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Bolithos Schuhe quietschten im Gras, als er sich umdrehte und den rechten Arm senkte. Über den glatten Lauf sah er deutlich Roches Hand und erka
Roche rief heiser:»Ich ka
Sein Sekundant, der es gewohnt war, daß umgekehrt das Opfer Ro-che anflehte, bevor er es niederschoß, wandte sich erstaunt zu ihm um.
Bolitho hielt die Pistole weiter auf ihn gerichtet, obwohl sie ihm so schwer wie ein Kanonenrohr vorkam.
Er sagte:»We
Die Pistole in Bolithos Hand wurde so schwer, daß er sich wunderte, wie ruhig er sie trotzdem hielt. Er rief:»We
Der Sekundant rief unsicher:»Ich muß doch bitten, meine Herren!«Ein Taschentuch erschien über seinem Kopf.»We
Bolitho nickte.»Ich bin bereit.»
Roches Umriß wurde schmaler, da er Bolitho jetzt die rechte Seite zuwandte. Er hob die Pistole, die nun genau auf Bolitho zeigte.
Es hatte nicht gewirkt. Wie lange noch? dachte er. Drei Sekunden?
Das Taschentuch bewegte sich, und im gleichen Augenblick fiel Roche auf die Knie und warf beide Pistolen ins Gras.
«Bitte! Bitte, haben Sie Erbarmen!»
Bolitho ging langsam auf ihn zu, wobei ihm jeder Schritt durch seine schmerzende Wunde Qualen bereitete. Aber der Schmerz stachelte ihn eher an, als daß er ihn lahmte. Er ließ den Blick nicht von dem knienden, wimmernden Leutnant, bis er weniger als einen Meter von ihm entfernt stand.
Roche hatte aufgehört zu stammeln und blickte starr in die schwarzen Mündungen.
Bolitho sagte eiskalt:»Ich habe bessere Mä
Sein Finger straffte sich am Abzug, doch da hörte er Clinton ruhig sagen:»We
Bolitho nickte dem Sekundanten zu und begab sich da
Clinton marschierte neben ihm, und sein Atem hing wie Dampf in der kalten Luft.
«Gesindel, Sir! Ich habe trotzdem Blut und Wasser geschwitzt.»
Bolitho sah hinunter auf die Blutspur auf seiner Kniehose. In dem trüben Licht wirkte sie wie ein Farbfleck.
«Ja, Major. Gesindel. Aber das Schlimme war: Ich wollte ihn töten. We
Clinton lächelte erleichtert.»Er auch nicht, Sir.»
XIV Belinda
Edmund Loveys, Schiffsarzt der Benbow, straffte die schmalen Schultern und betrachtete Bolitho so vorwurfsvoll, wie seine Dienststellung es erlaubte.
«Sie haben all meine Mühe fast zunichte gemacht, Sir. «Er bückte sich und tupfte die offene Wunde mit einem Lappen ab, wobei er seinen Ärger kaum verbergen ko
Bolitho legte sich auf der Sitzbank unter den Heckfenstern zurück und blickte durch die salzverkrusteten Scheiben. In dem Maße, wie er seine Gefühle wieder unter Kontrolle brachte, erka
Er sagte:»Ich bitte um Entschuldigung, aber es war wichtig.»
Loveys schmollte.»Das habe ich längst gehört, Sir. Die Geschichte von Ihrem Duell mit Leutnant Roche ist in ganz Portsmouth beka
Bolitho setzte sich langsam auf. Das war zu erwarten gewesen. Derlei Dinge blieben in der Marine nicht lange geheim.
Er sah auf seinen Schenkel nieder, auf das fahle Fleisch um den dikken Verband, den Loveys wieder einmal anlegte. Seltsam, dachte er, als junger Leutnant hatte er es nie für möglich gehalten, daß ein Kapitän oder gar ein Flaggoffizier auch sterblich war; nun saß er hier, nackt wie am Tag seiner Geburt, nur mit einer Decke über den Schultern. Herrick hatte öfter nach ihm gesehen als nötig, und das wohl vor allem, um ihn bei guter Stimmung zu halten. Die Benbow war fast wieder einsatzbereit. Ihre Lasten, Magazine und Wassertanks waren bis oben gefüllt, aber Herrick hatte noch eine Menge zu tun. Neue Leute mußten verpflichtet und vereidigt werden, ein Leutnant namens Oughton war eingetroffen, der Pascoe ersetzen sollte — all diese Dinge gingen eigentlich nur Herrick an, er trug sie aber Bolitho vor, um ihn vom Grübeln abzuhalten.
Bolitho fragte sich, wie Pascoe wohl auf der Relentless zurechtkommen mochte. Die Fregatte mußte jetzt gerade aus dem Kanal in die Nordsee segeln. Es war eine andere Welt auf solch einem Schiff, aber Pascoe würde bald dazugehören. Schade, daß er ihn vor dem Auslaufen nicht mehr hatte sehen kö
Loveys sagte:»Versuchen Sie, jetzt etwas zu ruhen, Sir, sonst werden Sie zeitlebens hinken, we
«Verstehe. Vielen Dank.»
Bolitho kam stöhnend auf die Füße. Ozzard stand mit dampfendem Kaffee bereit und verzog keine Miene — das hatte er inzwischen gelernt — , als Bolitho einige Schritte zum Tisch taumelte. Die Wunde bra
Er fragte sich, was Allday jetzt wohl machte. Er hätte inzwischen mit dem geborgten Wagen in Portsmouth sein müssen. Wieder sah er sein flehendes Gesicht vor sich und fühlte, daß er ihn hier brauchte, und sei es nur, um ihn aufzuheitern und ihm zu beweisen, daß er wirklich noch lebte.
Herrick trat ein und registrierte Bolithos Nacktheit, ohne sich etwas anmerken zu lassen.
«Ich möchte unseren Ankerplatz morgen nach Spithead verlegen, Sir, sobald wir die Proviantübernahme beendet haben. Der Wind ist günstig, und ich mag nicht länger im I
«Da
Herrick lächelte.»Verstehe. Ich habe zwar noch nie im Leben ein solches Glück erlebt wie mit Dulcie, aber ich will es nicht konservieren, indem ich hierbleibe. Ein neues Jahr ist angebrochen, vielleicht bringt es den Frieden. Zwar deuten alle Anzeichen darauf hin, daß der Feind sich wieder in den Kanalhäfen sammelt, aber Ihre Gefechte mit Ropars und der Ajax haben einen gleichzeitigen Angriff aus der Ostsee zumindest verzögert, we