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Zwölftes Kapitel

Andern Tags ko

Ach, heute, während er mit Mitleid den Fischen und mit Ekel den Marktleuten zusah, das Herz voll ängstlicher Schwermut und bitterer Feindseligkeit gegen die Welt und gegen sich selber, mußte er an Viktor denken. Vielleicht war er gefunden und begraben worden? Und we

Als er dies dachte, hatte Goldmund plötzlich ein Gesicht. Es war nur ein Augenblick, ein zuckendes Aufblitzen: er sah das Gesicht der Urmutter, über den Abgrund des Lebens geneigt, mit einem verlorenen Lächeln schön und grausig blicken, sah es lächeln zu den Geburten, zu den Toden, zu den Blumen, zu den raschelnden Herbstblättern, lächeln zur Kunst, lächeln zur Verwesung.

Alles galt ihr gleich, der Urmutter, über allem hing wie Mond ihr unheimliches Lächeln, ihr war der schwermütig si

Schon war der Blitz wieder erloschen, das geheimnisvolle Muttergesicht verschwunden. Aber tief zuckte sein fahles Leuchten in Goldmunds Seele fort, eine Woge von Leben, von Schmerz, von würgender Sehnsucht lief aufwühlend durch sein Herz. Nein, nein, er wollte das Glück und die Sattheit der andern nicht, der Fischkäufer, der Bürger, der geschäftigen Leute. Mochte der Teufel sie holen. Ah, dieses aufzuckende bleiche Gesicht, dieser volle reife spätsommerliche Mund, über dessen schwere Lippen dies namenlose Todeslächeln wie Wind und Mondschein hingelaufen war!

Goldmund ging zum Hause des Meisters, es war gegen Mittag, er wartete, bis er hörte, daß Niklaus dri

»Lasset mich ein paar Worte zu Euch sagen, Meister, es ka

Der Meister hatte seine Hände gewaschen und getrocknet, jetzt wendete er sich um und sah Goldmund an. Sein Gesicht war streng, aber nicht böse.

»Du hast gesprochen«, sagte er, »und ich habe gehört. Laß es nun gut sein. Ich erwarte dich nicht zur Arbeit, obwohl viel zu tun ist. Ich betrachte dich nicht als Gehilfen, du brauchst Freiheit. Ich möchte dies und jenes mit dir besprechen, lieber Goldmund; nicht jetzt, in einigen Tagen, du magst dir indessen die Zeit nach Belieben vertreiben. Sieh, ich bin viel älter als du und habe dies und jenes erfahren. Ich denke anders als du, aber ich verstehe dich und das, was du meinst. In ein paar Tagen werde ich dich rufen lassen. Wir werden über deine Zukunft sprechen, ich habe allerlei Pläne. Bis dahin habe Geduld! Ich weiß gut genug, wie es ist, we

Unbefriedigt lief Goldmund weg. Der Meister meinte es gut mit ihm, aber was ko

Am Fluß ka