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„Mylord, sie bitten um Pardon. Sollen wir ihn ihnen gewähren?“

„Pardon? O ja. Sie wollen sich ergeben.“ Er drehte sich um und schaute auf die Gruppe um Tom. „Ich weiß nicht. Was meint Brom?“

„Lord O'Berin sagt ja, aber die Königin sagt nein. Die Lords Loguire sind einer Meinung mit Brom.“

„Und trotzdem will die Königin nicht.“ Rod nickte bitter. „Und nun soll meine Stimme den Ausschlag geben?“ Er warf noch einen letzten Blick auf Toms wächsernes Gesicht. „Zum Teufel! Sie sollen ihr Pardon haben!“

Die So

Auch der alte Herzog Loguire hatte das Ki

Catherine trug ihren Kopf hoch. Ihre Augen leuchteten voll Triumph und Macht, und ihre Wangen waren vor Stolz gerötet.

Rod betrachtete sie, und Abscheu stieg in ihm auf. Mit ihrem Sieg war ihre alte Arroganz wiedergekehrt.

Auf ein Zeichen von Brom O'Berin schmetterten zwei Fanfaren, und ein Herold trat vor und verlas eine Verkündigung der Königin.

„Hiermit sei allen kund und zu wissen getan, daß am heutigen Tag der schurkische Vasall, Anselm, Sohn des Herzogs Loguire, sich in blutiger Rebellion gegen Catherine, Königin von Gramayre, erhob, und deshalb wegen Hochverrats vor dem Gericht der Krone steht.“

Der Herold rollte das Pergament wieder zusammen.

„Wer spricht zur Verteidigung des Rebellenführers Anselm?“

Der alte Loguire erhob sich. Er verbeugte sich ernst vor Catherine. Sie dankte ihm mit einem erstaunten, wütenden Blick.

„Nichts ka

Catherine lächelte süßlich. „Ihr wollt also, Mylord, daß ich diesen Ma

Lord Loguire zuckte zusammen, als hätte er einen Schlag ins Gesicht bekommen.

„Nein, Mylord!“ rief sie heftig. „Ihr habt bereits Rebellen gegen mich großgezogen und wollt es nun wieder tun!“

Loguires Gesicht verhärtete sich, während Tuan mit vor Grimm gerötetem Gesicht aufsprang.

Von oben herab wandte sie sich an ihn. „Hat der Lord der Bettler auch etwas zu sagen?“

Tuan kämpfte mit knirschenden Zähnen um seine Fassung.

Da

Catherines Gesicht wurde noch blasser, und ihre Augen verengten sich.

„Ich danke meinem Vater und Bruder“, sagte Anselm mit klarer, ruhiger Stimme.

„Still!“ schrie Catherine schrill. „Verräterrischer, schurkischer, dreimal verhaßter Hund!“

Die Augen der Loguires funkelten, doch sie hielten die Lippen zusammengepreßt.

Keuchend umklammerte Catherine die Armlehnen ihres Thrones. „Ihr werdet erst reden, we

„Das werde ich nicht! Ihr kö

„Das Urteil kommt aus seinem eigenen Mund“, sagte Catherine spöttisch. „Es ist das Gesetz des Landes, daß ein des Hochverrats Schuldiger sterben muß.“

„Das Gesetz des Landes bestimmt die Königin“, brummte Brom. „We

Sie drehte sich zu ihm um. „Was, auch Ihr verratet mich? Steht kein einziger meiner Generale an meiner Seite?“

„Genug!“ do

Gedanken bringen, daß Ihr im Unrecht seid? Aber nein, nein, doch nicht die Königin! Weshalb haltet Ihr überhaupt noch Gericht? Ihr habt doch bereits beschlossen, daß er sterben muß!“ Er spuckte vor ihr aus.

„Auch Ihr?“ stöhnte sie. „Auch Ihr wollt einen Verräter verteidigen, der den Tod von dreitausend Mä

„Ihr tragt die Schuld am Tod der dreitausend!“ brüllte Rod.

„Ein edler Ma

Catherine duckte sich auf ihrem Thron und drückte sich gegen die Rückenlehne. Zitternd rief sie: „Seid still! War vielleicht ich es, die rebellierte?“

„Wer gab de

„Seid still! Still!“ Sie drückte die Hand auf den Mund, als wollte sie verhindern, laut hinauszuschreien. „So dürft Ihr mit einer Königin nicht reden!“

Rod schaute voll Verachtung auf die sich immer noch vor ihm duckende Königin. Er wendete sich zu Gekab um. „Mir dreht sich der Magen um! Gewährt ihnen Pardon. Viel zu viele mußten heute sterben. Laßt sie leben. Sie werden der Krone treu sein, ohne ihre Ratgeber, die sie aufhetzten. Laßt sie alle leben! Sie haben ihre Lektion gelernt, auch we

„Ihr geht zu weit!“ keuchte Catherine.

„Ja, das tut Ihr!“ Tuan sprang auf und legte die Hand um den Schwertgriff. „Die Königin gab den Anlaß, das stimmt, aber sie

hat die Gefallenen nicht getötet!“

Catherine blickte ihn dankbar an.

„Solange Ihr die Wahrheit sprecht“, fuhr Tuan fort, „dürft Ihr sie tadeln. Doch we

Rod hatte gute Lust, ihm ins Gesicht zu spucken. Doch statt dessen wandte er sich erneut Catherine zu, die nun wieder hocherhobenen Hauptes auf dem Thron saß und ihre arroganteste Miene aufsetzte.

„Vergeßt nicht“, knurrte er, „daß eine Königin, die ihre Launen nicht unter Kontrolle hat, eine schwache Regentin ist.“

Wieder erblaßte sie.

„Hütet Eure Zunge!“ grollte Tuan.

Die Wut in Rod wurde so mächtig, daß er einen Augenblick erstarrte, bis sie alle Bande in ihm brach und davonflutend eine eisige Ruhe in ihm zurückließ und ihm klar zeigte, was er tun mußte und weshalb — und was die Folgen für ihn sein würden…

Catherine lächelte nun wieder selbstzufrieden und überheblich, als sie sah, daß Rod bei Tuans Drohung zögerte. „Habt Ihr noch etwas zu sagen, Herr?“ fragte sie spöttisch von oben herab.

„Ja! Was ist das für eine Königin, die ihr eigenes Volk verrät?“

Er holte aus und schlug ihr die Hand ins Gesicht.

Sie heulte und schlug gegen die Rückenlehne des Thrones.

Schon war Tuan heran und stieß die Faust vor.