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Achter Auftritt

Egle. Hernach Eridon mit einer Flöte und Liedern.

Egle.

Schon gut! Wir wollen sehn! Schon lange wünscht ich mir

Gelegenheit und Glück, den Schäfer zu bekehren.

Heut wird mein Wunsch erfüllt; wart nur, ich will dich lehren!

Dir zeigen, wer du bist; und we

Er kommt! Hör, Eridon!

Eridon.

Wo ist sie?

Egle.

Wie! du fragst?

Mit meinem Lamon dort́, wo die Schalmeien blasen.

Eridon wirft die Flöte auf die Erde und zerreißt die Lieder.

Verfluchte Untreu!

Egle.

Rasest du?

Eridon.

Sollt ich nicht rasen!

Da reißt die Heuchlerin mit lächelndem Gesicht

Die Kränze von dem Haupt, und sagt: Ich tanze nicht!

Verlangt ich das? Und — O!

Er stampft mit dem Fuße und wirft die zerrissenen Lieder weg.

Egle in einem gesetzten Tone.

Erlaub mir doch zu fragen:

Was hast du für ein Recht, den Tanz ihr zu versagen?

Willst du de

Kein Glück als nur das Glück um dich empfinden soll?

Meinst du, es sei der Trieb nach jeder Lust gestillet,

Sobald die Zärtlichkeit das Herz des Mädchen füllet?

Genug ist's, daß sie dir die besten Stunden schenkt,

Mit dir am liebsten weilt, abwesend an dich denkt.

Drum ist es Torheit, Freund, sie ewig zu betrüben;

Sie ka

Eridon schlägt die Arme unter und sieht in die Höhe.

Ah!

Egle.

Sag mir, glaubst du de

We

Du kommst: nun soll sie dich, nur dich beim Feste sehen;

Du gehst: nun soll sie gleich mit dir von da

Sie zaudert: alsobald verdüstert sich dein Blick;

Nun folgt sie dir, doch bleibt ihr Herz gar oft zurück.

Eridon.

Wohl immer!

Egle.

Hört man doch, we

Wo keine Freiheit ist, wird jede Lust getötet.

Wir sind nun so. Ein Kind ist zum Gesang geneigt;

Man sagt ihm: sing mir doch! Es wird bestürzt und schweigt.

We

Doch, machst du's ihr zu arg, gib acht, sie wird dich hassen.

Eridon.

Mich hassen!

Egle.

Nach Verdienst. Ergreife diese Zeit,

Und schaffe dir das Glück der echten Zärtlichkeit!

De

Das ka

Beke

Den du im Käfigt hälst?

Eridon.

Nein!

Egle.

Aber we

Durch Feld und Garten fliegt, und doch zurücke kehret?

Eridon.

Ja! Gut! Da weiß ich's.

Egle.

Wird nicht deine Lust vermehret,

We

Die Freiheit ke

Und kommt dein Mädchen einst von einem Fest zurücke,

Noch von dem Tanz bewegt, und sucht dich; ihre Blicke

Verraten, daß die Lust nie ganz vollkommen sei,

We

We

Von tausend Festen — bist du da nicht zu beneiden?

Eridon gerührt.

O Egle!

Egle.

Fürchte, daß der Götter Zorn entbre

Da der Beglückteste sein Glück so wenig ke

Auf! Sei zufrieden, Freund! Sie rächen sonst die Tränen

Des Mädchens, das dich liebt.

Eridon.

Zu sehn, daß mancher ihr beim Tanz die Hände drückt,

Der eine nach ihr sieht, sie nach dem andern blickt.

Denk ich nur dran, mein Herz möcht da vor Bosheit reißen!

Egle.

Eh! laß das immer sein! das will noch gar nichts heißen.

Sogar ein Kuß ist nichts!

Eridon.

Was sagst du? Nichts — ein Kuß?

Egle.

Ich glaube, daß man viel im Herzen fühlen muß,

We

De

Eridon.

Ach Freundin!

Egle schmeichelnd.

Tu es nicht, mein Freund; du bist auch gut.

Leb wohl!

Sie faßt ihn bei der Hand.

Du bist erhitzt!

Eridon.

Es schlägt mein wallend Blut —

Egle.

Noch von dem Zorn? Genug! Du hast es ihr vergeben.

Ich eile jetzt zu ihr. Sie fragt nach dir mit Beben;

Ich sag ihr: er ist gut, und sie beruhigt sich,

Ihr Herz wallt zärtlicher, und heißer liebt sie dich.

Sie sieht ihn mit Empfindung an.

Gib acht, sie sucht dich auf, sobald das Fest vorüber,

Und durch das Suchen selbst wirst du ihr immer lieber.

Egle stellt sich immer zärtlicher, lehnt sich auf seine Schulter.

Er nimmt ihre Hand und küßt sie.

Und endlich sieht sie dich! O welcher Augenblick!

Drück sie an deine Brust, und fühl dein ganzes Glück!

Ein Mädchen wird beim Tanz verschönert, rote Wangen,

Ein Mund, der lächelnd haucht, gesunkne Locken hangen

Um die bewegte Brust, ein sanfter Reiz umzieht

Den Körper tausendfach, wie er im Tanze flieht,

Die vollen Adern glühn, und bei des Körpers Schweben

Scheint jede Nerve sich lebendiger zu heben.

Sie affektiert eine zärtliche Entzückung und sinkt an seine Brust; er schlingt seinen Arm um sie.

Die Wollust, dies zu sehn, was überwiegt wohl die?

Du gehst nicht mit zum Fest, und fühlst die Rührung nie.

Eridon.

Zu sehr, an deiner Brust, o Freundin, fühl ich sie!

Er fällt Eglen um den Hals und küßt sie, sie läßt es geschehn. Da

Egle.

Liebst du Aminen?

Eridon.

Sie, wie mich!

Egle.

Und ka

O warte nur, du sollst mir diese Falschheit büßen!

Du ungetreuer Mensch!

Eridon.

Wie? glaubst du de

Egle.

Ich glaube, was ich ka

Recht zärtlich, das ist wahr. Ich bin damit zufrieden

Schmeckt dir mein Kuß? Ich denk's: die heißen Lippen glühten

Nach mehr. Du armes Kind! Amine, wärst du hier!

Eridon.

Wär sie's!

Egle.

Nur noch getrutzt! Wie schlimm erging es dir!

Eridon.

Ja, keifen würde sie. Du mußt mich nicht verraten.

Ich habe dich geküßt, jedoch was ka

Und we

Darf ich nicht fühlen, daß dein Kuß auch reizend ist?

Egle.

Da frag sie selbst.