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d'Müllere läbt, sie läbt.«
Sie ra
»Es geht alles vorüber,
es geht alles vorbei!«
war das letzte, was man von ihnen hörte. Nur noch der Kranz lag da, hingeworfen über den Sarg, und auf dem schmutzigen Band stand in verfließendem Schwarz: »Unserem lieben Doktor Prantl.« Doch wie sich die Leute ums Grab von ihrer Bestürzung erholt hatten und sich über den Zwischenfall empören wollten, und wie die Stadtmusik, um die Feierlichkeit zu retten, wieder verzweifelt zu blasen anfing, steigerte sich der Regen zu einem solchen Sturm, die Eiben peitschend, daß alles vom Grabe wegfloh, bei dem allein die Totengräber zurückblieben, schwarze Vogelscheuchen im Heulen der Winde, im Prasseln der Wolkenbrüche, bemüht, den Sarg endlich hinabzusenken.
Wie Bärlach mit Lutz wieder im Wagen saß, und Blatter durch die flüchtenden Polizisten und Stadtmusikanten hindurch in die Allee einfuhr, machte der Doktor endlich seinem Ärger Luft:
»Unerhört, dieser Gastma
»Ich verstehe nicht«, sagte der Alte.
»Schmied verkehrte im Hause Gastma
»Da
»Soll ich Sie in die Stadt fahren, Herr Kommissär?« fragte der Polizist vorne am Steuer.
»Nein, fahre mich heim, Blatter.«
Blatter fuhr nun schneller. Der Regen hatte nachgelassen, ja, plötzlich am Muristalden wurde Bärlach für Augenblicke in ein blendendes Licht getaucht: die So
Bärlach zog sich andere Schuhe an und betrat da
»Also du«, sagte der Alte.
»Ja, ich«, antwortete der andere.
Bärlach schloß die Türe und setzte sich in seinen Lehnstuhl dem Schreibtisch gegenüber. Schweigend sah er nach dem andern hin, der ruhig in Schmieds Mappe weiterblätterte, eine fast bäurische Gestalt, ruhig und verschlossen, tiefliegende Augen im knochigen, aber runden Gesicht mit kurzem Haar.
»Du ne
Der andere zog eine Pfeife hervor, stopfte sie, ohne Bärlach aus den Augen zu lassen, setzte sie in Brand und antwortete, mit dem Zeigfinger auf Schmieds Mappe klopfend:
»Das weißt du schon seit einiger Zeit ganz genau. Du hast mir den Jungen auf den Hals geschickt, diese Angaben stammen von dir.«
Da
»Ich höre nie auf, dich zu verfolgen. Einmal wird es mir gelingen, deine Verbrechen zu beweisen.«
»Du mußt dich beeilen, Bärlach«, antwortete der andere. »Du hast nicht mehr viel Zeit. Die Ärzte geben dir noch ein Jahr, we
»Du hast recht«, sagte der Alte. »Noch ein Jahr. Und ich ka
»Die letzte«, bestätigte der andere, und da
»Über vierzig Jahre sind es her«, bega
Er lachte.
Der Alte saß da und schaute schweigend zu ihm hinüber.
»Ein Jahr hast du noch zu leben«, fuhr der andere fort, »und vierzig Jahre hast du mir wacker nachgespürt. Das ist die Rechnung. Was diskutierten wir de
»Du hast recht«, sagte der Alte ruhig, »wir haben diese Wette damals miteinander geschlossen.«
»Du dachtest nicht, daß ich sie einhalten würde«, lachte der andere, »wie wir am andern Morgen mit schwerem Kopf in der öden Schenke erwachten, du auf einer morschen Bank und ich unter einem noch von Schnaps feuchten Tisch.«