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Das Feld dreht sich mit ihnen langsam vorbei; der Zug umgeht sie, die Zwischenräume verringern sich, sie werden ein Block, und einen Augenblick sehe ich nur eine einzige; da
Ein Bahnübergang. Ich stehe am Fenster, ich ka
Da
Auf dem Perron sehe ich mich um; ich ke
Hier haben wir gesessen, oft – wie lange ist das her -; über diese Brücke sind wir gegangen und haben den kühlen, fauligen Geruch des gestauten Wassers eingeatmet; wir haben uns über die ruhige Flut diesseits der Schleuse gebeugt, in der grüne Schlinggewächse und Algen an den Brückenpfeilern hingen; – und wir haben uns jenseits der Schleuse an heißen Tagen über den spritzenden Schaum gefreut und von unseren Lehrern geschwätzt.
Ich gehe über die Brücke, ich schaue rechts und links; das Wasser ist immer noch voll Algen, und es schießt immer noch in hellem Bogen herab; – im Turmgebäude stehen die Plätteri
In dieser Konditorei haben wir Eis gegessen und uns im Zigarettenrauchen geübt. In dieser Straße, die an mir vorübergleitet, ke
Ich öffne sie; die Kühle kommt mir wunderlich entgegen, sie macht meine Augen unsicher.
Unter meinen Stiefeln knarrt die Treppe. Oben klappt eine Tür, jemand blickt über das Geländer. Es ist die Küchentür, die geöffnet wurde, sie backen dort gerade Kartoffelpuffer, das Haus riecht danach, heute ist ja auch So
»Paul!«ruft sie.»Paul -!«
Ich nicke, mein Tornister stößt gegen das Geländer, mein Gewehr ist so schwer.
Sie reißt eine Tür auf und ruft:»Mutter, Mutter, Paul ist da.«Ich ka
sprechen, aber ich bringe kein Wort hervor, und so stehe ich auf der Treppe, unglücklich, hilflos, in einem furchtbaren Krampf, und will nicht, und die Tränen laufen mir immer nur so über das Gesicht.
Meine Schwester kommt zurück und fragt:»Was hast du de
Da raffe ich mich zusammen und stolpere zum Vorplatz hinauf. Mein Gewehr lehne ich in eine Ecke, den Tornister stelle ich gegen die Wand, und den Helm packe ich darauf. Auch das Koppel mit den Sachen daran muß fort. Da
Sie gibt mir eins aus dem Schrank, und ich wische mir das Gesicht ab. Über mir an der Wand hängt der Glaskasten mit bunten Schmetterlingen, die ich früher gesammelt habe.
Nun höre ich die Stimme meiner Mutter. Sie kommt aus dem Schlafzimmer.
»Ist sie nicht auf?«frage ich meine Schwester.
»Sie ist krank -«, antwortet sie.
Ich gehe hinein zu ihr, gebe ihr die Hand und sage, so ruhig ich ka
Sie liegt im Halbdunkel. Da
»Nein, ich habe Urlaub.«
Meine Mutter ist sehr blaß. Ich scheue mich, Licht zu machen.»Da liege ich nun und weine«, sagt sie,»anstatt mich zu freuen.«
»Bist du krank, Mutter?«frage ich»Ich werde heute etwas aufstehen«, sagt sie und wendet sich zu meiner Schwester, die immer auf einen Sprung in die Küche muß, damit ihr das Essen nicht anbre
»Ja, Mutter, das habe ich lange nicht gehabt.«
»Als ob wir es geahnt hätten, daß du kommst«, lacht meine Schwester,»gerade dein Lieblingsessen, Kartoffelpuffer, und
jetzt sogar mit Preiselbeeren.«
»Es ist ja auch So
»Setz dich zu mir«, sagt meine Mutter.
Sie sieht mich an. Ihre Hände sind weiß und kränklich und schmal gegen meine. Wir sprechen nur einige Worte, und ich bin ihr dankbar dafür, daß sie nichts fragt. Was soll ich auch sagen: Alles, was möglich war, ist ja geschehen. Ich bin heil herausgelangt und sitze neben ihr. Und in der Küche steht meine Schwester und macht das Abendbrot und singt dazu.
