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Harry wußte nicht, was er darauf antworten sollte, und schwieg. Fred und George sahen schon wieder mißvergnügt drein. Cedric schien ein wenig verlegen.
»Harry ist von seinem Besen gefallen, Dad«, nuschelte er.»Ich hab dir doch gesagt… es war ein Unfall…«
»Ja, aber du bist nicht runtergefallen, nicht wahr?«, dröhnte Amos quietschvergnügt.»Immer so bescheiden, unser Ced, immer ein Ehrenma
»Wir müssen bald los«, warf Mr Weasley rasch ein und zog seine Uhr aus der Tasche.»Weißt du, ob wir noch auf jemanden warten müssen, Amos?«
»Nein, die Lovegoods sind schon seit 'ner Woche da und die Fawcetts haben keine Karten bekommen«, sagte Mr Diggory.»Hier in der Gegend wohnt sonst niemand mehr von uns, oder?«
»Nicht daß ich wüßte«, sagte Mr Weasley.»Ja, wir haben noch eine Minute… machen wir uns bereit…«
Er wandte sich Harry und Hermine zu.»Ihr müßt den Portschlüssel nur berühren, das ist alles, ein Finger reicht -«
Von ihren klobigen Rucksäcken ein wenig behindert traten sie auf den alten Stiefel zu, den Amos Diggory in die Höhe hielt.
Alle neun standen in einem engen Kreis zusammen, als eine kalte Brise über die Hügelkuppe blies. Keiner sprach. Harry fiel plötzlich ein, wie gespenstisch sie für einen Muggel aussehen würden, der zufällig hier auftauchte… neun Menschen, darunter zwei erwachsene Mä
»Drei…«, murmelte Mr Weasley mit einem Auge auf der Uhr,»zwei… eins…«
Es passierte sofort: Harry hatte das Gefühl, als ob er an einem Haken direkt hinter seinem Nabel plötzlich mit unwiderstehlicher Gewalt nach vorne gerissen würde. Er hatte den Boden unter den Füßen verloren; er spürte, daß Ron und Hermine Seite an Seite mit ihm flogen und ihre Schultern gegen die seinen schlugen; durch wütende Böen und wirbelnde Farbspiralen rasten sie dahin; sein Zeigefinger klebte an dem Stiefel, als zöge er ihn magnetisch an, und da
Harry prallte mit den Füßen auf festen Grund; Ron stolperte und stürzte über Harry; der Portschlüssel schlug mit einem lauten dumpfen Geräusch neben seinem Kopf ein.
Harry blickte auf. Mr Weasley, Mr Diggory und Cedric standen auf den Beinen, sahen jedoch arg zerzaust aus; alle anderen lagen auf der Erde.
»Sieben nach fünf vom Wieselkopf«, sagte eine Stimme.
Bagman und Crouch
Harry befreite sich aus Rons Umklammerung und richtete sich auf. Sie waren auf einem nebelverhangenen Moor gelandet. Vor ihnen standen zwei müde und mißmutig dreinblickende Zauberer, der eine mit einer großen goldenen Uhr in der Hand, der andere mit einer dicken Pergamentrolle und einer Feder. Beide waren wie Muggel gekleidet, allerdings recht ungewöhnlich; der Ma
»Morgen, Basil«, sagte Mr Weasley, hob den Stiefel auf und reichte ihn dem Zauberer im Kilt, der ihn in eine große Kiste mit gebrauchten Portschlüsseln warf; Harry ko
»Ach, hallo, Arthur«, sagte Basil matt.»Nicht im Dienst, was? Manche sind fein raus… wir sind schon die ganze Nacht hier… ihr geht jetzt am besten aus dem Weg, wir erwarten um fünf Uhr fünfzehn eine große Gruppe aus dem Schwarzwald. Augenblick mal, ich suche euch Plätze raus… Weasley… Weasley…«Er zog seine Pergamentliste zu Rate.»Gut vierhundert Meter zu Fuß von hier, das erste Feld, auf das ihr stoßt. Der Platzaufseher heißt Mr Roberts. Diggory… zweites Feld… fragen Sie nach Mr Payne.«
»Danke, Basil«, sagte Mr Weasley und winkte den anderen, ihm zu folgen.
