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Er eri
Wie aus weiter Ferne hörte er Alldays Stimme:»Captain — wie geht's?»
Bolitho starrte zu ihm auf, so überrascht, Tränen in Alldays Augen zu sehen, daß er im Moment seine eigenen Schmerzen vergaß.
«Ist ja gut, Allday«, antwortete er,»ist ja schon gut!«Wie heiser seine Stimme klang!
Noch mehr Gesichter umschwebten ihn; Angus schob die anderen zur Seite, tastete nach seinem Puls, und da
Angus sah ihn an, gelassen, ohne zu lächeln.»Glauben Sie mir, Sir, er ist noch dran. Aber es ist zu früh, um etwas Bestimmtes zu sagen. Besser, man ist auf alles vorbereitet.»
Er verschwand aus Bolithos Blickfeld und sagte:»Sofort Verbandswechsel. Und er muß was essen. Kräftige Fleischbrühe und ein bißchen Brandy.»
Mühsam wandte Bolitho die Augen zu Allday hin.»Wo bin ich?»
«In der Festung, Captain. Die Hekla hat Sie vor zwei Tagen hergebracht.»
Zwei Tage. Aber er wollte es genau wissen.»Und vorher?«»Die Hekla hat zwei Tage bis hierher gebraucht, Captain. «Es klang ganz verzweifelt.»Ich dachte, wir schaffen's überhaupt nicht mehr bis zu diesem verdammten Steinkasten.»
Also im ganzen vier Tage. Zeit genug, daß die Wunde an zu eitern fing. Warum sollte er nicht ebensogut der Wahrheit ins Auge sehen wie Angus? Er hatte weiß Gott oft genug erlebt, wie es anderen passierte.
Ganz ruhig fragte er:»Also, wie ist das — und keine Lügen, um mich zu schonen — , muß der Arm ab?»
Wieder sah er die elende Hilflosigkeit in Alldays Augen.
«Nein, Captain. Bestimmt nicht. «Er versuchte zu lächeln, aber das machte es nur schwerer.»Wir haben schon Schlimmeres durchgestanden. Also reden Sie nicht solches Zeug.»
«Sie dürfen nicht so viel sprechen, Sir. «Wieder schwamm Angus' Gesicht über ihm.»Sie werden ruhen, bis der Verband gewechselt wird. Da
«Diese arabischen Musketen sind manchmal sehr treffsicher. Die Kugel hätte Sie bestimmt getötet, we
Eine Tür knarrte, und er fügte hinzu:»Aber Sie haben eine ausgezeichnete Pflegerin. «Er machte eine Kopfbewegung zur Tür hin.»Kommen Sie, Mrs. Pareja. Der Kommandant ist gleich soweit.»
Ungläubig sah Bolitho sie herankommen. Vielleicht schwebte er immer noch im Fiebertraum?
Sie blieb stehen und sah auf ihn nieder, sehr bleich unter dem langen schwarzen Haar, ernst, ohne Lächeln. Und schön. Nur schwer ko
«Sie sehen schon viel besser aus«, sagte sie.
«Danke für alles, was Sie getan haben. «Er fühlte sich auf einmal völlig hilflos und leer unter ihrem kühlen Blick und ko
Lächelnd zeigte sie ihre starken weißen Zähne.»Jetzt sehe ich, daß Sie wieder gesund werden. Es war schlimm, was Sie in den letzten beiden Tagen alles gesprochen haben.»
Sie lächelte immer noch, als Angus den Verband aufschnitt und nach allen Regeln der Kunst einen neuen anlegte.
Wortlos musterte Bolitho sie. Die ganze Zeit war sie hier bei ihm gewesen, hatte gesehen, wie er gegen die Schmerzen kämpfte, hatte sich um seine körperlichen Bedürfnisse gekümmert, während er hilflos war. Er war sich seiner Nacktheit unter der Bettdecke bewußt, seiner vom Schweiß verfilzten Haare, und er schämte sich.
«Anscheinend sind Sie schwer umzubringen.»
Während Angus seine Schale mit den blutigen Verbandsfetzen we g-räumte, sah sie Allday an und sagte zu ihm:»Gehen Sie und ruhen Sie sich aus. «Und als er zögerte:»Weg mit Ihnen, Ma
Bolitho bewegte seinen linken Arm unter der Decke und sagte leise:»Meine Hand!»
Allday hob die Decke an und nahm Bolithos Finger in die seinen. Bolitho fühlte den Schweiß über seine nackte Brust ri
«Tun Sie, was sie sagt, Allday. «Er versuchte, ihm nicht ins Gesicht zu sehen.»Ich schlafe besser, we
Allday verschwand, und die Tür fiel ins Schloß.
Als Bolitho Mrs. Pareja wieder ansah, glänzten Tränen in ihren Augen. Sie schüttelte ärgerlich den Kopf.»Verdammt, Captain, aber es stimmt, was man sagt! Sie behexen alle, die in Ihre Nähe kommen. Das muß die Kornische Magie in Ihnen sein!»
«Ich fürchte, diese angebliche Magie kommt von den anderen, Mrs. Pareja.»
Sie setzte sich an sein Bett und rührte in einer Schale Fleischbrühe.»Mein Name ist Catherine. «Sie lächelte dabei, und sekundenlang spürte er wieder die Kühnheit, die ihm schon auf der Navarra an ihr aufgefallen war.»Aber ne
«Es tut mir leid um Ihren Ma
Der Löffel zitterte nicht in ihrer Hand; er ließ die heiße Brühe durch die Kehle ri
Da sagte sie:»Sie haben mehrere Male den Namen >Cheney< gerufen. Ist das Ihre Frau?»
Er blickte sie an.»Ja, aber sie ist tot.»
«Ich weiß. Einer Ihrer Offiziere hat es mir erzählt. «Kate wischte ihm die Lippen mit einem sauberen Tuch ab.»Sie haben sehr viel geredet, allerdings habe ich nicht alles verstanden. Manchmal haben Sie von zu Hause gesprochen und von irgendwelchen Porträts. Aber wir wollen das jetzt vergessen. Sie sind sehr schwach und müssen ruhen.»
Bolitho bemühte sich, seinen Arm zu bewegen.»Nein. Ich will nicht allein bleiben. «Fast verzweifelt bat er:»Erzählen Sie mir von sich.»
Sie lehnte sich zurück und lächelte wie über etwas lange Vergangenes.»Ich habe in London gelebt. Ke
Er schüttelte leicht den Kopf.»Ich war manchmal dienstlich dort.»
Überraschenderweise hob sie das Ki
Sie stand auf und setzte die Schale auf den Tisch, und Bolitho sah, daß sie ein anderes Kleid trug — gelbe Seide, tief ausgeschnitten und mit zierlicher Stickerei um die Taille. Sie bemerkte seinen Blick und sagte:»Eine der spanischen Damen hat es mir gegeben.»
«Haben Sie Ihren Gatten in London ke
«Meinen ersten. «Sie sah sein verwirrtes Gesicht und lachte wieder ihr perlendes Lachen.»O ja, ich habe schon zwei Mä