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Erster Aufzug

Erster Auftritt

Gartenplatz, mit Hermen der epischen Dichter geziert.

Vorn an der Scene zur Rechten Virgil, zur Linken Ariost.

Prinzessi

Prinzessi

Du siehst mich lächlend an, Eleonore,

Und siehst dich selber an und lächelst wieder.

Was hast du? Laß es eine Freundi

Du scheinst bedenklich, doch du scheinst vergnügt.

Leonore .

Ja, meine Fürsti

Uns beyde hier so ländlich ausgeschmückt.

Wir scheinen recht beglückte Schäferi

Und sind auch wie die Glücklichen beschäftigt.

Wir winden Kränze. Dieser, bunt von Blumen,

Schwillt immer mehr und mehr in meiner Hand,

Du hast mit höherm Si

Den zarten schlanken Lorber dir gewählt.

Prinzessi

Die Zweige, die ich in Gedanken flocht,

Sie haben gleich ein würdig Haupt gefunden,

Ich setze sie Virgilen dankbar auf,

Sie kränzt die Herme Virgils.

Leonore .

So drück' ich meinen vollen frohen Kranz

Dem Meister Ludwig auf die hohe Stirne —

Sie kränzt Ariostens Herme.

Er, dessen Scherze nie verblühen, habe

Gleich von dem neuen Frühling seinen Theil.

Prinzessi

Mein Bruder ist gefällig daß er uns

In diesen Tagen schon auf's Land gebracht,

Wir kö

Uns in die goldne Zeit der Dichter träumen.

Ich liebe Belriguardo, de

Hier manchen Tag der Jugend froh durchlebt,

Und dieses neue Grün und diese So

Bringt das Gefühl mir jener Zeit zurück.

Leonore .

Ja es umgibt uns eine neue Welt!

Der Schatten dieser immer grünen Bäume

Wird schon erfreulich. Schon erquickt uns wieder

Das Rauschen dieser Bru

Im Morgenwinde sich die jungen Zweige.

Die Blumen von den Beeten schauen uns

Mit ihren Kinderaugen freundlich an.

Der Gärtner deckt getrost das Winterhaus

Schon der Citronen und Orangen ab,

Der blaue Himmel ruhet über uns

Und an dem Horizonte lös't der Schnee

Der fernen Berge sich in leisen Duft.

Prinzessi

Es wäre mir der Frühling sehr willkommen,

We

Leonore .

Eri

O Fürsti

Prinzessi

Was du verlassen magst, das findest du

In jener großen Stadt gedoppelt wieder.

Leonore .

Es ruft die Pflicht, es ruft die Liebe mich

Zu dem Gemahl der mich so lang' entbehrt.

Ich bring' ihm seinen Sohn, der dieses Jahr

So schnell gewachsen, schnell sich ausgebildet,

Und theile seine väterliche Freude.

Groß ist Florenz und herrlich, doch der Werth

Von allen seinen aufgehäuften Schätzen

Reicht an Ferrara's Edelsteine nicht.

Das Volk hat jene Stadt zur Stadt gemacht,

Ferrara ward durch seine Fürsten groß.

Prinzessi

Mehr durch die guten Menschen, die sich hier

Durch Zufall trafen und zum Glück verbanden.

Leonore .

Sehr leicht zerstreut der Zufall was er sammelt.

Ein edler Mensch zieht edle Menschen an

Und weiß sie fest zu halten, wie ihr thut.

Um deinen Bruder und um dich verbinden

Gemüther sich, die eurer würdig sind,

Und ihr seyd eurer großen Väter werth.

Hier zündete sich froh das schöne Licht

Der Wissenschaft, des freyen Denkens an,

Als noch die Barbarey mit schwerer Dämmrung

Die Welt umher verbarg. Mir klang als Kind

Der Name Hercules von Este schon,

Schon Hyppolit von Este voll in's Ohr.

Ferrara ward mit Rom und mit Florenz

Von meinem Vater viel gepriesen! Oft

Hab' ich mich hingesehnt; nun bin ich da.

Hier ward Petrarch bewirthet, hier gepflegt,

Und Ariost fand seine Muster hier.

Italien ne

Den dieses Haus nicht seinen Gast gena

Und es ist vortheilhaft den Genius

Bewirthen: gibst du ihm ein Gastgeschenk,

So läßt er dir ein schöneres zurück.

Die Stätte, die ein guter Mensch betrat,

Ist eingeweiht; nach hundert Jahren klingt

Sein Wort und seine That dem Enkel wieder.

Prinzessi

Dem Enkel, we

Gar oft beneid' ich dich um dieses Glück.

Leonore .

Das du, wie wenig andre, still und rein

Genießest. Drängt mich doch das volle Herz

Sogleich zu sagen was ich lebhaft fühle,

Du fühlst es besser, fühlst es tief und — schweigst.

Dich blendet nicht der Schein des Augenblicks,

Der Witz besticht dich nicht, die Schmeicheley

Schmiegt sich vergebens künstlich an dein Ohr:

Fest bleibt dein Si

Dein Urtheil g'rad, stets ist dein Antheil groß

Am Großen, das du wie dich selbst erke

Prinzessi

Du solltest dieser höchsten Schmeicheley

Nicht das Gewand vertrauter Freundschaft leihen.

Leonore .

