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Personen:
Wilhelm, ein Kaufma
Maria
Fabrice
Briefträger
WILHELM (an einem Pult mit Handelsbüchern und Papieren) . Diese Woche wieder zwei neue Kunden! We
(Briefträger kommt.)
BRIEFTRÄGER. Einen beschwerten Brief, zwanzig Dukaten, franko halb.
WILHELM. Gut! sehr gut! Notier Er mir's zum übrigen.
(Briefträger ab.)
WILHELM (den Brief ansehend) . Ich wollte mir heute den ganzen Tag nicht sagen, daß ich sie erwartete. Nun ka
(Maria
MARIANNE. Was willst du, Bruder? Du riefst mich.
WILHELM. Ich nicht, Maria
MARIANNE. Stiert dich der Mutwille, daß du mich aus der Küche hereinvexierst?
WILHELM. Du siehst Geister.
MARIANNE. Sonst wohl. Nur deine Stimme ke
WILHELM. Nun, was machst du draußen?
MARIANNE. Ich habe nur ein paar Tauben gerupft, weil doch wohl Fabrice heut abend mitessen wird.
WILHELM. Vielleicht.
MARIANNE. Sie sind bald fertig, du darfst es nachher nur sagen. Er muß mich auch sein neues Liedchen lehren.
WILHELM. Du lernst wohl gern was von ihm?
MARIANNE. Liedchen ka
WILHELM. Hast du mir's abgemerkt?
MARIANNE. Ja, wer euch Ma
WILHELM. We
MARIANNE. Es ist doch verwünscht, was die Brüder grob sind! We
WILHELM. Engel! lieber Engel! daß ich mich halte, daß ich ihr nicht um den Hals falle, ihr alles entdecke! — Siehst du de
(Fabrice kommt.)
FABRICE. Guten Abend.
WILHELM. Lieber Fabrice, ich bin gar glücklich; es ist alles Gute über mich gekommen diesen Abend. Nun, nichts von Geschäften! Da liegen deine dreihundert Taler! Frisch in die Tasche! Meinen Schein gibst du mir gelegentlich wieder. Und laß uns eins plaudern!
FABRICE. We
WILHELM. We
FABRICE. Das tut's wohl öfters.
WILHELM. Du hättest sie ke
FABRICE. Sie war Witwe, wie du sie ke
WILHELM. So rein und groß! Da las ich gestern noch einen ihrer Briefe. Du bist der einzige Mensch, der je was davon gesehen hat. (Er geht nach der Schatulle.)
FABRICE (für sich) . We
WILHELM. Es war in den ersten Tagen unserer Beka
FABRICE. Eine schöne Seele!
WILHELM. Die Erde war sie nicht wert. Fabrice, ich hab' dir schon oft gesagt, wie ich durch sie ein ganz anderer Mensch wurde. Beschreiben ka
FABRICE. Es ist ein herrlicher Brief, du hast ihn mir neulich gelesen. — Höre, Wilhelm —
WILHELM. Ich ka
FABRICE. Du solltest diese Eri
WILHELM. Diese Zeilen sind's! diese letzten! der Abschiedshauch des scheidenden Engels. (Er legt den Brief wieder zusammen.) Du hast recht, es ist sündlich. Wie selten sind wir wert, die vergangenen selig-elenden Augenblicke unseres Lebens wieder zu fühlen!
FABRICE. Dein Schicksal geht mir immer zu Herzen. Sie hinterließ eine Tochter, erzähltest du mir, die ihrer Mutter leider bald folgte. We
WILHELM (sich lebhaft nach ihm wendend) . Ihre Tochter? Es war ein holdes Blütchen. Sie übergab mir's — Es ist zu viel, was das Schicksal für mich getan hat! — Fabrice, we
FABRICE. We
WILHELM. Warum sollt' ich nicht —
(Maria
MARIANNE. Er will noch Gutenacht sagen, Bruder. Du mußt ihm kein finster Gesicht machen, und mir auch nicht. Du sagst immer, du wolltest heiraten und möchtest gerne viel Kinder haben. Die hat man nicht immer so am Schnürchen, daß sie nur schreien, we
WILHELM. We
MARIANNE. Das mag wohl auch ein Unterschied sein.
FABRICE. Meinen Sie, Maria
MARIANNE. Das muß gar zu glücklich sein! (Sie kauert sich zum Knaben und küßt ihn.) Ich habe Christeln so lieb! We
WILHELM. Und da meinst du, deiner kö
MARIANNE. Jawohl! De
FABRICE. Und der Ma
MARIANNE. Der täte mitspielen: der würd' ihn ja wohl so liebhaben wie ich. Christel muß nach Haus und empfiehlt sich. (Sie führt ihn zu Wilhelmen.) Hier, gib eine schöne Hand, eine rechte Patschhand!
FABRICE. (für sich) . Sie ist gar zu lieb; ich muß mich erklären.
MARIANNE. (das Kind zu Fabricen führend) . Hier dem Herrn auch.
WILHELM (für sich) . Sie wird dein sein! Du wirst — Es ist zu viel, ich verdien's nicht. — (Laut) . Maria
(Fabrice allein.)
FABRICE. Mach der Sache ein Ende, Fabrice. We