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„Habt ihr Waffen?“ brüllte Tuan.
„Ja!“ Dolche stießen glänzend in die Höhe.
„Da
Die Königin wird euch Proviant und Zelte geben! Da
Und jetzt geht! Geht! Für die Königin!“
„Für die Königin!“
Tuan schnippte mit den Fingern. Die Trommel dröhnte.
„Signal! Gallowglass!“
Rod legte das Horn an die Lippen und schmetterte das Signal.
Die Menge verteilte sich auf die Zimmer und Schlafräume, wo sie ihre Waffen und Beuteln holte.
„Geschafft!“ Tuan sprang von der Brüstung auf die Galerie. „In zwei Tagen haben sie das Bredenfeld erreicht!“ Er grinste und schlug Tom auf die Schulter. „Wir haben es geschafft, Tom!“
„Puh!“ keuchte Tuan, als Tom ihn wieder losließ. Er wandte sich an Rod. „Geht Ihr, Freund Gallowglass, zur Königin, damit sie ihren Soldaten die nötigen Befehle erteilt. Ersucht sie, Fleisch, Brot, Bier und Zelte an die Bettler verteilen zu lassen. Und seht zu, daß diese Halunken in die Verliese der Königin geworfen werden.“ Er deutete auf die vier Baumelnden. „Lebt wohl!“ Und schon sprang er die Stufen hinunter.
„Heh, wartet!“ brüllte Rod ihm nach. „Was habt Ihr vor?“
„Ich muß meine Leute zum Bredenfeld begleiten“, rief Tuan zurück, „sonst plündern sie unterwegs alles kahl wie die Heuschrecken und bringen sich bei der Verteilung der Beute auch noch um. Versichert Catherine meiner…“ Ein Schatten huschte über sein Gesicht. „… Loyalität.“
Und schon ra
Rod und Tom tauschten einen Blick aus, da
„Glaubst du, er braucht Hilfe?“ murmelte Rod.
Tom starrte ihn erstaunt an. „Er, Herr? Nein, wohl eher, die, die sich gegen ihn stellen wollen, mit dieser Armee in seinem Rücken.“
„Aber er ist nur einer, Tom! Einer, der zweitausend körperliche und seelische Krüppel führt!“
„Zweifelt Ihr jetzt noch an seinen Kräften, Meister? Nach
allem, was Ihr hier gesehen und gehört habt?“
„Nein.“ Rod schüttelte den Kopf. „Es gibt mehr Hexerei in diesem Land, als ich ahnte, Tom.“
„Weckt die Königin und sagt ihr, wir warten im Audienzsaal“, befahl Brom der eilig geweckten Leibmagd. „Schnell!“
Er schlug die Tür zu und drehte sich zum Kamin um, wo Rod mit Toby saß, der mit nur einer Stunde Schlaf nach einer sehr ausgedehnten Hexenparty die Augen kaum offenzuhalten vermochte.
„Natürlich“, murmelte er mit dicker Stimme, „wollen wir der Königin auf jede uns mögliche Weise helfen, aber was kö
„Überlaß das mir.“ Rod lächelte. „Ich werde etwas für euch zu tun finden. Du sorgst inzwischen dafür, daß die Hexen der Königin sich auf dem Bredenfeld einfinden, sagen wir in…
Was meinst du, Brom O'Berin?“
„In drei Tagen. Wir brechen bei Morgengrauen auf und marschieren etwa drei Tage.“
Toby nickte. „Wir werden dort sein, meine Herren. Und nun, we
„Langsam, langsam, Junge. Ist wohl dein erster Kater?“
„O nein.“ Toby blickte Rod mit rotunterlaufenen Augen an.
„Aber es ist das erstemal, daß ich wach bin, we
Die Luft brauste in ihren Ohren, als sie den Raum ei
Der Zwerg runzelte die Stirn. „Tele-was?“
„Uh…“ Rod fluchte insgeheim über seinen Ausrutscher. „Ich nehme an, er ist wieder in sein Bett zurückgekehrt. Er ka
„Ja, so schnell wie der Gedanke.“
Rod nickte. „Das wußte ich, Und gerade das ka
„Was hast du mit ihnen vor, Rod Gallowglass?“
„Ich weiß es noch nicht. Vielleicht lasse ich sie Federn in die Rüstungen der Ritter aus dem Süden zaubern. Da
„Du weißt also noch gar nicht, wozu du sie einsetzen willst und befiehlst sie trotzdem auf das Schlachtfeld?“
„Ja. Ich glaube, ein wenig Hexerei ka
„O ja.“ Brom lächelte verschmitzt. „Sie hat dir zweimal das Leben gerettet, nicht wahr?“
Rod starrte ihn an. „Sie? Wer, sie? Wen meinst du?“
„Gwendylon, wen sonst?“
„Du ke
„Sag mir, liebst du sie?“ fragte Brom plötzlich ernst.
