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Verspreche dir zugleich, in kurzer Zeit
Erhältst du abgeschrieben dein Gedicht.
Es bleibt von deiner Hand in meinen Händen,
Damit ich seiner erst mit meinen Schwestern
Mich recht erfreuen möge. Bringst du es
Vollkommner da
Des höheren Genusses freun, und dich
Bey mancher Stelle nur als Freunde warnen.
Tasso .
Ich wiederhohle nur beschämt die Bitte:
Laß mich die Abschrift eilig haben, ganz
Ruht mein Gemüth auf diesem Werke nun.
Nun muß es werden was es werden ka
Alphons .
Ich billige den Trieb der dich beseelt!
Doch, guter Tasso, we
So solltest du erst eine kurze Zeit
Der freyen Welt genießen, dich zerstreuen,
Dein Blut durch eine Cur verbessern. Dir
Gewährte da
Der hergestellten Si
Im trüben Eifer nur vergebens suchst.
Tasso .
Mein Fürst, so scheint es; doch, ich bin gesund,
We
Und so macht wieder mich der Fleiß gesund.
Du hast mich lang' gesehn, mir ist nicht wohl
In freyer Üppigkeit. Mir läßt die Ruh'
Am mind'sten Ruhe. Dieß Gemüth ist nicht
Von der Natur bestimmt, ich fühl' es leider,
Auf weichem Element der Tage froh
In's weite Meer der Zeiten hinzuschwimmen.
Alphons .
Dich führet alles, was du si
Tief in dich selbst. Es liegt um uns herum
Gar mancher Abgrund, den das Schicksal grub;
Doch hier in unserm Herzen ist der tiefste,
Und reitzend ist es sich hinab zu stürzen.
Ich bitte dich, entreiße dich dir selbst!
Der Mensch gewi
Tasso .
Ich halte diesen Drang vergebens auf,
Der Tag und Nacht in meinem Busen wechselt.
We
So ist das Leben mir kein Leben mehr.
Verbiethe du dem Seidenwurm zu spi
We
Das köstliche Geweb' entwickelt er
Aus seinem I
Bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen.
O geb' ein guter Gott uns auch dereinst
Das Schicksal des beneidenswerthen Wurms,
Im neuen So
Und freudig zu entfalten!
Alphons . Höre mich!
Du gibst so vielen doppelten Genuß
Des Lebens, lern', ich bitte dich,
Den Werth des Lebens ke
Und zehnfach reich besitzest. Lebe wohl!
Je eher du zu uns zurücke kehrst,
Je schöner wirst du uns willkommen seyn.
Dritter Auftritt
Tasso allein .
So halte fest, mein Herz, so war es recht!
Es wird dir schwer, es ist das erstemal,
Daß du dich so verstellen magst und ka
Du hörtest wohl, das war nicht sein Gemüth,
Das waren seine Worte nicht; mir schien,
Als klänge nur Antonio's Stimme wieder.
O gib nur Acht! Du wirst sie nun so fort
Von allen Seiten hören. Fest, nur fest!
Um einen Augenblick ist's noch zu thun.
Wer spät im Leben sich verstellen lernt,
Der hat den Schein der Ehrlichkeit voraus,
Es wird schon gehn, nur übe dich mit ihnen.
Nach einer Pause.
Du triumphirst zu früh, dort kommt sie her!
Die holde Fürsti
Sie tritt herein, es lös't in meinem Busen
Verdruß und Argwohn sich in Schmerzen auf
Vierter Auftritt
Prinzessi
Gegen das Ende des Auftritts Die Übrigen .
Prinzessi
Du denkst uns zu verlassen, oder bleibst
Vielmehr in Belriguardo noch zurück,
Und willst dich da
Ich hoffe, nur auf eine kurze Zeit.
Du gehst nach Rom?
Tasso . Ich richte meinen Weg
Zuerst dahin, und nehmen meine Freunde
Mich gütig auf, wie ich es hoffen darf,
So leg' ich da mit Sorgfalt und Geduld
Vielleicht die letzte Hand an mein Gedicht.
Ich finde viele Mä
Die Meister aller Art sich ne
Und spricht in jener ersten Stadt der Welt
Nicht jeder Platz nicht jeder Stein zu uns?
Wie viele tausend stumme Lehrer winken
In ernster Majestät uns freundlich an!
Vollend' ich da nicht mein Gedicht, so ka
Ich's nie vollenden. Leider, ach, schon fühl' ich,
Mir wird zu keinem Unternehmen Glück!
Verändern werd' ich es, vollenden nie.
Ich fühl', ich fühl' es wohl, die große Kunst,
Die jeden nährt, die den gesunden Geist
Stärkt und erquickt, wird mich zu Grunde richten,
Vertreiben wird sie mich. Ich eile fort!
Nach Napel will ich bald!
Prinzessi
Noch ist der strenge Ba
Der dich zugleich mit deinem Vater traf
Tasso .
Du warnest recht, ich hab' es schon bedacht.
Verkleidet geh' ich hin, den armen Rock
Des Pilgers oder Schäfers zieh' ich an.
Ich schleiche durch die Stadt, wo die Bewegung
Der Tausende den Einen leicht verbirgt.
