hat Bengel einmal seinen Freunden den Plan mitgeteilt, er hoffe in einem enzyklopädischen Werk alles Wissen seiner Zeit symmetrisch und synoptisch auf ein Zentrum hin zu ordnen und zusammenzufassen. Das ist nichts andres, als was das Glasperlenspiel auch tut.«
»Es ist der enzyklopädische Gedanke, mit dem das ganze achtzehnte Jahrhundert gespielt hat,« rief der Pater.
»Er ist es,« meinte Josef, »aber Bengel hat nicht bloß ein Nebeneinander der Wissens- und Forschungsgebiete angestrebt, sondern ein Ineinander, eine organische Ordnung, er war unterwegs auf der Suche nach dem Generalne
»Es ist schon gut,« meinte Jakobus, »daß Sie nicht Historiker sind. Sie neigen wirklich zum Phantasieren. Aber ich verstehe, wie Sie es meinen; Pedant bin ich nur in meiner Fachwissenschaft.«
Es wurde ein ergiebiges Gespräch, ein Sich-Erke