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»Neville, nein!«

Harry sprang vor und griff nach Nevilles Umhang; Neville kämpfte wütend, fuchtelte mit den Fäusten und versuchte verzweifelt, zu Malfoy zu kommen, der für einen Moment ausgesprochen schockiert wirkte.

»Hilf mir!«Harry drehte sich zu Ron und schaffte es, einen Arm um Nevilles Hals zu bekommen und ihn von den Slytherins weg zu ziehen.

Crabbe und Goyle spa

»Nicht…lustig…mach nicht…Mungos…zeig«s…ihm…«

Die Kerkertür ging auf. Snape erschien. Seine schwarzen Augen glitten zu den Gryffindors bis dahin, wo Harry und Ron mit Neville rangen.

»Sie kämpfen, Potter, Weasley, Longbottom?«sagte Snape mit einer kalten, höhnischen Stimme.»Zehn Punkte Abzug für Gryffindor. Lassen Sie Longbottom los, oder es gibt Nachsitzen. Herein mit Ihnen allen.«

Harry ließ Neville los, der japsend dastand und ihn ansah.»Ich mußte dich aufhalten,«keuchte Harry und hob seine Tasche auf.»Crabbe und Goyle hätten dich zerfetzt.«

Neville sagte nichts; er schnappte nur seine eigene Tasche und stakste in den Kerker.

»Worum im Namen Merlins,«sagte Ron langsam, als sie Neville folgten,»ging es de

Harry antwortete nicht. Er wußte genau, warum das Thema»Leute, die in St. Mungo waren, weil ihr Gehirn durch Zauberei beschädigt war,«für Neville so schmerzhaft war, aber er hatte Dumbledore geschworen, daß er niemanden Nevilles Geheimnis verraten würde. Nicht einmal Neville wußte, daß Harry es ka

Harry, Ron und Hermine gingen zu ihren üblichen Plätzen hinten im Klassenraum und zogen Pergament, Federn und ihre Exemplare von»Tausend magische Kräuter und Pilze«hervor. Die Schüler um sie herum flüsterten über das, was Neville gerade getan hatte, aber als Snape die Kerkertür mit einem hallenden Knall schloss, wurden alle sofort still.

»Sie werden merken,«sagte Snape mit seiner leisen, spöttischen Stimme,»daß wir heute einen Gast bei uns haben.«

Er gestikulierte in Richtung der düsteren Ecke des Kerkers, und Harry sah Professor Umbridge dort mit dem Klemmbrett auf den Knien sitzen. Er warf mit hochgezogenen Augenbrauen einen Blick zu Ron und Hermine hinüber.

Snape und Umbridge, die beiden Lehrer, die er am meisten hasste. Es war schwer, zu entscheiden, wen er über den anderen triumphieren sehen wollte.

Wir machen heute mit dem Stärkungstrank weiter. Sie werden Ihre Mixturen so vorfinden, wie sie sie in der letzten Stunde verlassen haben; We

Anweisung-«er schwang seinen Zauberstab noch einmal -»an der Tafel. Fahren Sie fort.«

Professor Umbridge verbrachte die erste halbe Stunde damit, in ihrer Ecke Notizen zu machen. Harry war daran interessiert, zu hören, wie sie Snape befragte; so interessiert, daß er wieder unvorsichtig mit seinem Zaubertrank wurde.

»Salamanderblut, Harry,«stöhnte Hermine und packte sein Handgelenk, um ihn zum dritten mal daran zu hindern, die falsche Zutat hinzuzufügen,»nicht Granatapfelsaft.«

»Richtig,«sagte Harry unbestimmt, stellte die Flasche wieder hin und schaute weiter in die Ecke. Umbridge war gerade aufgestanden.»Ha,«sagte er leise, als sie zwischen zwei Tischreihen zu Snape schritt, der sich gerade über den Kessel von Dean Thomas beugte.

»Nun, die Klasse scheint für ihren Jahrgang ziemlich weit fortgeschritten zu sein,«sagte sie energisch.»Allerdings frage ich mich, ob es ratsam ist, ihnen einen Trank wie den Stärkungstrank beizubringen. Ich denke, das Ministerium würde es begrüßen, we

Snape richtete sich langsam auf und drehte sich um, um sie anzusehen.»Nun…wie lange unterrichten Sie schon in Hogwarts?«fragte sie, mit der Feder über dem Klemmbrett…»Vierzehn Jahre,«antwortete Snape. Seine Mine war unergründlich. Harry betrachtete ihn genau und fügte seinem Zaubertrank gleichzeitig ein paar Tropfen hinzu; der zischte bedrohlich und wechselte die Farbe von türkis zu orange.

