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Sechzehntes Kapitel
Einen Tag voll glücklicher Ungeduld brachte Goldmund auf den Hügeln zu. Hätte er ein Pferd gehabt, so wäre er heut ins Kloster zu der schönen Mado
Er spazierte über den Fluß und durch die leeren Weinberge auf steilen Treppenwegen hügelan, verlor sich oben im Walde und hörte nicht auf zu steigen, bis er den letzten Höhenkranz erreicht hatte. Da schien die So
Von diesem Leben, von diesen Wanderungen, von allen diesen Jahren seit seinem Auszug in die Welt war bis heute wenig Frucht übriggeblieben. Übriggeblieben waren die paar Figuren, die er einst in der Werkstatt gemacht hatte, namentlich der Joha
Es war ja schmählich, wie man vom Leben genarrt wurde, es war zum Lachen und zum Weinen! Entweder lebte man, ließ seine Si
Ach, und es hatte dies ganze Leben doch nur da
Vielleicht gab es Menschen, denen es möglich war. Vielleicht gab es Ehemä
Es schien alles Dasein auf der Zweiheit, auf den Gegensätzen zu beruhen; man war entweder Frau oder Ma
Von seinen Gedanken bedrückt, richtete er den Blick auf die Stadt, erspähte Markt und Fischmarkt, die Brücken, die Kirchen, das Rathaus. Und da war auch das Schloß, der stolze Bischofspalast, in dem jetzt der Graf Heinrich regierte. Unter diesen Türmen und langen Dächern wohnte Agnes, wohnte seine schöne königliche Geliebte, die so hochmütig aussah und in der Liebe sich doch so sehr vergessen und hingeben ko
Den ganzen Tag brachte er auf den herbstlichen Höhen zu, wandernd, rastend, Brot essend, an Agnes und den Abend denkend. Um die Zeit des Zunachtens war er wieder in der Stadt und näherte sich dem Schloß. Es war kühl geworden, und die Häuser blickten aus stillen roten Fensteraugen, es begegnete ihm ein kleiner Zug von singenden Knaben, die trugen auf Stäben ausgehöhlte Rüben über sich, in welche Gesichter geschnitzt und bre
»Du ka
In seiner Eri
Sanft zog er Agnes an sich, streichelte sie, hielt ihre Hand, summte ihr leise Werbungen ins Ohr, küßte ihre Augenbrauen. Es rührte und entzückte ihn, sie seinetwegen so angstvoll und besorgt zu finden. Dankbar empfing sie seine Liebkosungen, beinahe demütig, sie drängte sich voll Liebe an ihn, aber heiter wurde sie nicht.
Und plötzlich zuckte sie heftig zusammen, man hörte in der Nähe eine Tür zuschlagen, und rasche Schritte näherten sich dem Zimmer.
»Um Gottes willen, er ist es!« rief sie verzweifelt, »es ist der Graf. Schnell, durch die Kammer ka