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»Hast du von der Sache beim Krankenhaus gehört?« fragte sie, als Ralph bei ihnen war.

»Es war nicht beim Krankenhaus und es war keine >Sache<«, sagte McGovern ärgerlich. »Es war eine Demonstration - so haben sie es jedenfalls gena

»Einer davon war Ed Deepneau!« sagte Lois atemlos, worauf McGovern ihr einen mißfälligen Blick zuwarf. Er war eindeutig der Meinung, daß es ihm zugestanden hätte, diese Information zu überbringen.

»Ed!« sagte Ralph erstaunt. »Er ist in Fresh Harbor!«

»Falsch«, sagte McGovern. Der ausgebeulte Fedora, den er trug, verlieh ihm ein etwas verwegenes Aussehen, wie ein Reporter in einem Kriminalfilm aus den vierziger Jahren. Ralph fragte sich, ob der Panama immer noch verschwunden oder nur bis zum Herbst in den Ruhestand versetzt worden war. »Heute kühlt er sich sein Mütchen wieder in unserem malerischen Stadtgefängnis ab.«

»Was ist genau passiert?«

Aber das wußten sie beide im Grunde genommen nicht. Im momentanen Zustand war die Geschichte wenig mehr als ein Gerücht, das sich durch den Park verbreitet hatte wie eine ansteckende Kopfgrippe, ein Gerücht, das in diesem Viertel auf besonderes Interesse stieß, da Ed Deepneaus Name darin vorkam. Marie Callan hatte Lois erzählt, daß Pflastersteine geworfen worden waren, darum hatten sie die Demonstranten festgenommen. Laut Stan Eberly, der McGovern die Geschichte erzählt hatte, kurz bevor McGovern Lois getroffen hatte, hatte jemand - möglicherweise Ed, möglicherweise auch einer der anderen - zwei Ärzte mit Tränengas besprüht, als diese den Fußweg zwischen Woman-Care und dem Hintereingang des Krankenhauses benutzt hatten. Dieser Weg war rechtlich gesehen öffentliches Gelände und in den sieben Jahren, seit Woman-Care Abtreibungen auf Verlangen durchführte, zu einem Lieblingsplatz für demonstrierende Abtreibungsgegner geworden.

Die beiden Versionen der Geschichte waren so vage und widersprüchlich, daß Ralph hinreichend Hoffnung aufbringen ko

Aber er ko

»Gehen wir zu mir nach Hause«, schlug Lois plötzlich vor. »Ich rufe Simone Castonguay an. Ihre Nichte ist tagsüber an der Rezeption von Woman-Care. We

»Ich war gerade auf dem Weg zum Supermarkt«, sagte Ralph. Das war selbstverständlich eine Lüge, aber sicher eine kleine; der Markt befand sich im Einkaufszentrum einen halben Block vom Park entfernt gleich neben dem Rite Aid. »Ka

»Na klar«, sagte Lois und lächelte ihm zu. »Wir erwarten dich in ein paar Minuten, nicht, Bill?«

»Ja«, sagte McGovern und zog sie plötzlich in seine Arme. Es war eine ziemliche Strecke, aber es gelang ihm. »Bis dahin habe ich dich ganz für mich alleine. Oh, Lois, wie diese süßen Minuten dahinfliegen werden!«

Direkt i

Ralph sah sie durchdringend an und versuchte, ihnen einen Gedanken zu senden: Das blüht euch auch noch. Vielleicht glaubt ihr es jetzt noch nicht, aber es ist so.

»Hör auf, Bill«, sagte Lois. Sie errötete, aber möglicherweise nicht nur, weil Bill seine üblichen Albernheiten abzog. Sie hatte das Gelächter aus dem Park auch gehört. McGovern zweifellos auch, aber McGovern glaubte sicher, daß sie mit ihm lachten, nicht über ihn. Manchmal, überlegte sich Ralph, ko

McGovern ließ sie los, da

»Komm vorbei, we

»Mach ich, Lois.«

McGovern legte ihr einen Arm um die Taille, eine diesmal freundschaftlich und ehrlich gemeinte Geste der Zuneigung, und sie gingen gemeinsam über die Straße. Als Ralph sie beobachtete, überkam ihn plötzlich ein starkes Gefühl des deja vu, als hätte er sie an einem anderen Ort schon einmal so gesehen. Oder in einem anderen Leben. Da

Das ist unheimlich, dachte er und drehte sich wieder dem kleinen Einkaufszentrum auf halbem Wege am Up-Mile Hill zu. Das ist sehr unheimlich, Ralph. Bill McGovern und Lois Chasse sind so weit von Fred Astaire und Ginger Rogers entf…

»Ralph?« rief Lois, und er drehte sich um. Eine Kreuzung und fast ein ganzer Block lagen nun zwischen ihnen. Autos fuhren auf der Elizabeth Street hin und her, so daß Ralph sie nur mit stotternden Unterbrechungen sehen ko

»Was?« rief er zurück.

»Du siehst besser aus! Ausgeruhter! Ka

»Ja!« antwortete er und dachte: Noch eine kleine Notlüge für einen guten Zweck.

»Habe ich dir nicht gesagt, daß es dir wieder besser gehen würde, we

Lois winkte ihm mit den Fingern, und Ralph sah zu seinem Erstaunen, daß hellblaue diagonale Linien von den kurzen, aber sorgfältig manikürten Nägeln ausgingen. Sie sahen wie Kondensstreifen aus.

Was, zum Teufel -?

Er preßte die Augen fest zu und riß sie wieder auf. Nichts. Nur Bill und Lois, die ihm die Rücken zukehrten und die Straße entlang zu Lois’ Haus gingen. Keine hellblauen Diagonalen in der Luft, nichts dergleichen – Ralphs Blick fiel auf den Bürgersteig, und er stellte fest, daß Lois und Bill Spuren auf dem Beton zurückließen, Spuren, die haargenau wie die Fußabdrücke in den alten Tanzkursen von Arthur Murray aussahen, die man per Post bestellen ko