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»Ja, mir geht’s gut,«log Harry; aber in der Nähe dieses zerbeulten und traurig dreinblickenden Hagrid meinte er, daß es nicht wirklich viel gab, worüber er sich hätte beschweren kö
»Ich?,«sagte Hagrid,»Ohh ja, mir geht’s prächt’g, Harry, prächt’g.«
Er starrte in die Tiefen seines zi
»Wir sitz’n’m selben Boot, du un’ ich, oder nich’, Harry?«
»Ähm -,«sagte Harry.
»Ja… sagte schon… beide Außenseiter,«sagte Hagrid weise nickend.»Un’ beide Waisen. Jawohl… beide Waisen.«
Er nahm einen großen Schluck aus seinem Humpen.
»Es macht ’nen Unterschied, ’ne anständige Familie zu hab’n«, sagte er,»mein Vater war anständig. Un’ deine Mutter un’ dein Vater war’n anständig. We
»Ja… ich denke schon,«sagte Harry vorsichtig. Hagrid schien in einer äußerst seltsamen Stimmung zu sein.
»Familie…,«sagt Hagrid düster.»Was auch immer du sagst, ’s Blut’s wichtig…«.Und er wischte sich einen Tropfen davon aus seinem Auge.
»Hagrid,«sagte Harry, der es nicht mehr an sich halten ko
»Hä?,«machte Hagrid und schaute erschreckt drein.»Welche Verletzung’n?«
»Diese da!,«sagte Harry und deutete auf Hagrids Gesicht.
»Ach… das sin’ nur normale Beul’n un’ blaue Flecken, Harry,«sagte Hagrid, die Frage abtuend.»Ich hab’ e’nen hart’n Job.«
Er leerte seinen Humpen, stellte ihn zurück auf den Tisch und erhob sich.
»Wir seh’n uns, Harry… pass auf dich auf.«
Und er schleppte sich elend aussehend aus dem Pub und verschwand im sintflutartigen Regen. Harry sah ihn gehen und fühlte sich miserabel. Hagrid war unglücklich und er verschwieg etwas, aber er schien entschlossen, keine Hilfe anzunehmen. Was ging hier vor sich? Aber bevor Harry weiter darüber nachdenken ko
»Harry! Harry, hier drüben!”
Hermine winkte ihm von der anderen Seite des Raumes zu. Er erhob sich und bahnte sich durch den überfüllten Pub einen Weg zu ihr. Er war noch ein paar Tische entfernt, als er bemerkte, daß Hermine nicht allein war. Sie saß an einem Tisch mit dem schrecklichsten Paar von Trinkgesellen, die für ihn vorstellbar waren: Luna Lovegood und niemand anderem als Rita Kimmkorn, Ex-Journalistin des Tagespropheten und eine der von Hermine meistgehassten Personen auf der Welt.
»Du bist früh dran!,«sagte Hermine, während sie etwas weiter rückte, um ihm Platz zum Sitzen zu schaffen.»Ich dachte, du seiest mit Cho hier, ich hätte dich nicht vor einer Stunde hier erwartet!«
»Cho?,«sagte Rita auf einmal. Sie drehte sich in ihrem Sitz herum, um Harry gierig anzustarren.»Ein Mädchen?«
Sie schnippte ihre Krokodilledertasche auf und griff hinein.
»Es geht Sie gar nichts an, auch we
Rita war dabei, eine leuchtend grüne Feder aus ihrer Tasche herauszukramen. Jetzt sah sie aus, als ob sie gezwungen worden war, Stinksaft zu schlucken und ließ ihre Tasche wieder zuschnappen.
»Was macht ihr jetzt?,«fragte Harry, der sich hingesetzt hatte und von Rita zu Luna und Hermine blickte.
»Fräulein Perfekt wollte es mir gerade erzählen, als du ankamst,«sagte Rita, während sie einen großen Schluck ihres Getränkes nahm.»Ich nehme an, ich darf mit ihm reden?,«stichelte sie in Richtung Hermine.
»Ja, dürfen Sie,«sagte Hermine kühl.
