Добавить в цитаты Настройки чтения

Страница 33 из 61

Kurze Zeit danach zog sie eine schwere Kiste unter ihrem Sitz hervor und öffnete sie feierlich, um zu zeigen, daß sie randvoll mit schönen Perlen in allen nur denkbaren Schattierungen gefüllt war.

»Die besten des Jahres!« rief sie aus und nahm ein riesiges, fast schwarzes Exemplar in Form einer Birne zwischen die Finger. »Schau dir diese Perle an! Ein Königreich würde ich dafür hergeben.«

»Behalt sie!« forderte sie ihr Bruder auf. »Und häng sie dir um den Hals, damit sie dich an den Tag eri

»Du raubst doch schon seit Jahren«, gab sie ihm zu bedenken und zog eine sympathische Grimasse, während sie die schwarze Perle in ihren Ausschnitt steckte. »Ich behalte sie!«

»Was kö

»Man ka

Als die ersten Häuser der Stadt in Sicht kamen, bog die Kutsche an der Kreuzung mit der kleinen Einsiedelei auf den Weg nach Santa Ana ab. Sie fuhren schon durch das Tal, als die Arbeiter auf den Feldern bega

Für die überwältigende Mehrheit der Margaritenos war die schwere Kutsche mit ihren anmaßenden Wappen an den Türen und dicken Brokatvorhängen das Si

Gewöhnlich ließen sich die stolzen Rappen von Don Hernando Pedrárias Gotarredona nur selten auf dem Land sehen, und we

We

Am frühen Nachmittag trabten die schwitzenden Pferde müde durch Santa Ana und schlugen schon den Weg nach Aricagua ein, de

»Ich hätte Lust, sie anzuzünden.«

Ihr Bruder blickte sie sichtlich überrascht an:

»Warte damit bis Manzanillo.«

»Erlaubst du es mir?«

»Natürlich!«

Die restliche Fahrt über sagte das Mädchen kein Wort mehr und schloß die Augen, nicht weil die anstrengende Fahrt sie ermüdet hätte, sondern weil sie sich ganz der Vorfreude hingeben wollte, bald die verhaßte Kutsche in Asche sinken zu sehen.

Für die übrigen Einwohner der Insel mochte die Kutsche ein Symbol der Tyra

Zwischen den engen, flammend rot ausgeschlagenen Wänden der Kutsche hatte Celeste, die sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal als Frau fühlte, zum ersten Mal die verstohlenen Blicke des feurigen Liebhabers ihrer Mutter wahrgenommen. Hier hatte Don Hernando Pedrárias, den Blicken der Außenwelt entzogen, mit seinen schleichenden und hinterhältigen sexuellen Nachstellungen bego

Aus einem merkwürdigen Grund, den Celeste niemals nachvollziehen ko

Don Hernando Pedrárias Gotarredona wußte nämlich nur zu gut, daß die Heilige Inquisition, die einzige Autorität, die er wirklich fürchtete, ihn trotz seines hohen Rangs mit extremer Strenge richten würde, falls er auf die unselige Idee käme, ein minderjähriges Mündel zu mißbrauchen. Daher hatte er sich für einen Umweg entschieden: Er wollte sie so sehr erregen, daß sie ihm an dem Tag, an dem er sie dafür reif ansah, mit gleicher Leichtigkeit in die Arme fallen würde wie einst ihre Mutter.

»Woran denkst du, we

»In der Nacht schlafe ich«, hatte die trockene Antwort des charakterfesten Mädchens gelautet.

»Nicht doch!« hatte Don Hernando spöttisch geantwortet. »Ich weiß, daß du nicht schläfst. Ich weiß, daß du lauschst, und ich ka

Er erhielt nur einen stummen Blick voller Verachtung, worauf er ein gezwungenes Lachen hören ließ.

»Ach komm! Spiel nicht die Unschuldige! Ich weiß doch, daß sich die Mädchen deines Alters gern allein vergnügen, aber ich garantiere dir, es macht dir noch viel mehr Spaß, we

Celeste blieb weiterhin stumm. Nachdem Hernando eine Weile aus dem Fenster gesehen hatte, fuhr er fort:

»Du mußt dich deshalb nicht schämen, de

»Du bist ein Schwein«, gab Celeste knapp zurück.

Don Hernando Pedrárias neigte sich ein wenig vor und verpaßte ihr eine sanfte Ohrfeige.

»Das ist ja die Höhe!« heuchelte er den Beleidigten. »Wie redest du de

Als einzige Antwort zeigte das kecke Mädchen ein spöttisches Lächeln und ließ einen lauten Furz hören.

»Das mache ich, we

»Unverschämte Närrin!« tobte ihr Gegenüber. »Ohne mich würdest du schon seit Jahren bettelnd durch die Straßen ziehen, und wahrscheinlich würdest du inzwischen schon deinen Körper verkaufen wie alle aus deiner Sippschaft. Wegen mir lebst du in einem Palast, hast Kleider, Diener und sogar einen Lehrer, der dir alles beigebracht hat, was du weißt, und so bezahlst du dafür.«

»Meine Mutter hat schon für mich bezahlt«, kam es trocken zurück.

»Was sie heute bezahlt, ist nicht mehr viel wert. Deshalb wirst du entweder bald dein Verhalten oder deine Lebensweise ändern, de

Nach dieser unangenehmen Szene wurde Don Hernandos Druck immer stärker und widerwärtiger, so daß Celeste sich gezwungen sah, nicht mehr mit ihm in eine Kutsche zu steigen, nicht einmal für die kurze Fahrt zum nahen Franziskanerkloster in La Asuncion.

Im Haus selbst hielt sich Don Hernando Pedrárias mit seinen Avancen zurück. Vielleicht war Emilianas Anwesenheit daran schuld, vielleicht aber auch die Furcht vor den Bemerkungen einiger Diener, die alle seine Worte und Gesten mit Argusaugen zu verfolgen schienen. Das Mädchen war jedoch davon überzeugt, daß ihre eigene Mutter ihm den Weg ebnen würde.

In einer Nacht schließlich, in der Emiliana Matamoros offenbar vergeblich versucht hatte, den Ma