„Lieben? Was geht das dich an?“
Brom winkte ungeduldig ab. „Es geht mich etwas an, lassen wir es dabei bewenden. Liebst du sie?“
„Ich lasse es nicht dabei bewenden!“ Rod richtete sich in seiner Ehre gekränkt auf.
„Ich bin der Elfenkönig!“ schnaubte Brom. „Geht mich da nicht alles an, was die mächtigste Hexe in Gramayre betrifft?“
„Die mächtigste Hexe von Gramayre?“ echote Rod erschrocken.
Brom lächelte säuerlich. „Wußtest du das nicht? Also, gestehe jetzt: liebst du sie?“
„Nun — uh — ich — uh, ich weiß es nicht.“ Rod stützte den Kopf in beide Hände. „Ich meine — uh — es ist so plötzlich — ich…“
„Du mußt doch schließlich wissen, ob du sie liebst oder nicht!“
knurrte Brom ungeduldig. „Ke
„Nun, da ist die Aorta, die Pulmonalklappe, die…“
„Ich will wissen, ob du sie liebst!“ do
„Woher soll ich es wissen!“ brüllte Rod genauso wütend zurück. „Frag doch mein Pferd!“
Ein zitternder Page steckte den Kopf durch die Tür. „Meine Lords, Ihre Majestät, die Königin!“
Rod und Brom wirbelten herum und verbeugten sich.
„Nun, Mylords“, sagte Catherine ungehalten und ließ sich beim Feuer nieder. „Welche wichtige Neuigkeit habt ihr, daß ihr mich so früh aus den Federn reißt?“
„Das Haus Clovis hat die Waffen ergriffen und marschiert südwärts“, informierte Rod sie.
Catherine schloß die Augen. „Der Himmel sei gepriesen!“
„Und Tuan Loguire!“ sagte Rod.
Sie starrte ihn an. „Ja, und Tuan Loguire“, echote sie widerstrebend.
„Ihr müßt sie mit Proviant versorgen, damit sie unterwegs nicht das Land plündern. Und ein Kurier sollte die Soldaten unterrichten, daß sie auf unserer Seite sind.“
„Ja, natürlich“, murmelte sie. Sie schaute in das Feuer. „Es ist seltsam, daß die, die am meisten gegen mich schrien, jetzt für mich kämpfen…“
Rod schaute sie mit einem ironischen Lächeln an.
„Tuan…“, flüsterte sie.
Brom räusperte sich. „Und ich habe heute nacht mit dem Elfenkönig gesprochen. Er stellt uns seine gesamten Legionen zur Verfügung.“
Sie war wieder ihr altes Selbst. „Elfenlegionen, Brom O'Berin?“ sagte sie säuerlich.
„Unterschätzt sie nicht.“ Rod rieb sich den Hinterkopf und dachte an den Hieb, den er dort abbekommen hatte, und an den eingefangenen Werwolf. „Und dazu haben wir auch noch Euren eigenen Hexenzirkel…“
„Und die mächtigste Hexe von ganz Gramayre“, brummte Brom.
„Ja, und sie alle sind bereit, dem einzigen Herrscher der Geschichte, der Hexen je schützte, zu helfen.“
Catherines Augen glänzten und schienen in weite Ferne zu blicken. „Wir werden siegen“, flüsterte sie. „Wir werden siegen.“
„Nun, mit allem Respekt, Eure Majestät, aber bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen. Sagen wir, wir haben eine gute Chance.“
Das Bredenfeld war ein Delta, offen im Süden, aber im Norden durch die Mündung von zwei Flüssen geschlossen. Ein Dickicht von Büschen und Bäumen, entlang der beiden Flußufer, begrenzte das Feld, das mit hohem Gras und Lavendel überwuchert war. Doch davon war jetzt wenig zu sehen, de
Tuan, der die Hände am Lagerfeuer wärmte, murmelte düster: „Dieses Wetter schlägt sich auf das Gemüt der Truppen.“