»Sie haben sich zuerst als Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste beworben, glaube ich?«fragte Professor Umbridge Snape.

»Ja,«sagte Snape ruhig.

»Aber Sie waren erfolglos?«

Snape schürzte die Lippen.

»Offensichtlich.«

»Und sie haben sich regelmäßig wieder für die Verteidigung gegen die Dunklen Künste beworben, seit Sie hier an die Schule kamen, glaube ich?«

»Ja,«sagte Snape ruhig, fast ohne die Lippen zu bewegen. Er sah sehr wütend aus.

»Haben Sie eine Idee, warum Dumbledore es immer wieder ablehnte, sie dafür einzustellen?«fragte Umbridge.

»Ich schlage vor, Sie fragen ihn.«sagte Snape abgehackt.

»Oh, das werde ich,«sagte Professor Umbridge mit einem süßlichen Lächeln.

»Ich nehme an, daß das von Bedeutung ist?«fragte Snape, und seine schwarzen Augen verengten sich.

»Oh ja,«sagte Prof. Umbridge,»ja, das Ministerium möchte ein eingehendes Wissen über die – äh – Hintergründe der Lehrer.«

Sie drehte sich weg, ging hinüber zu Pansy Parkinson und bega

»Also wieder null Punkte, Potter,«sagte Snape boshaft, indem er Harrys Kessel mit einem Schwung seines Zauberstabs leerte.»Sie schreiben mir einen Aufsatz über die richtige Zubereitung dieses Zaubertranks, in dem Sie aufzeigen, was schief gegangen ist und warum, zur nächsten Stunde, verstehen Sie?«

»Ja,«sagte Harry wütend. Snape hatte ihnen schon Hausaufgaben gegeben und an diesem Abend hatte er Quidditch-Training; das würde wieder ein paar schlaflose Nächte bedeuten. Es schien ihm unmöglich, daß er sich an diesem Morgen beim Aufwachen so glücklich gefühlt hatte. Alles, was er jetzt spürte, war der bre

»Vielleicht schwänze ich Wahrsagen,«sagte er niedergeschlagen, als sie nach dem Mittagessen im Hof standen und der Wind an den Säumen ihrer Umhänge und an den Rändern der Hüte riss. Ich werde so tun, als sei ich krank und werde stattdessen Snapes Aufsatz schreiben, da

»Du ka

»Schau, wer da spricht, du bist aus Wahrsagen davongelaufen, du hasst Trelawney,«sagte Ron empört.

»Ich hasse sie nicht,«sagte Hermine hochmütig, ich finde nur, daß sie eine entsetzliche Lehrerin und eine richtige alte Schwindlerin ist. Aber Harry hat schon Geschichte der Zauberei verpasst und ich glaube nicht, daß er heute noch etwas verpassen sollte.«

Darin war einfach zu viel Wahrheit, um es zu ignorieren, und so nahm Harry eine halbe Stunde später in der heißen, parfümgeschwängerten Atmosphäre des Wahrsagen-Klassenzimmers Platz und ärgerte sich über jeden.

Professor Trelawney teilte wieder einmal Exemplare von Das Traum-Orakel aus. Harry dachte, daß er zweifellos mit Snapes Strafarbeit besser beschäftigt wäre, als hier zu sitzen und die Bedeutung einer Menge erfundener Träume herauszufinden.

Er war aber, so schien es, nicht die einzige Person in Wahrsagen, die wütend war.

Professor Trelawney knallte ein Exemplar des Orakels auf den Tisch zwischen Harry und Ron und rauschte mit gespitzten Lippen davon; sie schleuderte das nächste Exemplar zu Seamus und Dean und verfehlte dabei nur knapp Seamus«Kopf, und schließlich stieß sie eines mit solcher Wucht in Nevilles Brustkorb, daß er von seinem Sitz rutschte.

»So, macht weiter!,«sagte Professor Trelawney laut – ihre Stimme war schrill und etwas hysterisch -»Ihr wißt, was ihr zu tun habt! Oder bin ich ein dermaßen unzulänglicher Lehrer, daß ihr nie gelernt habt, wie man ein Buch öffnet?«