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Das Unglück hat uns ein gemeinsames Gefühl gebracht: die Verzweiflung. Warum? Weil wir glaubten, daß in unserer Seele bereits die Antwort auf alles vorhanden, daß alles geregelt war und wir keine Art von Veränderung a
Ihr und ich, wir stammen aus Handelsnationen, doch wir wissen auch, wie wir als Krieger handeln müssen«, fuhr er fort. »Und ein Krieger weiß immer, worum es sich zu kämpfen lohnt. Er zieht in keinen Kampf, an dem er kein Interesse hat, und verliert seine Zeit nicht mit Provokationen.
Ein Krieger akzeptiert die Niederlage. Er behandelt sie nicht so, als wäre sie keine, versucht aber auch nicht, sie in einen Sieg umzumünzen. Er ist bitter gekränkt, und die Gleichgültigkeit und die Einsamkeit lassen ihn schier verzweifeln. Doch danach leckt er seine Wunden, rappelt sich auf und fängt von vorn an. Ein Krieger weiß, daß der Krieg aus vielen Schlachten besteht. Und schaut nach vorn.
Unglück geschieht. Wir kö
Jeder von euch wird sich von jetzt an einen neuen Namen geben. Dies wird der heilige Name sein, der alles zusammenfaßt, für das zu kämpfen ihr träumt. Ich habe den Namen Befreiung gewählt.« Schweigen breitete sich über den Platz. Da
»Mein Name ist Wiederbegegnung«, sagte sie.
»Mein Name ist Weisheit«, sagte ein Alter.
Der Sohn der Witwe, die Elia so sehr geliebt hatte, rief: »Mein Name ist Alphabet.« Die Leute auf dem Platz brachen in Gelächter aus. Der Junge setzte sich beschämt.
»Wie ka
Elia hätte eingreifen kö
»Weil es das war, was meine Mutter machte«, sagte der Junge.
»Immer we
Da
Aus Tagen wurden Wochen, und Akbar veränderte sein Gesicht. Der Junge lernte schnell, die Buchstaben zu malen, und bald ko
Die Tontafeln wurden in einem improvisierten Ofen zu Keramik gebra
»Wir werden die Eri
»Unsere Kinder und Enkelkinder sollen erfahren, daß wir die Niederlage nicht akzeptiert und das Unabwendbare überwunden haben, und sich an uns ein Beispiel nehmen.« Jeden Abend, nach dem Alphabet-Unterricht, wanderte Elia durch die leere Stadt, bis dahin, wo die Straße nach Jerusalem bega
Die schwere Verantwortung zwang ihn, sich ganz auf die Gegenwart zu konzentrieren.
Er wußte, daß die Bewohner von Akbar auf ihn zählten. Er hatte sie einmal enttäuscht, als er unfähig gewesen war, den Tod des Spions – und den Krieg – zu verhindern. Doch Gott gibt seinen Kindern immer eine zweite Chance, und die mußte er ergreifen.
Der Junge wuchs ihm immer mehr ans Herz, und so brachte er ihm nicht nur die Buchstaben von Byblos bei, sondern auch den Glauben an den Herrn und das Wissen seiner Vorväter.
Dabei vergaß er nicht, daß in seinem Land eine fremde Prinzessin und fremde Götter herrschten. Es gab keine Engel mit Flammenschwertern mehr. Er war frei, aufzubrechen, wa
Jede Nacht war er drauf und dran fortzugehen. Und jede Nacht hob er die Hände zum Himmel und betete: »Jakob hat eine ganze Nacht gerungen und wurde in der Morgenröte gesegnet. Ich habe tagelang, monatelang gegen Dich gekämpft, und Du weigerst Dich, mich anzuhören. We
Ich werde mit Dir kämpfen, bis Du mich und die Früchte meiner Arbeit segnest. Eines Tages wirst Du mir antworten müssen.« Frauen und Kinder schleppten Wasser auf die Felder und kämpften gegen die Dürre, die nicht aufzuhören schien. Eines Tages, als die unbarmherzige So
Sie waren zumeist so müde, daß sie kein Wort miteinander wechselten. Doch sie entdeckten, wie wichtig es war, die Gedanken ziellos schweifen zu lassen, wie die Wolken am Himmel. So flohen Angst und Beklemmung aus den Herzen aller, und sie fanden wieder Mut und Kraft für den kommenden Tag.
Als Elia erwachte, verkündete er, daß er heute nicht arbeiten würde.
»Heute wird in meinem Land der Vergebungstag gefeiert.« »In Eurer Seele ist keine Sünde«, meinte eine Frau. »Ihr habt das Bestmögliche getan.« »Aber die Tradition verlangt es so. Und ich werde ihr nachkommen.« Die Frauen brachen auf, um Wasser auf die Felder zu bringen, die Alten kehrten zu ihrer Arbeit zurück, die Mauern wieder aufzurichten und die hölzernen Tür- und Fensterrahmen zu bearbeiten. Die Kinder formten kleine Tonziegel, die später gebra
Dort wanderte er ziellos und sprach die Gebete, die er als Kind gelernt hatte. Die So
Er eri
Seit Akbars Zerstörung hatte er nie wieder die Stimmen gehört, die vom Himmel kamen.
»Herr, heute ist Vergebungstag, und ich habe eine lange Liste von Sünden gegen Dich«, sagte er, indem er sich nach Jerusalem wandte. »Ich war schwach, weil ich meine eigene Kraft vergessen hatte. Ich war mitleidig, als ich hart sein mußte.
Ich habe keine Wahl getroffen, weil ich mich vor falschen Entscheidungen fürchtete. Ich habe zu früh aufgegeben und habe Dich gelästert, als ich Dir hätte danken sollen.
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