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Noch sind wir in Marschkolo

»Los, auf, Albert!«brülle ich, de

Er taumelt hoch und läuft. Ich bleibe neben ihm. Wir müssen über eine Hecke; sie ist höher als wir. Kropp faßt in die Zweige, ich packe sein Bein, er schreit auf, ich gebe ihm Schwung, er fliegt hinüber. Mit einem Satz bin ich hinter ihm her und falle in einen Teich, der hinter der Hecke liegt.

Wir haben das Gesicht voll Wasserlinsen und Schlamm, aber die Deckung ist gut. Deshalb waten wir hinein bis zum Halse. We

Nachdem wir das ein dutzendmal gemacht haben, wird es mir über. Auch Albert stöhnt:»Laß uns weg, ich falle sonst um und ersaufe.«

»Wo hast du was gekriegt?«frage ich.

»Am Knie, glaube ich.«

»Ka

»Ich denke -«

»Da

Wir gewi

Albert wird langsamer.»Lauf zu, ich komme nach«, sagt er und wirft sich hin.

Ich reiße ihn am Arm auf und schüttele ihn.»Hoch, Albert, we

Endlich erreichen wir einen kleinen Unterstand. Kropp schmeißt sich hin, und ich verbinde ihn. Der Schuß sitzt kurz über dem Knie. Da

Ich ka

Im Feldlazarett richten wir es so ein, daß wir nebeneinander zu liegen kommen. Es gibt eine dü

»Nun geht’s in die Heimat, Albert«, sage ich.

»Hoffentlich«, antwortet er.»We

Die Schmerzen werden stärker. Wie Feuer bre

»Wieviel über dem Knie ist mein Schuß?«fragt Kropp.

»Mindestens zehn Zentimeter, Albert«, antworte ich. In Wirklichkeit sind es vielleicht drei.

»Das habe ich mir vorgenommen«, sagt er nach einer Weile,»we

So liegen wir mit unsern Gedanken und warten.

Abends werden wir zur Schlachtbank geholt. Ich erschrecke und überlege rasch, was ich tun soll; de

Es geht gut. Der Arzt stochert in der Wunde herum, daß mir schwarz vor Augen wird.»Stellen Sie sich nicht so an«, schimpft er und säbelt weiter. Die Instrumente blitzen in dem hellen Licht wie bösartige Tiere. Die Schmerzen sind unerträglich. Zwei Krankenwärter halten meine Arme fest, aber ich kriege einen los und will ihn gerade dem Arzt in die Brille knallen, als er es merkt und wegspringt.»Chloroformiert den Kerl!«schreit er wütend.

Da werde ich ruhig.»Entschuldigen Herr Doktor, ich werde stillhalten, aber chloroformieren Sie mich nicht.«

»Na ja«, kakelt er und nimmt seine Instrumente wieder vor. Er ist ein blonder Bursche, höchstens dreißig Jahre alt, mit Schmissen und einer widerlichen goldenen Brille. Ich merke, daß er mich jetzt schikaniert, er wühlt nur so in der Wunde und schielt ab und zu über seine Gläser zu mir hin. Meine Hände quetschen sich um die Griffe, eher verrecke ich, als daß er einen Mucks von mir hört.

Er hat einen Splitter herausgeangelt und wirft ihn mir zu.

Scheinbar ist er befriedigt von meinem Verhalten, de

Es gelingt mir, dem Feldwebel mit ein paar passenden Worten zwei meiner Zigarren mit Bauchbinden zu überreichen. Er schnuppert daran und fragt:»Hast du noch mehr davon?«

»Noch eine gute Handvoll«, sage ich,»und mein Kamerad«, ich zeige auf Kropp,»ebenfalls. Die möchten wir Ihnen gern morgen zusammen aus dem Fenster des Lazarettzuges überreichen.«

Er kapiert natürlich, schnuppert noch einmal und sagt:»Gemacht.«

Wir kö

Unsere Bahren stehen auf dem Bahnhof. Wir warten auf den Zug. Es regnet, und der Bahnhof hat kein Dach. Die Decken sind dü

»Mensch, Albert«, eri

»Und die Klubsessel«, fügt er hinzu. Ja, die Klubsessel aus rotem Plüsch. Wir hatten wie Fürsten abends darauf gesessen und uns vorgenommen, sie später stundenweise abzuvermieten. Pro Stunde eine Zigarette. Es wäre ein sorgenloses Leben und ein Geschäft geworden.

