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Für Wiescka, Roland und Daniel,

mit Liebe,

und für die Ford-Werke in Dearborn, Michigan,

mit Dank.

– Lied der Navaho-Indianer

Anmerkung des Autors

Der Dämon, dem Sie in diesem Buch begegnen werden, war (und ist) ein echter indianischer Dämon. Die Legenden, von denen Sie hören werden, sind in den Zelten der großen Medizinmä

Es ist selbstverständlich möglich, die übernatürlichen Kräfte des indianischen Volkes einfach als Aberglaube abzutun. Doch während ich über diese besonders bösartige Erscheinung schrieb, erlebte ich eine Pechsträhne voller eigenartiger Zufälle. Unvorhersehbare Ereignisse brachen über mich herein: der Tod meines Stiefvaters, ein Verkehrsunfall bei 70 Meilen pro Stunde, bei dem mein neuer Mustang gegen eine Mauer krachte, meine Frau wurde ebenfalls in einen Verkehrsunfall verwickelt, außerdem verlor ich zahllose persönliche Dinge, etwa Scheckbücher und Andenken. Seltsam war auch, dass ich beim Schreiben immer wieder ins völlig Nebensächliche abirrte. Es war, als ob das Buch sich dagegen sträubte, geschrieben zu werden.

Aber jetzt ist es fertig, endlich, und ich hoffe, dass Sie die unheimliche Vergangenheit Amerikas nun etwas besser verstehen werden und dass dieses Buch Ihnen auch für zukünftige Überlegungen hilfreich sein wird.

Falls Sie es überhaupt wagen – de

Graham Masterton

Los Angeles, 1978

1

Der alte Ma

Er sagte: »Es geht um mein Haus. Es atmet.« Es klang wie eine Entschuldigung.

Ich lächelte und erwiderte: »Nehmen Sie Platz.«

Er setzte sich auf die Kante des Bürostuhls und leckte sich über die Lippen. Sein altes Gesicht wirkte freundlich und neugierig; so jemanden wünscht man sich als netten Großvater. Er war einer von dieser Sorte älterer Herren, mit denen ich gerne an einem Herbstnachmittag auf dem Balkon gesessen hätte, um eine ruhige Partie Schach zu spielen.

»Sie müssen mir nicht glauben, falls Sie es nicht wollen, junger Ma

Ich überflog die Liste auf meinem Schreibtisch. »Stimmt. Sie haben vergangene Woche angerufen, richtig?«

»Und die Woche davor.«

»Und Sie sagten der Kollegin, Ihr Haus würde …«

Ich hielt i

Mit seiner freundlichen, spröden Stimme sagte er: »Ich bin aus der alten Wohnung meiner Schwester in dieses Haus gezogen. Ich habe einige Sachen verkauft und ko

Er senkte den Blick und fummelte an seinem Hutrand.

Ich griff nach meinem Kugelschreiber. »Kö

»Seymour Wallis. Ich bin ein pensionierter Ingenieur. Hauptsächlich Brückenbau.«

»Und Ihre Adresse?«

»1551 Pilarcitos.«

»Okay. Und Ihr Problem ist Lärm?«

Er schaute wieder auf. Seine Augen zeigten die Farbe blasser Kornblumen, nachdem sie zwischen den Seiten eines Buches getrocknet worden sind.

»Nicht Lärm«, sagte er sanft. »Atmen.«

Ich lehnte mich in dem schwarzen Kunstledersessel zurück und klopfte mit dem Kugelschreiber gegen meine Zähne. Ich war hier im Gesundheitsamt wirklich an absurde Beschwerden gewöhnt. Es gab eine Frau, die kam regelmäßig vorbei, und sie behauptete, dass Dutzende Krokodile, die von Kindern in den 60er-Jahren die Toilette hinabgespült worden waren, wieder zurück in die Kanäle unter ihrem Apartment in Howard and Fourth geschwommen seien und jetzt versuchen würden, durch das S-Rohr raufzuklettern, um sie zu fressen. Da

Aber, absurd oder nicht, ich wurde dafür bezahlt, dass ich freundlich zu diesen Leuten war, ihnen geduldig zuhörte und sie beruhigte, dass San Francisco weder Schwärme von Krokodilen beherberge, noch dass hier irgendwo grüne Kryptonit-Klumpen versteckt sind.

»Ist es vielleicht möglich, dass Sie sich irren?«, fragte ich. »Es kö

Der alte Ma

»Vielleicht strömt ja ein Luftzug durch Ihren Kamin? Manchmal bläst die Luft durch einen alten Schornstein herab und findet ihren Weg durch Risse in den Ziegelsteinen der Feuerstelle.«

Er schüttelte den Kopf.

»Gut.« Ich fragte weiter. »We

Er hustete und nahm ein sauberes, aber verknülltes Taschentuch heraus, um sich den Mund abzutupfen.

»Ich glaube, dass es Atmen ist«, sagte er. »Ich glaube, dass irgendein Tier in der Wand gefangen ist.«

»Hören Sie Kratzen? Füßegetrampel? Irgend so etwas?«

Er schüttelte wieder den Kopf.

»Nur Atmen?«

Er nickte.

Ich wartete, um zu erfahren, ob er noch irgendetwas erwidern wollte, aber das war offensichtlich nicht der Fall. Ich stand auf und ging zum Fenster, von dem aus ich auf das Apartmenthaus nebenan sehen ko

»Falls in Ihrer Wand wirklichein Tier eingeschlossen ist, da

Ingenieur Seymour Wallis starrte seinen Hut an. Er war gar kein Spi

Ruhig, aber bestimmt sagte er: »Es hört sich an wie das Atmen eines Tieres. Ich weiß, so etwas ist nur schwer zu glauben, aber seit drei Monaten höre ich es jetzt, fast die gesamte Zeit, seitdem ich dort wohne, und es ist absolut eindeutig.«