Добавить в цитаты Настройки чтения

Страница 56 из 72

Das Zimmer war sehr klein und lag im obersten Stockwerk des alten Gasthofes. Als Bolitho vor der Tür anhielt, um nach dem eiligen Aufstieg über drei Treppen Atem zu holen, überlegte er, daß Browne wohl seinen ganzen Einfluß und einige Bestechungsgelder benötigt hatte, um dieses Zimmer in der von Marine- und Heeresoffizieren überfüllten Stadt zu bekommen.

Er klopfte an die Tür und fühlte sich dabei völlig leer an Worten und üblichen Höflichkeitsfloskeln.

Die Tür öffnete sich, und da stand sie, bewegungslos, eine Hand an der Türkante, als sei sie noch unschlüssig, ob sie ihn einlassen oder die Tür wieder schließen solle.

«Kommen Sie herein. «Sie beobachtete ihn, wie er an ihr vorbeiging, und ihr Blick wanderte zu seinem Bein, als er zu dem kleinen Fenster hinüberhumpelte und auf die gegenüberliegenden Dächer schaute.»Ich habe schon Tee bestellt. Sie waren sehr schnell. Dabei war ich nicht sicher, ob Sie überhaupt kommen würden. Ob Sie kommen wollten.»

Bolitho sah sie forschend an, als sie ihm Hut und Mantel abnahm.»Es ist schön, Sie zu sehen. Ich habe viel über Sie nachgedacht. Mein Besuch in dem düsteren Haus in London tut mir heute noch leid. Aber ich wünschte so sehr, daß Sie mich besser ke

Sie schob ihn zu einem Sessel am Kamin.»Ihr Mr. Allday hat mir eine Menge von Ihnen erzählt. We

«Warum sind Sie gekommen?«Bolitho streckte die Hand aus, als wolle er sie besänftigen.»Verzeihung, das war ungeschickt. Entschuldigen Sie bitte meine Grobheit. Ich gäbe so viel darum, Ihnen zu gefallen, in jeder Hinsicht.»

Sie sah ihn ernst an.»Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. Sie haben nichts falsch gemacht, ich habe es nur nicht richtig verstanden. Vielleicht war ich zu stolz und zu sicher, daß ich meinen Weg ohne Hilfe anderer gehen kö

Handel. Und ich war sehr allein. «Sie strich sich die Haare aus dem Gesicht. Die kleine Geste war ebenso trotzig wie hilflos.

Sie sagte:»Erzählen Sie mir von Ihrem Neffen.»

Bolitho schaute in die lodernden Flammen.»Sein Vater wurde Verräter gena

Ohne sich dessen bewußt zu werden, war Bolitho wieder an das schmale Fenster getreten und schaute auf den vom Wind gepeitschten Hafen und die vor Anker liegenden Schiffe hinaus.

«Aber mein Bruder war nicht tot. Er war geflüchtet und hielt sich lange verborgen, bis er zufällig mit einem Gefangenenschiff aufgebracht und ausgerechnet zu mir an Bord geschafft wurde. Er hatte sich mit dem Namen und der Uniform eines Toten getarnt, und damit hätte er in Australien ein neues Leben begi

Er fühlte, daß sie ihn unverwandt ansah. Sie hielt die Hände im Schoß zusammengepreßt, als hätte sie Angst, etwas zu sagen und den Zauber dieser Stunde zu stören.

«Aber es war mein Schiff, auf das er kam. Und sein Sohn diente darauf als Midshipman.»

«Ihr Neffe wußte nichts von alledem?»

«Nichts. Sein Vater fiel da

«Etwas davon hatte ich vermutet. «Belinda stand auf und faßte seinen Arm.»Bitte setzen Sie sich wieder. Sie müssen müde und erschöpft sein.»

Bolitho fühlte ihre Nähe, die Wärme ihres Körpers.

Er sagte:»We

«Ich danke Ihnen, daß Sie mir das alles erzählt haben. Es ist Ihnen sicher nicht leichtgefallen.»

Bolitho lächelte.»Überraschenderweise war es leichter, als ich dachte. Wahrscheinlich mußte ich es einmal loswerden, mit jemandem teilen.»

Sie schaute auf ihre Hände nieder. Dabei fiel ihr langes Haar ganz langsam auf ihre Schultern, wie in einem Traum.

Sie fragte sehr ruhig:»Werden Sie es ihm nun erzählen?»

«Ja. Ich muß es tun. Obgleich.»

«Sie glauben, daß Sie seine Zuneigung verlieren?»

«Es mag sein, daß er mich für selbstsüchtig hält. Aber damals wäre es gefährlich gewesen. We

Es klopfte leise, und ein Dienstmädchen trat mit einem Tablett ein.»Ihr Tee, Ma'am. «Sie warf einen schnellen Blick auf Bolitho und knickste.»Du meine Güte, Sir! Sie sah ihn genauer an.»Sind Sie nicht Kapitän Bolitho?»

Bolitho stand auf.»So ist es. Was ka

«Sie werden sich nicht eri

Bolitho wußte, daß es wichtig war, ko

Ganz ruhig sagte er:»Natürlich eri

Sie schlug die verarbeiteten Hände zusammen und sah ihn mehrere Sekunden lang an.

«Aye, Sir. Tom sprach oft von Ihnen. Sie haben mir nachher Geld geschickt. Das war sehr gütig von Ihnen. Da ich nicht schreiben ka

Bolitho ergriff ihre Hände.»Er war ein tapferer Ma

«Aye, Sir. «Sie schaute mit verschleiertem Blick ins Feuer.»Ich habe es in Plymouth nicht mehr ausgehalten. Immer schaute ich auf die See und wartete auf Tom, obwohl ich wußte, daß er tot war. «Sie raffte sich zum Gehen auf.»Ich mußte Sie einfach ansprechen, Sir, de

Bolitho blickte ihr noch nach, nachdem die Tür sich hinter ihr geschlossen hatte.

«Arme Frau. «Er sagte es mit Bitterkeit in der Stimme und wandte sich wieder zum Kamin.»Wie all die anderen, die allein zurückblieben. «Er brach ab, als er Belindas Gesicht im Feuerschein sah. Tränen ra

Bolitho ging hinüber zu ihrem Sessel und sah auf sie herab.

«Ich begehre Sie sehr. We