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Als er zurückkam, flehte Robert ihn beinah auf Knien an, sie möchten doch eiligst weiterziehen. Er hatte wohl Grund zu seinem Flehen, er sah in Goldmunds abwesendem Blick diese ihm nun schon allzu beka
»Bald fertiggekämmt?« rief er hinauf. Lächelnd beugte sie das lichte Gesicht aus der Fensterhöhle.
»Noch nicht krank?« fragte er, und sie schüttelte den Kopf. »Da
Sie machte fragende Augen.
»Besi
Prüfend sah sie ihn an, zögernd, erstaunt. Er ging langsam weiter, schlenderte durch eine Gasse ohne Menschen und durch eine zweite, und kehrte langsam zurück. Da stand das Mädchen noch immer am Fenster, vorgebeugt, und freute sich, daß er wiederkam. Sie winkte ihm zu, langsam ging er weiter, bald kam sie nach, noch vor dem Tore holte sie ihn ein, ein kleines Bündel in der Hand, ein rotes Tuch um den Kopf.
»Wie heißt du de
»Lene. Ich komme mit dir. Oh, es ist so schlimm hier in der Stadt, alle sterben. Nur fort, nur fort!«
In der Nähe des Tores kauerte Robert mißgelaunt am Boden. Er sprang auf, als Goldmund kam, und riß die Augen auf, als er das Mädchen sah. Diesmal ergab er sich nicht sogleich, er lamentierte und machte Szenen. Daß einer da aus dem verfluchten Pestloch eine Person mit herausbringe und daß man ihm zumuten wolle, ihre Gesellschaft zu dulden, das sei mehr als verrückt, es sei Gott versucht, und er weigere sich, er gehe nicht mehr mit, seine Geduld sei jetzt zu Ende.
Goldmund ließ ihn fluchen und klagen, bis er stiller wurde. »So«, sagte er, »du hast uns nun lang genug angesungen. Du wirst jetzt mit uns gehen und wirst dich freuen, daß wir eine so hübsche Gesellschaft haben. Sie heißt Lene, und sie bleibt bei mir. Aber nun will ich dir auch eine Freude machen, Robert, höre: wir wollen jetzt eine Weile in Ruhe und Gesundheit leben und der Pestilenz aus dem Wege gehen. Wir suchen uns einen hübschen Ort mit einer leeren Hütte, oder bauen selber eine, da will ich mit Lene Hausherr und Hausfrau sein, und du bist unser Freund und lebst mit uns. Wir wollen es jetzt ein bißchen hübsch und freundlich haben. Einverstanden?«
O ja, Robert war sehr einverstanden. We
»Nein«, sagte Goldmund, »das wird nicht verlangt. Es wird dir sogar aufs strengste verboten, die Lene mit einem Finger anzurühren. Laß dir das nicht einfallen!«
Sie marschierten zu dreien weiter, schweigend zuerst, da
»Du bist heut so vergnügt«, sagte Robert.
»Ja, ich bin vergnügt, natürlich bin ich heute vergnügt, ich habe ja eine so hübsche Liebste gefunden. Ach Lene, es ist schon gut, daß dich die Totenknechte für mich übriggelassen haben. Morgen werden wir ein kleines Heimatchen finden, da wollen wir es gut haben und froh sein, daß wir Fleisch und Knochen noch hübsch beisammen haben. Lene, hast du schon einmal im Herbst in einem Walde den dicken Pilz gesehen, den die Schnecken so gern mögen und den man essen ka
»O ja«, lachte sie, »viele Male hab ich ihn gesehen.«
»Gerade so braun wie er ist dein Haar, Lene. Es riecht auch so gut. Wollen wir noch eins singen? Oder hast du etwa Hunger? In meinem Ranzen ist noch etwas Gutes.«
Am andern Tag fanden sie, was sie gesucht hatten. In einem kleinen Birkengehölz stand eine Hütte aus rohen Stämmen, vielleicht von Holzfällern oder von Jägern einmal gebaut. Sie stand leer, die Tür ließ sich aufbrechen, und auch Robert fand, daß es eine gute Hütte und eine gesunde Gegend sei. Unterwegs waren sie Ziegen begegnet, die ohne Hirt sich herumtrieben, und hatten eine schöne Geiß mit sich genommen.
»Nun, Robert«, sagte Goldmund, »we
Alle gingen sogleich an die Arbeit. Goldmund und Lene gingen nach Streu, nach Farnkraut, nach Moos für Schlaflager, und Robert zog sein Messer auf einem Feldkiesel ab, um Stämmchen für die Wand zu schneiden. Doch ko
Sehr hübsch wurde die Zwischenwand der Hütte, schließlich arbeiteten sie alle drei daran. Robert wollte zeigen, was er kö