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Am 19. Oktober
Ach diese Lücke! Diese entsetzliche Lücke, die ich hier in meinem Busen fühle! — Ich denke oft, we
Am 19. Oktober
Ja es wird mir gewiß, Lieber, gewiß und immer gewisser, daß an dem Dasein eines Geschöpfes wenig gelegen ist, ganz wenig. Es kam eine Freundin zu Lotten, und ich ging herein ins Nebenzimmer, ein Buch zu nehmen, und ko
Am 27. Oktober
Ich möchte mir oft die Brust zerreißen und das Gehirn einstoßen, daß man einander so wenig sein ka
Ich habe so viel, und die Emfpindung an ihr verschlingt alles; ich habe so viel, und ohne sie wird mir alles zu Nichts.
Am 27. Oktober abends
We
Am 30. Oktober
Weiß Gott! Ich lege mich so oft zu Bette mit dem Wunsche, ja manchmal mit der Hoffnung, nicht wieder zu erwachen: und morgens schlage ich die Augen auf, sehe die So
Aber, ach, ich fühle es, Gott gibt Regen und So
Am 8. November
Sie hat mir meine Exzesse vorgeworfen! Ach, mit so viel Liebenswürdigkeit! Meine Exzesse, daß ich mich manchmal von einem Glase Wein verleiten lasse, eine Bouteille zu trinken. — »Tun Sie es nicht?«sagte sie, «denken Sie an Lotten?«-«Denken?«sagte ich, «brauchen Sie mir das zu heißen? Ich denke! — Ich denke nicht! Sie sind immer vor meiner Seele. Heute saß ich an dem Flecke, wo Sie neulich aus der Kutsche stiegen.»— Sie redete was anders, um mich nicht tiefer in den Text kommen zu lassen. Bester, ich bin dahin! Sie ka
Am 15. November
Ich danke dir, Wilhelm, für deinen herzlichen Anteil, für deinen wohlmeinenden Rat und bitte dich, ruhig zu sein. Laß mich ausdulden, ich habe bei aller meiner Müdseligkeit noch Kraft genug durchzusetzen. Ich ehre die Religion, das weißt du, ich fühle, daß sie manchem Ermatteten Stab, manchem Verschmachtenden Erquickung ist. Nur — ka
Am 21. November
Sie sieht nicht, sie fühlt nicht, daß sie ein Gift bereitet, das mich und sie zugrunde richten wird; und ich mit voller Wollust schlürfe den Becher aus, den sie mir zu meinem Verderben reicht. Was soll der gütige Blick, mit dem sie mich oft — oft? — nein, nicht oft, aber doch manchmal ansieht, die Gefälligkeit, womit sie einen unwillkürlichen Ausdruck meines Gefühls aufnimmt, das Mitleiden mit meiner Duldung, das sich auf ihrer Stirne zeichnet?