»Mein lieber Junge«, sagt meine Mutter leise.
Wir sind nie sehr zärtlich in der Familie gewesen, das ist nicht üblich bei armen Leuten, die viel arbeiten müssen und Sorgen haben. Sie kö
Ich sitze an ihrem Bett, und durch das Fenster funkeln in Braun und Gold die Kastanien des gegenüberliegenden Wirtsgartens. Ich atme langsam ein und aus und sage mir:»Du bist zu Hause, du bist zu Hause.«Aber eine Befangenheit will nicht von mir weichen, ich ka
Deshalb gehe ich jetzt, hole meinen Tornister ans Bett und packe aus, was ich mitgebracht habe: einen ganzen Edamer Käse, den Kat mir besorgt hat, zwei Kommißbrote, dreiviertel Pfund Butter, zwei Büchsen Leberwurst, ein Pfund Schmalz und ein Säckchen Reis.
»Das kö
Sie nicken.»Hier ist es wohl schlecht damit?«erkundige ich mich.
»Ja, es gibt nicht viel. Habt ihr de
Mutter, was soll ich dir darauf antworten! Du wirst es nicht verstehen und nie begreifen. Du sollst es auch nie begreifen. War es schlimm, fragst du. – Du, Mutter. – Ich schüttele den Kopf und sage:»Nein, Mutter, nicht so sehr. Wir sind ja mit vielen zusammen, da ist es nicht so schlimm.«
»Ja, aber kürzlich war Heinrich Bredemeyer hier, der erzählte, es wäre jetzt furchtbar draußen, mit dem Gas und all dem andern.«
Es ist meine Mutter, die das sagt. Sie sagt: mit dem Gas und all dem andern. Sie weiß nicht, was sie spricht, sie hat nur Angst um mich. Soll ich ihr erzählen, daß wir einmal drei gegnerische Gräben fanden, die erstarrt waren in ihrer Haltung, wie vom Schlag getroffen? Auf den Brustwehren, in den Unterständen, wo sie gerade waren, standen und lagen die Leute mit blauen Gesichtern, tot.
»Ach, Mutter, was so geredet wird«, antworte ich,»der Bredemeyer erzählt nur so etwas dahin. Du siehst ja, ich bin heil und dick -«
An der zitternden Sorge meiner Mutter finde ich meine Ruhe wieder. Jetzt ka
Meine Mutter will aufstehen, ich gehe solange in die Küche zu meiner Schwester.»Was hat sie?«frage ich. Sie zuckt die Achseln:»Sie liegt schon ein paar Monate, wir sollten es dir aber nicht schreiben. Es sind mehrere Ärzte bei ihr gewesen. Einer sagte, es wäre wohl wieder Krebs.«
Ich gehe zum Bezirkskommando, um mich anzumelden. Langsam wandere ich durch die Straßen. Hier und da spricht mich jemand an. Ich halte mich nicht lange auf, de
Als ich aus der Kaserne zurückkomme, ruft mich eine laute Stimme an. Ich drehe mich um, ganz in Gedanken, und stehe einem Major gegenüber. Er fährt mich an:»Kö
»Entschuldigen Herr Major«, sage ich verwirrt,»ich habe Sie nicht gesehen.«
Er wird noch lauter:»Kö
Ich möchte ihm ins Gesicht schlagen, beherrsche mich aber, de
Ich rapportiere.
Sein rotes, dickes Gesicht ist immer noch empört.»Truppenteil?«
Ich melde vorschriftsmäßig. Er hat immer noch nicht genug.»Wo liegen Sie?«
Aber ich habe jetzt genug und sage:»Zwischen Langemark und Bixschoote.«
»Wieso?«fragt er etwas verblüfft.
Ich erkläre ihm, daß ich vor einer Stunde auf Urlaub gekommen sei, und denke, daß er jetzt abtrudeln wird. Aber ich irre mich. Er wird sogar noch wilder:»Das kö
In mir sitzt die dumpfe Wut. Aber ich ka
Er ruft mich wieder heran und gibt mir jetzt leutselig beka
Der Abend ist mir dadurch verleidet. Ich mache, daß ich nach Hause komme, und werfe die Uniform in die Ecke, das hatte ich sowieso vor. Da