Добавить в цитаты Настройки чтения

Страница 13 из 83

Doch freilich würde mir behagen

Ein wenig Freiheit und Zeitvertreib

An schönen Sommerfeiertagen.

MEPHISTOPHELES:

Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hi

Doch Ordnung lehrt Euch Zeit gewi

Mein teurer Freund, ich rat Euch drum

Zuerst Collegium Logicum.

Da wird der Geist Euch wohl dressiert,

In spanische Stiefeln eingeschnürt,

Daß er bedächtiger so fortan

Hinschleiche die Gedankenbahn,

Und nicht etwa, die Kreuz und Quer,

Irrlichteliere hin und her.

Da

Daß, was Ihr sonst auf einen Schlag

Getrieben, wie Essen und Trinken frei,

Eins! Zwei! Drei! dazu nötig sei.

Zwar ist's mit der Gedankenfabrik

Wie mit einem Weber-Meisterstück,

Wo ein Tritt tausend Fäden regt,

Die Schifflein herüber hinüber schießen,

Die Fäden ungesehen fließen,

Ein Schlag tausend Verbindungen schlägt.

Der Philosoph, der tritt herein

Und beweist Euch, es müßt so sein:

Das Erst wär so, das Zweite so,

Und drum das Dritt und Vierte so;

Und we

Das Dritt und Viert wär nimmermehr.

Das preisen die Schüler allerorten,

Sind aber keine Weber geworden.

Wer will was Lebendigs erke

Sucht erst den Geist heraus zu treiben,

Da

Fehlt, leider! nur das geistige Band.

Encheiresin naturae ne

Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie.

SCHÜLER:

Ka

MEPHISTOPHELES:

Das wird nächstens schon besser gehen,

We

Und gehörig klassifizieren.

SCHÜLER:

Mir wird von alledem so dumm,

Als ging, mir ein Mühlrad im Kopf herum.

MEPHISTOPHELES:

Nachher, vor allen andern Sachen,

Müßt Ihr Euch an die Metaphysik machen!

Da seht, daß Ihr tiefsi

Was in des Menschen Hirn nicht paßt;

Für was drein geht und nicht drein geht,

Ein prächtig Wort zu Diensten steht.

Doch vorerst dieses halbe Jahr

Nehmt ja der besten Ordnung wahr.

Fünf Stunden habt Ihr jeden Tag;

Seid dri

Habt Euch vorher wohl präpariert,

Paragraphos wohl einstudiert,

Damit Ihr nachher besser seht,

Daß er nichts sagt, als was im Buche steht;

Doch Euch des Schreibens ja befleißt,

Als diktiert, Euch der Heilig Geist!

SCHÜLER:

Das sollt Ihr mir nicht zweimal sagen!

Ich denke mir, wie viel es nützt

De

Ka

MEPHISTOPHELES:

Doch wählt mir eine Fakultät!

SCHÜLER:

Zur Rechtsgelehrsamkeit ka

MEPHISTOPHELES:

Ich ka

Ich weiß, wie es um diese Lehre steht.

Es erben sich Gesetz' und Rechte

Wie eine ew'ge Krankheit fort;

Sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte,

Und rücken sacht von Ort zu Ort.

Vernunft wird Unsi

Weh dir, daß du ein Enkel bist!

Vom Rechte, das mit uns geboren ist,

Von dem ist, leider! nie die Frage.

SCHÜLER:

Mein Abscheu wird durch Euch vermehrt.

O glücklich der, den Ihr belehrt!

Fast möcht ich nun Theologie studieren.

MEPHISTOPHELES:

Ich wünschte nicht, Euch irre zu führen.

Was diese Wissenschaft betrifft,

Es ist so schwer, den falschen Weg zu meiden,

Es liegt in ihr so viel verborgnes Gift,

Und von der Arzenei ist's kaum zu unterscheiden.

Am besten ist's auch hier, we

Und auf des Meisters Worte schwört.

Im ganzen — haltet Euch an Worte!

Da

Zum Tempel der Gewißheit ein.

SCHÜLER:

Doch ein Begriff muß bei dem Worte sein.

MEPHISTOPHELES:

Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen

De

Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.

Mit Worten läßt sich trefflich streiten,

Mit Worten ein System bereiten,

An Worte läßt sich trefflich glauben,

Von einem Wort läßt sich kein Jota rauben.

SCHÜLER:

Verzeiht, ich halt Euch auf mit vielen Fragen,

Allem ich muß Euch noch bemühn.

Wollt Ihr mir von der Medizin

Nicht auch ein kräftig Wörtchen sagen?

Drei Jahr ist eine kurze Zeit,

Und, Gott! das Feld ist gar zu weit.

We

Läßt sich's schon eher weiter fühlen.

MEPHISTOPHELES (für sich):

Ich bin des trocknen Tons nun satt,

Muß wieder recht den Teufel spielen.

(Laut.) Der Geist der Medizin ist leicht zu fassen;

Ihr durchstudiert die groß, und kleine Welt,

Um es am Ende gehn zu lassen,

Wie's Gott gefällt.

Vergebens, daß Ihr ringsum wissenschaftlich schweift,

Ein jeder lernt nur, was er lernen ka

Doch der den Augenblick ergreift,

Das ist der rechte Ma

Ihr seid noch ziemlich wohl gebaut,

An Kühnheit wird's Euch auch nicht fehlen,

Und we

Vertrauen Euch die andern Seelen.

Besonders lernt die Weiber führen;

Es ist ihr ewig Weh und Ach

So tausendfach

Aus einem Punkte zu kurieren,

Und we

Da

Ein Titel muß sie erst vertraulich machen,

Daß Eure Kunst viel Künste übersteigt;

Zum Willkomm tappt Ihr da

Um die ein andrer viele Jahre streicht,

Versteht das Pülslein wohl zu drücken,

Und fasset sie, mit feurig schlauen Blicken,

Wohl um die schlanke Hüfte frei,

Zu sehn, wie fest geschnürt sie sei.

SCHÜLER:

Das sieht schon besser aus! Man sieht doch, wo und wie.

MEPHISTOPHELES:

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,

Und grün des Lebens goldner Baum.

SCHÜLER:

Ich schwör Euch zu, mir ist's als wie ein Traum.

Dürft ich Euch wohl ein andermal beschweren,

Von Eurer Weisheit auf den Grund zu hören?

MEPHISTOPHELES:

Was ich vermag, soll gern geschehn.

SCHÜLER:

Ich ka

Ich muß Euch noch mein Stammbuch überreichen,

MEPHISTOPHELES:

Sehr wohl.

(Er schreibt und gibt's.)

SCHÜLER (liest):

Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum.

(Macht's ehrerbietig zu und empfiehlt sich.)

MEPHISTOPHELES:

Folg nur dem alten Spruch und meiner Muhme, der Schlange,

Dir wird gewiß einmal bei deiner Gottähnlichkeit bange!

Faust tritt auf.

FAUST: