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Schon hatte sie ihn in die Kleiderkammer gedrängt, allein stand er und tappte zögernd im Finstern. Drüben hörte er den Grafen laut mit Agnes sprechen. Er tastete sich zwischen den Kleidern hindurch zur Ausgangstür, lautlos setzte er Fuß vor Fuß. Nun war er bei der Türe, die zum Korridor führte, und suchte sie leise zu öffnen. Und in diesem Augenblick erst, als er die Tür von außen verschlossen fand, erschrak auch er, und sein Herz bega
Dies war alles in wenigen Augenblicken geschehen. Jetzt ging jenseits die Tür, und aus Agnesens Zimmer trat der Graf herein, mit einem Leuchter in der Linken und dem gezogenen Schwert in der Rechten. Im selben Augenblick raffte Goldmund mit hastigem Griff einige von den rings um ihn hängenden Kleidern und Mänteln zusammen und nahm sie über den Arm. Man sollte ihn für einen Dieb halten, vielleicht war dies ein Ausweg.
Der Graf hatte ihn sofort gesehen. Langsam kam er heran. »Wer ist man? Was tut man hier? Antwort, oder ich stoße zu.«
»Verzeihet«, flüsterte Goldmund, »ich bin ein armer Ma
Und er legte die Mäntel an den Boden.
»So, also gestohlen hast du? Es war nicht klug von dir, für einen alten Mantel dein Leben zu wagen. Bist du ein Stadtbürger?«
»Nein, Herr, ich bin heimatlos. Ich bin ein armer Ma
»Hör auf! Ich möchte wohl wissen, ob du am Ende so frech warst, die gnädige Frau belästigen zu wollen. Aber da du ohnehin gehängt wirst, brauchen wir das nicht zu untersuchen. Der Diebstahl genügt.«
Er klopfte heftig gegen die geschlossene Tür und rief: »Seid ihr da? Aufmachen!«
Die Tür wurde von außen geöffnet, drei Knechte standen mit gezogenen Klingen bereit.
»Bindet ihn gut«, rief der Graf mit einer Stimme, die vor Hohn und Hochmut knarrte. »Es ist ein Landstreicher, der hier gestohlen hat. Setzt ihn fest, und morgen früh hängt den Schelm an den Galgen.«
Es wurden Goldmund, ohne daß er sich wehrte, die Hände zusammengeschnürt. So wurde er abgeführt, durch den langen Gang, die Treppen hinab über den i
»So werde ich«, sagte der Priester, »am Morgen vor der Frühmesse mit den heiligen Sakramenten zu ihm kommen und seine Beichte hören. Ihr stehet mir dafür, daß er nicht vorher abgeführt wird. Mit dem Herrn Grafen spreche ich noch heut. Der Ma
Die Knechte wagten keinen Widerspruch. Sie ka
»Es kommt morgen in der Frühe ein Pfaff, da ka
»Laß mir das Licht da, Kamerad«, bat Goldmund.
»Nein, Brüderchen, damit kö
Nun war er im Finstern allein, saß auf dem Stühlchen und legte den Kopf auf den Tisch. Es war schlecht so zu sitzen, und die Einschnürungen an seinen Handgelenken taten weh, doch drangen diese Empfindungen erst spät in sein Bewußtsein. Vorerst saß er nur und legte den Kopf auf den Tisch wie auf einen Richtblock, es trieb ihn ein Drang, auch mit Leib und Si
Eine Ewigkeit lang blieb er so sitzen, jammervoll hingebogen, und versuchte, das Auferlegte auf sich zu nehmen, es einzuatmen, es einzusehen und sich mit ihm zu erfüllen. Es war jetzt Abend, es bega
Er mußte Abschied nehmen von der schönen Agnes, nie mehr würde er ihre große Gestalt, ihr lichtes so
Ach, und das Papier und der Zeichenstift, und die Hoffnung auf alle die Figuren, die er noch hatte machen wollen! Dahin, dahin! Und die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Narziß, mit dem lieben Jünger Joha
Und Abschied nehmen mußte er von seinen eigenen Händen, von seinen eigenen Augen, von Hunger und Durst, Speise und Trank, von der Liebe, vom Lautenspielen, vom Schlafen und Erwachen, von allem. Morgen flog ein Vogel durch die Luft, und Goldmund sah ihn nicht mehr, es sang ein Mädchen am Fenster, und er hörte es nicht mehr singen, es lief der Strom und schwammen stumm die dunkeln Fische, es ging ein Wind und fegte das gelbe Laub am Boden, es schien eine So
Und indem er den Zaubernamen sprach, antwortete ihm ein Bild aus der Tiefe seiner Eri
Mitten in seinen Tränen schlief er ein; mütterlich nahm ihn Erschöpfung und Schlaf in die Arme. Eine Stunde schlief er, oder zwei, und war dem Elend entrückt.
Wieder erwacht, empfand er heftige Schmerzen. Peinlich bra