Die Freundschaft ist gerecht, sie ka

Den ganzen Umfang deines Werths erke

Und laß mich der Gelegenheit, dem Glück

Auch seinen Theil an deiner Bildung geben,

Du hast sie doch, und bist's am Ende doch,

Und dich mit deiner Schwester ehrt die Welt

Vor allen großen Frauen eurer Zeit.

Prinzessi

Mich ka

We

Und was man ist, das blieb man andern schuldig.

Die Ke

Was uns die Vorwelt ließ, dank' ich der Mutter;

Doch war an Wissenschaft, an rechtem Si

Ihr keine beyder Töchter jemals gleich;

Und soll sich eine ja mit ihr vergleichen,

So hat Lucretia gewiß das Recht.

Auch ka

Als Rang und als Besitz betrachtet, was

Mir die Natur, was mir das Glück verlieh.

Ich freue mich, we

Daß ich verstehen ka

Es sey ein Urtheil über einen Ma

Der alten Zeit und seiner Thaten werth;

Es sey von einer Wissenschaft die Rede,

Die, durch Erfahrung weiter ausgebreitet,

Dem Menschen nutzt indem sie ihn erhebt,

Wohin sich das Gespräch der Edlen lenkt

Ich folge gern, de

Ich höre gern dem Streit der Klugen zu,

We

So freundlich und so fürchterlich bewegen,

Mit Grazie die Rednerlippe spielt;

Gern, we

Des ausgebreiteten Besitzes Stoff

Dem Denker wird, und we

Von einem klugen Ma

Statt uns zu hintergehen uns belehrt.

Leonore .

Und da

Ruht unser Ohr und unser i

Gar freundlich auf des Dichters Reimen aus,

Der uns die letzten lieblichsten Gefühle

Mit holden Tönen in die Seele flößt.

Dein hoher Geist umfaßt ein weites Reich,

Ich halte mich am liebsten auf der Insel

Der Poesie in Lorberhainen auf

Prinzessi

In diesem schönen Lande, hat man mir

Versichern wollen, wächst vor andern Bäumen

Die Myrte gern. Und we

Gar viele sind, so sucht man unter ihnen

Sich seltner eine Freundi

Als man dem Dichter gern begegnen mag,

Der uns zu meiden, ja zu fliehen scheint,

Etwas zu suchen scheint das wir nicht ke

Und er vielleicht am Ende selbst nicht ke

Da wär' es de

Zur guten Stunde träfe, schnell entzückt

Uns für den Schatz erke

Vergebens in der weiten Welt gesucht.

Leonore .

Ich muß mir deinen Scherz gefallen lassen,

Er trifft mich zwar, doch trifft er mich nicht tief

Ich ehre jeden Ma

Und ich bin gegen Tasso nur gerecht.

Sein Auge weilt auf dieser Erde kaum;

Sein Ohr vernimmt den Einklang der Natur;

Was die Geschichte reicht, das Leben gibt,

Sein Busen nimmt es gleich und willig auf

Das weit zerstreute sammelt sein Gemüth,

Und sein Gefühl belebt das Unbelebte.

Oft adelt er was uns gemein erschien,

Und das Geschätzte wird vor ihm zu nichts.

In diesem eignen Zauberkreise wandelt

Der wunderbare Ma

Mit ihm zu wandeln, Theil an ihm zu nehmen:

Er scheint sich uns zu nahn, und bleibt uns fern;

Er scheint uns anzusehn, und Geister mögen

An unsrer Stelle seltsam ihm erscheinen.

Prinzessi

Du hast den Dichter fein und zart geschildert,

Der in den Reichen süßer Träume schwebt.

Allein mir scheint auch ihn das Wirkliche

Gewaltsam anzuziehn und fest zu halten.

Die schönen Lieder, die an unsern Bäumen

Wir hin und wieder angeheftet finden,

Die, goldnen Äpfeln gleich, ein neu Hesperien

Uns duftend bilden. Erke

Für holde Früchte einer wahren Liebe?

Leonore .

Ich freue mich der schönen Blätter auch.

Mit ma

Ein einzig Bild in allen seinen Reimen.

Bald hebt er es in lichter Glorie

Zum Sternenhimmel auf, beugt sich verehrend

Wie Engel über Wolken vor dem Bilde;

Da

Und jede Blume windet er zum Kranz.

Entfernt sich die Verehrte, heiligt er

Den Pfad, den leis' ihr schöner Fuß betrat.

Versteckt im Busche, gleich der Nachtigall,

Füllt er aus einem liebekranken Busen

Mit seiner Klagen Wohllaut Hain und Luft:

Sein reitzend Leid, die sel'ge Schwermuth lockt

Ein jedes Ohr und jedes Herz muß nach —

Prinzessi

Und we

So gibt er ihm den Namen Leonore.

Leonore .

Es ist dein Name wie es meiner ist.

Ich nähm' es übel we

Mich freut es daß er sein Gefühl für dich

In diesem Doppelsi

Ich bin zufrieden daß er meiner auch

Bey dieses Namens holdem Klang gedenkt.

Hier ist die Frage nicht von einer Liebe,

Die sich des Gegenstands bemeistern will,

Ausschließend ihn besitzen, eifersüchtig

Den Anblick jedem andern wehren möchte.

We

Mit deinem Werth beschäftigt, mag er auch