»Albert«, fällt mir ein,»und unsere Freßsäcke.«

Wir werden schwermütig. Die Sachen hätten wir gebrauchen kö

Ein verfluchtes Schicksal. Wir haben Mehlsuppe im Magen, dü

Die Bahren sind klatschnaß, als der Zug morgens einläuft. Der Feldwebel sorgt dafür, daß wir in denselben Wagen kommen. Eine Menge Rote-Kreuz-Schwestern sind da. Kropp wird nach unten gepackt. Ich werde angehoben und soll in das Bett über ihm.

»Um Gottes willen«, entfährt es mir plötzlich.

»Was ist de

Ich werfe noch einen Blick auf das Bett. Es ist mit schneeweißem Leinen bezogen, unvorstellbar sauberem Leinen, das sogar noch die Plättkniffe hat. Mein Hemd dagegen ist sechs Wochen lang nicht gewaschen worden und sehr dreckig.

»Kö

»Das schon«, sagte ich schwitzend,»aber tun Sie doch erst das Bettzeug weg.«

»Warum de

Ich komme mir wie ein Schwein vor. Da soll ich mich hineinlegen? -»Es wird ja -«Ich zögere.

»Ein bißchen schmutzig?«fragt sie ermunternd.»Das schadet nichts, da

»Nee, das nicht -«, sage ich aufgeregt. Diesem Ansturm der Kultur bin ich nicht gewachsen.»Dafür, daß Sie draußen im Graben gelegen haben werden wir wohl noch ein Bettlaken waschen kö

Ich sehe sie an, sie sieht knusprig und jung aus, blank gewaschen und fein, wie alles hier, man begreift nicht daß es nicht nur für Offiziere ist, und fühlt sich unheimlich und sogar irgendwie bedroht.

Das Weib ist trotzdem ein Folterknecht, es zwingt mich alles zu sagen.»Es ist nur -«, ich halte ein, sie muß doch verstehen, was ich meine.

»Was de

»Wegen der Läuse«, brülle ich schließlich heraus.

Sie lacht.»Die müssen auch mal gute Tage haben.«

Nun ka

Nachts erwache ich. Auch Kropp rührt sich. Der Zug rollt leise über die Schienen. Es ist alles noch unbegreiflich: ein Bett, ein Zug, nach Hause. Ich flüstere:»Albert!«

»Ja -«

»Weißt du, wo hier die Latrine ist?«

»Ich glaube, drüben rechts die Tür.«

»Ich werde mal sehen.«Es ist dunkel, ich taste nach dem Bettrand und will vorsichtig hinuntergleiten. Aber mein Fuß findet keinen Halt, ich gerate ins Rutschen, das Gipsbein ist keine Hilfe, und mit einem Krach liege ich auf dem Boden.

»Verflucht«, sage ich.

»Hast du dich gestoßen?«fragt Kropp.

»Das kö

Hinten im Wagen öffnet sich die Tür. Die Schwester kommt mit Licht und sieht mich.

»Er ist aus dem Bett gefallen -«

Sie fühlt mir den Puls und faßt meine Stirn an.»Sie haben aber kein Fieber.«

»Nein -«, gebe ich zu.

»Haben Sie de

»So ungefähr«, weiche ich aus. Jetzt geht die Fragerei wieder los. Sie sieht mich mit ihren blanken Augen an, sauber und wunderbar ist sie, um so weniger ka

Ich werde wieder nach oben gehoben. Das ka

Da kommt Albert mir zu Hilfe, er geniert sich nicht, er ist es ja auch schließlich nicht, den die Sache angeht. Er ruft die Schwester an. Sie dreht sich um.»Schwester, er wollte -«, aber auch Albert weiß nicht mehr, wie er sich tadellos und anständig ausdrücken soll. Unter uns draußen ist das mit einem einzigen Wort gesagt, aber hier, einer solchen Dame gegenüber – - Mit einem Male jedoch fällt ihm die Schulzeit ein, und er vollendet fließend:»Er möchte mal hinaus, Schwester.«

»Ach so«, sagt die Schwester.»Dazu braucht er doch nicht mit seinem Gipsverband aus dem Bett zu klettern. Was wollen Sie de

Ich bin tödlich erschrocken über diese neue Wendung, de