Sie machten sich auf den Weg durch das einsame Moor, ohne daß sie durch den dichten Nebel allzu viel sehen ko
Ein Ma
»Morgen!«, sagte Mr Weasley munter.
»Morgen!«, sagte der Muggel.
»Sie müssen Mr Roberts sein.«
»Genau der bin ich«, sagte Mr Roberts.»Und wer sind Sie?«
»Weasley – zwei Zelte, vor ein paar Tagen gebucht.«
»Alles klar«, sagte Mr Roberts und zog eine an die Tür geheftete Liste zu Rate.»Sie haben einen Platz dort oben am Wald. Nur eine Nacht?«
»Nur eine«, sagte Mr Weasley.
»Da
»Aah – sofort – natürlich -«, sagte Mr Weasley. Er entfernte sich ein paar Schritte von dem Haus und winkte Harry zu sich her.»Du mußt mir helfen, Harry«, murmelte er, zog eine Rolle Muggelgeld aus der Tasche und fächerte die Scheine auf.»Das hier ist ein – ein – Zehner? Ah ja, jetzt seh ich die kleine Zahl da drauf… da
»Nein, ein Zwanziger«, berichtigte ihn Harry mit gedämpfter Stimme. Ihm war peinlich bewußt, daß Mr Roberts mit gespitzten Ohren jedes ihrer Worte aufzuschnappen versuchte.
»Ah ja, da
»Sind Sie Ausländer?«, fragte Mr Roberts, als Mr Weasley mit dem richtigen Betrag zurückkam.
»Ausländer?«, wiederholte Mr Weasley verdutzt.
»Sie sind nicht der Erste hier, der Probleme mit dem Geld hat«, sagte Mr Roberts und musterte Mr Weasley scharf.»Erst vor zehn Minuten haben zwei versucht, mich mit Goldmünzen zu bezahlen, die so groß waren wie Radkappen.«
»Was Sie nicht sagen!«, antwortete Mr Weasley zerstreut.
Mr Roberts stöberte in einer Blechdose nach Wechselgeld.
»Noch nie so voll gewesen hier«, sagte er plötzlich und ließ den Blick erneut über das neblige Feld schweifen.»Hunderte Vorausbuchungen. Normalerweise tauchen die Leute hier einfach auf…«
»Stimmt das so?«, fragte Mr Weasley und streckte die Hand nach seinem Wechselgeld aus, doch Mr Roberts gab es ihm nicht.
»Tjaah«, sagte er nachdenklich.»Leute von überall her. 'ne Menge Ausländer. Und nicht nur Ausländer. Spi
»Darf er das nicht?«, fragte Mr Weasley beunruhigt.
»Kommt mir vor wie… weiß nicht… wie 'ne Art Versammlung«, sagte Mr Roberts.»Die scheinen sich alle zu ke
In diesem Moment erschien ein Zauberer in Knickerbockern aus dem Nichts neben Mr Roberts' Haustür.
»Obliviate!«, rief er schrill und richtete den Zauberstab gegen Mr Roberts.
Mr Roberts fing auf der Stelle an zu schielen, seine Stirn glättete sich und ein Ausdruck träumerischen Gleichmuts trat auf sein Gesicht. Wie Harry wußte, sah so ein Mensch aus, dessen Gedächtnis gerade verändert wurde.
»Eine Karte des Campingplatzes für Sie«, sagte Mr Roberts in aller Gelassenheit zu Mr Weasley.»Und Ihr Wechselgeld.«
»Vielen Dank«, sagte Mr Weasley.
Der Zauberer in den Knickerbockern begleitete sie zum Tor des Zeltplatzes. Er sah erschöpft aus; sein stoppeliges Ki