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»Ihnen gefällt es.«
»Rum, Glücksspiel und Frauen sind ihnen noch lieber. Die Seeräuberei ist kein Priesteramt. Damit verdient man Geld.«
»Und wie lange wird es dauern, bis sie ihren Anteil verschleudert haben?«
»Das ist nicht mein Problem. Und wer kein Geld mehr hat, ka
Anschließend mußte er in allen Details berichten, was seit dem Augenblick ihrer Tre
Immer wieder kam es ihm seltsam vor, keine schwankenden Schiffsplanken mehr unter den Füßen zu haben und nicht jeden Augenblick vor einem Mast oder einer Schiffswand zu stehen.
We
Er würde noch lange brauchen, bis er kein echter Seema
Ob er wollte oder nicht, seine Zukunft lag an Land.
Er setzte sich unter eine hohe Kokospalme und schaute zu, wie sich der Mond in den breiten, von Korallenriffen gebildeten Lagunen spiegelte, als ihn plötzlich eine seltsame Unruhe befiel, eine düstere Vorahnung, daß etwas Schreckliches passieren würde, ohne daß er hätte sagen kö
Er bemühte sich, seine Sorgen zu verscheuchen und sich selbst davon zu überzeugen, daß seine Familie und seine überaus wertvolle Beute in Sicherheit waren. Er hatte also nichts zu fürchten, we
Man mußte nicht besonders aufgeweckt sein, um zu begreifen, daß sich die Zeiten änderten und sich die glorreichen Zeiten der Seeräuberei allmählich ihrem Ende zuneigten. Die meisten ehrbaren Menschen der Region waren der Ansicht, daß mit Anbruch des schon so nahen neuen Jahrhunderts die Antillen nicht mehr die Jagdgründe der Seewölfe, sondern Teil einer zivilisierteren Welt sein würden, in der die Probleme nicht ausschließlich mit Plünderungen und Kanonenschüssen gelöst wurden.
Die Spanier schienen inzwischen akzeptiert zu haben, daß andere Mächte sich auf einigen Inseln der Karibik festgesetzt hatten, und früher oder später würden die Regierungen dieser Nationen zur Überzeugung gelangen, daß friedliche Handelsbeziehungen wesentlich einträglicher waren als ein Schiff nach dem anderen zu schicken, um andere Schiffe zu zerstören.
Mit dem Korsarenleben würde es an dem Tag vorbei sein, an dem ihnen ihre jeweiligen Souveräne den Schutz entzogen, und sobald keiner mehr die Korsaren brauchte, waren auch die Seeräuber und Freibeuter der Küste zu raschem Niedergang verurteilt. Der Fortschritt in der Neuen Welt würde sie von der Landkarte fegen.
In dieser unruhigen Nacht voller finsterer Gedanken kam Sebastián Heredia zu dem bitteren Schluß, daß ihm nichts anderes übrigblieb, als sein Leben zu ändern, auch we
Er schlief schlecht, und als er aufwachte, waren seine düsteren Gedanken noch immer nicht verschwunden. Als er jedoch die große Seeterrasse betrat, auf der seine Schwester lächelnd mit dem Frühstück auf ihn wartete, kam ihm im Licht des neuen Tages die Zukunft wieder wunderbar und vielversprechend vor.
»Mir ist etwas eingefallen!« rief Celeste aus, während sie ihm Eier mit Schinken und eine Tasse Kaffee servierte. »Jetzt weiß ich, was wir mit der Jacare machen kö
»Na, da fällt mir ja ein großer Stein vom Herzen«, gab Sebastián im gleichen Tonfall zurück. »Und was kö
»Mit ihr Sklaven befreien«, erwiderte das Mädchen, als wäre das die normalste und einleuchtendste Sache der Welt. »Die Geschichte der Four Roses und wie du die Schwarzen an der Küste Venezuelas ausgesetzt hast, hat mich immer fasziniert.« Sie beugte sich vor und packte ihn ungewohnt fest am Arm. »Warum wiederholen wir das nicht?«
»Wiederholen?« wollte ihr Bruder verwundert wissen. »Es war reiner Zufall, daß ich auf die Four Roses gestoßen bin.«
»Ich weiß. Aber ich weiß auch, daß jedes Jahr Dutzende dieser Sklavenschiffe von den Küsten Senegals nach Brasilien und Westindien fahren. Und we
»Und was fällt dabei für uns ab?«
»Nichts.«
»Nicht gerade viel.«
»Oh doch!« entgegnete das Mädchen überzeugt.
»Das mußt du mir erklären.«
»Doch nicht dir. We
»Und ist dir nie durch dein hübsches Köpfchen gegangen, daß ein steinreicher Ma
»Jeder andere Ma
»Also hör mal! Und warum?«
»Weil ich dich ke
»Was willst du damit sagen?« regte sich der frisch pensionierte Kapitän Jack auf. »Soll das heißen, daß du dein Leben auf einem Schiff verbringen willst?«
»Und warum nicht? Mir ist klargeworden, daß mir das wirklich gefällt, und we
»Und wo finden wir diese normalen Leute?«
»Natürlich nicht in Port-Royal. Aber in jedem anderen Hafen, we
»Eine Schnapsidee!«
»Mir gefällt sie…«
In diesem Augenblick erschien Miguel Heredia in der Tür und fragte spöttisch:
»Und was ist das für eine neue Schnapsidee?«
»Deine Tochter möchte, daß ich mit der Jacare Sklavenschiffe überfalle und die Schwarzen befreie.«
Sein Vater nahm Platz, goß sich eine Tasse Kaffee ein, dachte einige Augenblicke nach und nickte schließlich überzeugt.
»Die erste vernünftige Sache, die ich seit langem gehört habe.«
»Ist das dein Ernst?«
»Mein völliger Ernst. Du hast sehr viel Geld, ein prächtiges Schiff und wenigstens ein halbes Dutzend Mä
Den ganzen Morgen über diskutierten sie dieses Thema weiter, und obwohl es seit Wochen Sebastians i