Die Arbeitslosigkeit stand Rita nicht gut zu Gesicht. Die Haare, die einst in sorgfältigen Locken geformt waren, hingen jetzt glatt und ungekämmt in ihrem Gesicht herum. Der scharlachrote Lack auf ihren fünf Zentimeter langen Fingernägeln war abgebröckelt und es fehlten eine Menge der falschen Juwelen auf ihrer Brille. Sie nahm noch einen großen Schluck von ihrem Getränk und sagte durch die Zähne:»Hübsches Mädchen, nicht war, Harry?«
»Noch ein Wort über Harrys Liebesleben und unsere Abmachung ist zu Ende, ich versprech’s,«sagte Hermine reizbar.
»Welche Abmachung?,«sagte Rita und wischte sich den Mund mit ihrem Handrücken ab.»Du hast noch keine Abmachung erwähnt, Fräulein Etepetete, du hast mich nur aufgefordert, etwas ans Licht zu bringen. Oh, einer von diesen Tagen…«Sie holte tief und schaudernd Luft.
»Jaja, an einem dieser Tage werden Sie noch mehr scheußliche Geschichten über Harry und mich schreiben.,«sagte Hermine gleichgültig.»Finden Sie doch jemanden, den das interessiert!«
»Sie haben dieses Jahr sehr viele scheußliche Geschichten über Harry auch ohne meine Hilfe geschrieben.,«sagte Rita und blickte über ihre Brille seitlich zu ihm hin. Flüsternd fügte sie hinzu:»Wie fühlst du dich dabei, Harry? Verraten?
Besorgt? Missverstanden?«
»Er ist natürlich wütend,«sagte Hermine klar und deutlich.»De
»Ihr haltet also daran fest, das Du-Weißt-Schon-Wer zurückgekehrt ist?,«fragte Rita, nahm ihre Brille ab und unterzog Harry einem durchdringendem Blick, während ihr Finger sehnsüchtig zur Schnalle ihrer Krokodilledertasche fuhr.»Du stehst zu all diesem Müll, den Dumbledore jedem erzählt von wegen Du-Weißt-Schon-Wer sei zurück und du bist der einzige Zeuge?«.»Ich war nicht der einzige Zeuge,«knurrte Harry.»Es waren auch einige Dutzend Todesser dort. Wollen Sie die Namen wissen?«
»Ich würde liebend gerne,«hauchte Rita, die jetzt noch einmal in ihrer Tasche herumfummelte und ihn anstarrte, als ob er das Schönste sei, das sie je gesehen hatte.
»Eine große fette Überschrift: »Potter klagt an…«Ein Untertitel: »Harry Potter bene
Die Flotte-Schreibe-Feder war bereits in ihrer Hand und auf halbem Wege zu ihrem Mund, als der entzückte Ausdruck in ihrem Gesicht erstarb.
»Aber natürlich,«sagte sie, senkte die Feder und durchbohrte Hermine mit ihren Blicken,»Fräulein Perfekt würde diese Story gar nicht gut finden, nicht wahr?«
»Tatsächlich,«säuselte Hermine,»ist es genau das, was Fräulein Perfekt will.«
Rita starrte sie an. Harry ebenfalls. Luna jedoch sang verträumt und flüsternd»Weasley ist unser König«und rührte ihr Getränk mit einer Cocktailzwiebel an einem Stöckchen um.
»Du willst, daß ich berichte, was er über Du-Weißt-Schon-Wer sagt?,«fragte Rita Hermine leise.
»Jawohl,«sagte Hermine.»Die wahre Geschichte. Alle Fakten. Genau so, wie Harry sie berichtet. Er wird Ihnen alle Details geben, er wird Ihnen die Namen der unentdeckten Todesser sagen, die er dort gesehen hat, er wird Ihnen sagen, wie Voldemort jetzt aussieht – oh, bedienen Sie sich,«fügte sie verächtlich hinzu und warf eine Serviette über den Tisch, de
Rita wischte auf ihrem schmuddeligen Regenmantel herum und starrte Hermine immer noch an. Da
»Der Tagesprophet würde es nicht drucken. Falls du es noch nicht bemerkt hast, niemand glaubt seiner hanebüchenen Geschichte. Jeder glaubt, er sei wahnsi
»Wir brauchen nicht noch eine Geschichte darüber, wie Harry seine Murmeln verliert!,«sagte Hermine wütend.»Wir hatten schon zu viele davon, danke sehr! Ich möchte, daß er die Möglichkeit bekommt, die Wahrheit zu sagen.«