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Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust.

DER HERR:

We

So werd ich ihn bald in die Klarheit führen.

Weiß doch der Gärtner, we

Das Blüt und Frucht die künft'gen Jahre zieren.

MEPHISTOPHELES:

Was wettet Ihr? den sollt Ihr noch verlieren!

We

Ihn meine Straße sacht zu führen.

DER HERR:

Solang er auf der Erde lebt,

So lange sei dir's nicht verboten,

Es irrt der Mensch so lang er strebt.

MEPHISTOPHELES:

Da dank ich Euch; de

Hab ich mich niemals gern befangen.

Am meisten lieb ich mir die vollen, frischen Wangen.

Für einem Leichnam bin ich nicht zu Haus;

Mir geht es wie der Katze mit der Maus.

DER HERR:

Nun gut, es sei dir überlassen!

Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,

Und führ ihn, ka

Auf deinem Wege mit herab,

Und steh beschämt, we

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,

Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.

MEPHISTOPHELES:

Schon gut! nur dauert es nicht lange.

Mir ist für meine Wette gar nicht bange.

We

Erlaubt Ihr mir Triumph aus voller Brust.

Staub soll er fressen, und mit Lust,

Wie meine Muhme, die berühmte Schlange.

DER HERR:

Du darfst auch da nur frei erscheinen;

Ich habe deinesgleichen nie gehaßt.

Von allen Geistern, die verneinen,

ist mir der Schalk am wenigsten zur Last.

Des Menschen Tätigkeit ka

er liebt sich bald die unbedingte Ruh;

Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu,

Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen.

Doch ihr, die echten Göttersöhne,

Erfreut euch der lebendig reichen Schöne!

Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,

Umfass euch mit der Liebe holden Schranken,

Und was in schwankender Erscheinung schwebt,

Befestigt mit dauernden Gedanken!

(Der Himmel schließt, die Erzengel verteilen sich.)

MEPHISTOPHELES (allein):

Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern,

Und hüte mich, mit ihm zu brechen.

Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,

So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.

DER ERSTER TEIL

NACHT

In einem hochgewölbten, engen gotischen Zimmer Faust, unruhig auf seinem Sessel am Pulte.

FAUST:

Habe nun, ach! Philosophie,

Juristerei und Medizin,

Und leider auch Theologie

Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.

Da steh ich nun, ich armer Tor!

Und bin so klug als wie zuvor;

Heiße Magister, heiße Doktor gar

Und ziehe schon an die zehen Jahr

Herauf, herab und quer und krumm

Meine Schüler an der Nase herum —

Und sehe, daß wir nichts wissen kö

Das will mir schier das Herz verbre

Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen,

Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;

Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,

Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel —

Dafür ist mir auch alle Freud entrissen,

Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,

Bilde mir nicht ein, ich kö

Die Menschen zu bessern und zu bekehren.

Auch hab ich weder Gut noch Geld,

Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt;

Es möchte kein Hund so länger leben!

Drum hab ich mich der Magie ergeben,

Ob mir durch Geistes Kraft und Mund

Nicht manch Geheimnis würde kund;

Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß

Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;

Daß ich erke

Im I

Schau alle Wirkenskraft und Samen,

Und tu nicht mehr in Worten kramen.

O sähst du, voller Mondenschein,

Zum letzenmal auf meine Pein,

Den ich so manche Mitternacht

An diesem Pult herangewacht:

Da

Trübsel'ger Freund, erschienst du mir!

Ach! kö

In deinem lieben Lichte gehn,

Um Bergeshöhle mit Geistern schweben,

Auf Wiesen in deinem Dämmer weben,

Von allem Wissensqualm entladen,

In deinem Tau gesund mich baden!

Weh! steck ich in dem Kerker noch?

Verfluchtes dumpfes Mauerloch,

Wo selbst das liebe Himmelslicht

Trüb durch gemalte Scheiben bricht!

Beschränkt mit diesem Bücherhauf,

den Würme nagen, Staub bedeckt,

Den bis ans hohe Gewölb hinauf

Ein angeraucht Papier umsteckt;

Mit Gläsern, Büchsen rings umstellt,

Mit Instrumenten vollgepfropft,

Urväter Hausrat drein gestopft —

Das ist deine Welt! das heißt eine Welt!

Und fragst du noch, warum dein Herz

Sich bang in deinem Busen klemmt?

Warum ein unerklärter Schmerz

Dir alle Lebensregung hemmt?

Statt der lebendigen Natur,

Da Gott die Menschen schuf hinein,

Umgibt in Rauch und Moder nur

Dich Tiergeripp und Totenbein.

Flieh! auf! hinaus ins weite Land!

Und dies geheimnisvolle Buch,

Von Nostradamus' eigner Hand,

Ist dir es nicht Geleit genug?

Erke

Und we

Da

Wie spricht ein Geist zum andren Geist.

Umsonst, daß trocknes Si

Die heil'gen Zeichen dir erklärt:

Ihr schwebt, ihr Geister, neben mir;

Antwortet mir, we

(Er schlägt das Buch auf und erblickt das Zeichen des Makrokosmus.)

Ha! welche Wo

Auf einmal mir durch alle meine Si

Ich fühle junges, heil'ges Lebensglück

Neuglühend mir durch Nerv' und Adern ri

War es ein Gott, der diese Zeichen schrieb,

Die mir das i

Das arme Herz mit Freude füllen,

Und mit geheimnisvollem Trieb

Die Kräfte der Natur rings um mich her enthüllen?

Bin ich ein Gott? Mir wird so licht!

Ich schau in diesen reinen Zügen

Die wirkende Natur vor meiner Seele liegen.

Jetzt erst erke

«Die Geisterwelt ist nicht verschlossen;

Dein Si

Auf, bade, Schüler, unverdrossen

Die ird'sche Brust im Morgenrot!»

(er beschaut das Zeichen.)

Wie alles sich zum Ganzen webt,

Eins in dem andern wirkt und lebt!

Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen

Und sich die goldnen Eimer reichen!

Mit segenduftenden Schwingen

Vom Himmel durch die Erde dringen,

Harmonisch all das All durchklingen!

Welch Schauspiel! Aber ach! ein Schauspiel nur!

Wo fass ich dich, unendliche Natur?

Euch Brüste, wo? Ihr Quellen alles Lebens,

An denen Himmel und Erde hängt,

Dahin die welke Brust sich drängt —

Ihr quellt, ihr tränkt, und schmacht ich so vergebens?

(er schlägt unwillig das Buch um und erblickt das Zeichen des Erdgeistes.)