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»Nein. Natürlich nicht«, räumte sein Stellvertreter ein. »Aber we

»Ke

Lucas Castano machte eine Geste, als wolle er nicht zuviel verraten.

»Ich habe mal mit ihm gesprochen. Der Alte schätzte ihn, und sie haben sich oft gemeinsam betrunken.«

»Ich ka

»Daß ich ein richtiger Pirat werde, Vater. Das haben wir doch schon diskutiert«, lautete die säuerliche Antwort. »Du mußt das ein für allemal begreifen: Was ich mache, mache ich richtig. Schau dich doch um! Abgesehen von diesen vier Zuckerschonern siehst du hier nur Piratenschiffe. Wir kö

»In diesem Fall sollten wir fortsegeln…« murmelte Celeste.

»Wohin de

Der junge Kapitän der Jacare hatte natürlich recht. We

We

Ohne Erlaubnis mit Unterschrift und Stempel eines Beamten der Casa war es einem Bürger fast unmöglich, von einem auch nur einigermaßen zivilisierten Ort an den anderen umzuziehen.

Es war nur zu gut beka

Dieser Widersi

Eine attraktive junge Frau, die das unverzeihliche Verbrechen begangen hatte, sich mit über zweitausend Perlen der Casa aus dem Staub zu machen, hatte daher keinerlei Chance, irgendwo in den riesigen, von der Casa kontrollierten Territorien unbemerkt zu bleiben. Sich anderswo als auf Barbados oder Jamaika niederzulassen war daher ein unmöglicher Traum.

»Niemand von uns hätte sich je vorstellen kö

Celeste setzte behutsam den Silberpokal ab, aus dem sie gerade trank und auf dem der Totenkopf und das Krokodil eingraviert waren, musterte ihren Bruder verwirrend lange und wollte schließlich wissen:

»Sag mir eins, und sei bitte ehrlich: Warst du schon entschlossen, ein Pirat zu werden, bevor wir uns wiedergesehen haben?«

»Natürlich! Eigentlich war ich es schon.«

»Und kö

»Wahrscheinlich.« Der Junge deutete auf seinen Vater. »Jetzt habe ich zwei gute Gründe, mich zurückzuziehen, we

»Gut!« sagte das Mädchen. »In diesem Fall denke ich, daß du recht hast und wir nicht mehr darüber sprechen sollten.« Sie blickte ihren Vater von der Seite an. »Unsere Aufgabe wird sein, dir den Aufenthalt an Land so angenehm zu gestalten, daß du die Lust verlierst, wieder in See zu stechen.« Sie hob den Pokal: »Auf den jüngsten Piratenkapitän der Geschichte!«

Lucas Castano unterbrach sie.

»Mach lieber den gerissensten daraus. Der jüngste Kapitän in der Geschichte war Mombars.«

»Der Todesengel?« fragte Sebastian überrascht.

»Genau der«, bestätigte der Panamese. »Mit achtzehn Jahren gehörte ihm schon ein Schiff, und er hatte höchstpersönlich über vierzig Menschen umgebracht. Schon damals war er ein Monster, mit buschigen pechschwarzen Augenbrauen und langem, braunem Kraushaar. Er sah aus wie ein Dämon aus der Unterwelt. Er trank nicht, spielte nicht, und auch Frauen rührte er nicht an. Seine Besatzung bestand fast ausschließlich aus den wildesten Indios der Region. Sein größtes Vergnügen bestand darin, einen Gefangenen aufzuschlitzen und seine Eingeweide an einen Baum zu nageln. Da

»Gütiger Gott!« entsetzte sich das Mädchen und stellte den Pokal erneut mit zitternder Hand auf das Tischtuch. »Solche Menschen ka

»Und ob es die gibt!« beharrte der Panamese. »Genau so ist Mombars. Und L’Olo

»Gestern nacht hat mir eine Dirne vorgeschlagen, auf seinem Schiff anzuheuern.«

Lucas Castano schaute ihn ungläubig an:

»Soweit ich weiß, hat er sich an einen geheimen Ort zurückgezogen. Es geht sogar das Gerücht um, daß die Wilden ihn gefressen haben. So ist es L’Olo

»Das hat sie. Offensichtlich braucht er einen guten Navigator und ist bereit, dafür ein Vermögen auszugeben.«

»Das trifft sich nicht schlecht«, räumte der Panamese nachdenklich ein. »Mombars’ Problem ist immer die Navigation gewesen. Weder er noch seine verdammten Wilden haben auch nur einen Schimmer, wie man eine Seekarte liest.« Fast flüsternd, als fürchtete er, daß ihn jemand hören kö

»Was ist daran phantastisch, we

Lucas Castano blickte sie an, als ob er sie nicht gehört hätte. Sein Geist war weit weg, in irgendeine Idee vertieft, die ihm fortwährend im Kopf herumging, und als er schließlich in die Wirklichkeit zurückkehrte, schenkte er ihr ein seltsames Lächeln.

»Entschuldige! Ich war mit den Gedanken ganz woanders!«

Er nahm einen tiefen Schluck, bevor er im gleichen vertraulichen Ton fortfuhr: »Phantastisch daran ist, daß Mombars nur ans Töten, Foltern und Verstümmeln denkt. Daher hat er niemals auch nur einen Heller seines Beuteanteils verschleudert. Es heißt, daß der Ballast seines Schiffs aus peruanischen Silberbarren besteht. Trompeten, Boiler, Geschirr und Türgriffe sollen sogar aus purem Gold sein. Leute, die an Bord gewesen sind, beteuern, daß die Ira de Dios in Wahrheit ein schwimmender Märchenpalast ist.«