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Zu dem Zeitpunkt, da Laure Richis mit ihrem Vater Grasse verließ, befand sich Grenouille am andern Ende der Stadt im Arnulfischen Atelier und mazerierte Jonquillen. Er war allein, und er war guter Dinge. Seine Zeit in Grasse neigte sich dem Ende zu. Der Tag des Triumphes stand bevor. Draußen in der Kabane lagen in einem wattegepolsterten Kästchen vierundzwanzig winzige Flakons mit der zu Tropfen gero
Er wusste, dass ein Einbruchsversuch in das gut gesicherte Anwesen an der Rue Droite si
Gegen Mittag war er mit seinen Jonquillen fertig. Er löschte das Feuer, deckte den Fettkessel zu und ging vor die Werkstatt, um sich abzukühlen. Der Wind kam von Westen.
Schon mit dem ersten Atemzug merkte er, dass etwas nicht stimmte. Die Atmosphäre war nicht in Ordnung. Im Duftkleid der Stadt, diesem vieltausendfädig gewebten Schleier, fehlte der goldene Faden. Während der letzten Wochen war dieser duftende Faden so kräftig geworden, dass Grenouille ihn sogar noch jenseits der Stadt bei seiner Kabane deutlich wahrgenommen hatte. Jetzt war er weg, verschwunden, durch intensivstes Schnuppern nicht mehr aufzuspüren. Grenouille war wie gelähmt vor Schreck.
Sie ist tot, dachte er. Da
Da kam Druot aus den >Quatre Dauphins< zum Mittagessen nach Hause und erzählte en passant, heute früh sei der Zweite Konsul mit zwölf Maultieren und einer Tochter nach Grenoble gezogen. Grenouille schluckte die Tränen hinunter und ra
Grenouille fragte die Wache, welche Straße der Zweite Konsul genommen habe. Der Posten wies nach Norden. Nicht die Straße nach Cabris? Oder die andere, die südlich nach Auribeau und La Napoule führte? – Bestimmt nicht, sagte der Posten, er habe es mit eigenen Augen gesehen.
Grenouille ra
Dieser Weg, der direkte Weg nach Napoule, führte an den Ausläufern des Ta
Gegen fünf Uhr nachmittag erreichte Grenouille La Napoule. Er ging in das Gasthaus, aß und bat um ein billiges Lager. Er sei ein Gerbergeselle aus Nizza, sagte er, auf dem Weg nach Marseille . Er kö
Zwei Stunden später – es dämmerte schon stark kamen sie an. Um ihr Inkognito zu wahren, hatten sie die Kleider gewechselt. Die beiden Frauen trugen nun dunkle Gewänder und Schleier, Richis einen schwarzen Rock. Er gab sich als Edelma
Richis schickte die Frauen auf die Zimmer. Er selbst ging in den Stall, um noch etwas aus den Satteltaschen zu holen, wie er sagte. Zunächst ko
Das Abendessen nahm er gemeinsam mit seiner Tochter auf dem Zimmer ein. Er hatte sie über Zweck und Ziel der seltsamen Reise nicht aufgeklärt, und er tat es auch jetzt nicht, obwohl sie ihn darum bat. Morgen werde er sie einweihen, sagte er, und sie kö
Nach dem Essen spielten sie einige Partien L'hombre, die er alle verlor, weil er statt in seine Karten immerfort in ihr Gesicht schaute, um sich an ihrer Schönheit zu ergötzen. Gegen neun Uhr brachte er sie in ihr Zimmer, das dem seinen gegenüberlag, küsste sie zur Nacht und versperrte die Türe von außen. Da
Er war mit einem Mal sehr müde von den Anstrengungen des Tages und der vergangenen Nacht und zugleich sehr zufrieden mit sich und dem Gang der Dinge. Ohne den geringsten Gedanken der Sorge, ohne düstere Ahnungen, wie sie ihn noch bis gestern jedesmal nach dem Löschen der Lampe gequält und wach gehalten hatten, schlief er sofort ein, und schlief ohne Traum, ohne Gestöhn, ohne krampfhaftes Zucken oder nervöses Um- und Umwälzen des Körpers. Zum ersten Mal seit langer Zeit fand Richis einen tiefen, ruhigen, erquickenden Schlaf.
Um die gleiche Zeit erhob sich Grenouille von seinem Lager im Stall. Auch er war zufrieden mit sich und dem Gang der Dinge und fühlte sich äußerst erfrischt, obwohl er keine Sekunde lang geschlafen hatte. Als Richis in den Stall gekommen war, um ihn aufzusuchen, hatte er sich nur schlafend gestellt, um den Eindruck von Harmlosigkeit, den er an und für sich schon wegen seines Unauffälligkeitsgeruchs ausstrahlte, noch augenscheinlicher zu machen. Anders als Richis ihn, hatte übrigens er Richis äußerst präzise wahrgenommen, olfaktorisch nämlich, und Richis' Erleichterung angesichts seiner war ihm keineswegs entgangen.