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Alexander Kent
Feind in Sicht
Kommandant Bolithos Zweikampf im Atlantik
Kein Kommandant geht fehl, we
I Abschied
Die hohen Fenster des Golden Lion I
Kapitän Richard Bolitho stand vor einem lodernden Holzfeuer, die Hände auf dem Rücken zusammengelegt, und blickte, ohne etwas zu sehen, vor sich auf den Teppich. Der plötzliche Windstoß ließ ihn aufsehen. Auf ihm lastete ein Ungewisser Druck, daneben aber auch eine ihm neue, befremdliche Furcht, das Land zu verlassen.
Schnell ging er zum Fenster und sah auf die verlassenen Straßen hinaus, das vor Nässe glänzende Pflaster und die kabbelige, graue See dahinter. Es war acht Uhr morgens, doch an diesem 1. November war es um diese Zeit fast noch zu dunkel, um durch die fleckigen Scheiben mehr als ein verschwommenes, graues Panorama zu erke
Es war merkwürdig, we
Vorsichtig schwenkte Bolitho das Fernrohr nach einer Seite, betrachtete die Reihen der Schaumkronen, die den Sund überquerten, die keilförmige Halbinsel, die rasch vorbeiziehenden, bleigrauen Wolkenbänke. Der Wind frischte aus Nordwest auf, und es lag ein Hauch von Schnee in der Luft.
Er hielt den Atem an und richtete das Glas auf ein weit draußen liegendes, vereinzeltes Schiff, das anscheinend bewegungslos lag und den einzigen Farbfleck vor der düsteren See bildete.
Die Hyperion, sein Schiff, wartete dort auf ihn. Es war schwer, eigentlich unmöglich, sich den zerschlagenen, von Einschlägen zer-narbten Zweidecker vorzustellen, den er vor sechs Monaten nach Plymouth gebracht hatte, nach dem verzweifelten Kampf im Mittelmeer, nach Hoods vergeblichem Bemühen, Toulon zu besetzen und zu halten. Sechs Monate hatte er betteln und bestechen, Dockarbeiter einschüchtern und jede Phase der Reparatur und Neuausstattung des alten Schiffs überwachen müssen. Und die Hyperion war wirklich alt. Zweiundzwanzig Jahre waren vergangen, seit ihr solides Eichenholz aus Kent zum erstenmal Salzwasser geschmeckt hatte, und fast die ganze Zeit über war sie ständig im Einsatz gewesen: von der beißenden Eiseskälte des Nordatlantik bis zu den quälenden Flauten im Indischen Ozean; von den Gefechten im Mittelmeer bis zum geduldigen Blockadedienst vor dem einen oder anderen feindlichen Hafen.
Als das Schiff im Dock lag, hatte Bolitho gesehen, wie fast sechs Fuß langes Seegras von seinem bauchigen Rumpf gekratzt wurde. Kein Wunder, daß die Hyperion so langsam gewesen war. Jetzt sah sie zumindest äußerlich wie ein neues Schiff aus.
Das seltsam silbrige Licht spielte auf der hohen Bordwand, als das Schiff vor Anker stark schwojte. Selbst aus dieser Entfernung ko
Einmal hatte es fast schon so ausgesehen, als ob die Wiederherstellung, die Arbeiten und die Verzögerungen nie ein Ende nehmen würden. In den letzten Wochen war die Hyperion da
Bolitho richtete sich auf. Sechs Monate fern von seinem natürlichen Element waren für das Schiff eine lange Zeit. Dieses Mal lief es nicht mit einer erfahrenen, wohldisziplinierten Besatzung aus, über die er vor sechzehn Monaten das Kommando übernommen hatte und von der die meisten schon seit vier Jahren an Bord gewesen waren. I
Der Leutnant, der sie auf das Schiff brachte, war voller Komplimente und fast schon Ehrfurcht gewesen, de
Jetzt war dies alles schon Vergangenheit. Seine neue Besatzung, eingepfercht in den hundertachtzig Fuß langen Rumpf, wartete auf ihn, den Ma
Er wurde aus seinem Brüten aufgestört, weil die Tür hinter ihm aufging. Als er sich umdrehte, sah er seine Frau im Türrahmen stehen. Sie trug einen langen grünen Samtmantel, dessen Kapuze das volle, kastanienbraune Haar unverhüllt ließ, und ihre Augen glänzten so hell, daß er befürchtete, sie halte ihre Tränen gerade noch zurück.