Ich eile nach dem Ufer, finde dort
Gleich einen Kahn mit willig guten Leuten,
Mit Bauern, die zum Markte kamen, nun
Nach Hause kehren, Leute von Sorrent;
De
Dort wohnet meine Schwester, die mit mir
Die Schmerzensfreude meiner Eltern war.
Im Schiffe bin ich still, und trete da
Auch schweigend an das Land, ich gehe sacht
Den Pfad hinauf, und an dem Thore frag' ich:
Wo wohnt Cornelia? Zeigt mir es an!
Cornelia Sersale? Freundlich deutet
Mir eine Spi
Bezeichnet mir das Haus. So steig' ich weiter.
Die Kinder laufen nebenher und schauen
Das wilde Haar, den düstern Fremdling an.
So komm' ich an die Schwelle. Offen steht
Die Thüre schon, so tret' ich in das Haus —
Prinzessi
Blick' auf, o Tasso, we
Erke
Ich schone dich; de
Ist's edel so zu reden, wie du sprichst?
Ist's edel nur allein an sich zu denken,
Als kränktest du der Freunde Herzen nicht?
Ist's dir verborgen wie mein Bruder denkt?
Wie beyde Schwestern dich zu schätzen wissen?
Hast du es nicht empfunden und erka
Ist alles de
Verändert? Tasso! We
So laß uns Schmerz und Sorge nicht zurück.
Tasso wendet sich weg.
Prinzessi
Wie tröstlich ist es einem Freunde, der
Auf eine kurze Zeit verreisen will,
Ein klein Geschenk zu geben, sey es nur
Ein neuer Mantel, oder eine Waffe!
Dir ka
Unwillig alles weg, was du besitzest.
Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,
Den langen Stab erwählst du dir, und gehst
Freywillig arm dahin, und nimmst uns weg,
Was du mit uns allein genießen ko
Tasso .
So willst du mich nicht ganz und gar verstoßen?
O süßes Wort, o schöner, theurer Trost,
Vertritt mich! Nimm in deinen Schutz mich auf! -
Laß mich in Belriguardo hier, versetze
Mich nach Consandoli, wohin du willst!
Es hat der Fürst so manches schöne Schloß,
So manchen Garten, der das ganze Jahr
Gewartet wird, und ihr betretet kaum
Ihn Einen Tag, vielleicht nur Eine Stunde.
Ja wählet den entferntsten aus, den ihr
In ganzen Jahren nicht besuchen geht,
Und der vielleicht jetzt ohne Sorge liegt,
Dort schickt mich hin! Dort laßt mich euer seyn!
Wie will ich deine Bäume pflegen! Die Citronen
Im Herbst mit Bretern und mit Ziegeln decken,
Und mit verbund'nem Rohre wohl verwahren!
Es sollen schöne Blumen in den Beeten
Die breiten Wurzeln schlagen, rein und zierlich
Soll jeder Gang und jedes Fleckchen seyn.
Und laßt mir auch die Sorge des Pallastes!
Ich will zur rechten Zeit die Fenster öffnen,
Daß Feuchtigkeit nicht den Gemählden schade;
Die schön mit Stuckatur verzierten Wände
Will ich mit einem leichten Wedel säubern,
Es soll das Estrich blank und reinlich glänzen,
Es soll kein Stein, kein Ziegel sich verrücken,
Es soll kein Gras aus einer Ritze keimen!
Prinzessi
Ich finde keinen Rath in meinem Busen,
Und finde keinen Trost für dich und — uns.
Mein Auge blickt umher, ob nicht ein Gott
Uns Hülfe reichen möchte? Möchte mir
Ein heilsam Kraut entdecken, einen Trank,
Der deinem Si
Das treuste Wort, das von der Lippe fließt,
Das schönste Heilungsmittel wirkt nicht mehr.
Ich muß dich lassen, und verlassen ka
Mein Herz dich nicht.
Tasso . Ihr Götter, ist sie's doch,
Die mit dir spricht und deiner sich erbarmt?
Und ko
War's möglich, daß in ihrer Gegenwart
Der Kleinmuth dich ergriff und dich bezwang?
Nein, nein, du bist's! und nun ich bin es auch.
O fahre fort, und laß mich jeden Trost
Aus deinem Munde hören! Deinen Rath
Entzieh' mir nicht! O sprich: was soll ich thun?
Damit dein Bruder mir vergeben kö
Damit du selbst mir gern vergeben mögest,
Damit ihr wieder zu den Euren mich
Mit Freuden zählen möget. Sag' mir an.
Prinzessi
Gar wenig ist's, was wir von dir verlangen;
Und de
Du sollst dich selbst uns freundlich überlassen.
Wir wollen nichts von dir, was du nicht bist,
We
Du machst uns Freude, we
Und du betrübst uns nur, we
Und we
So ist es nur, daß wir dir helfen möchten,
Und, leider! sehn, daß nicht zu helfen ist;
We
Die, sehnlich ausgereckt, dich nicht erreicht.
Tasso .
Du bist es selbst, wie du zum erstenmal,
Ein heil'ger Engel, mir entgegen kamst!
Verzeih' dem trüben Blick des Sterblichen,
We
Er ke
Die Seele, nur dich ewig zu verehren.
Es füllt sich ganz das Herz von Zärtlichkeit -
Sie ist's, sie steht vor mir. Welch ein Gefühl!
Ist es Verirrung, was mich nach dir zieht?
Ist's Raserey? Ist's ein erhöhter Si