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Der große alte Ma
Es dauerte lange, bis der Blick des Ehrwürdigen sich ihm wieder zuwandte. Mit großer Schärfe prüfte ihn auch jetzt wieder dieser Blick, und plötzlich stellte der Alte in befehlendem Ton die Frage: »Wer seid Ihr de
»Ich bin ein Büßer,« sagte Josef, »ich habe seit langen Jahren das Leben der Zurückgezogenen geführt.« »Das sieht man. Ich frage, wer Ihr seid.« »Ich heiße Josef, mit dem Zunamen Famulus.« Als Josef seinen Namen sagte, zog der Alte, der im übrigen regungslos blieb, die Brauen so stark zusammen, daß seine Augen für eine Weile beinah unsichtbar wurden, er schien betroffen, erschreckt oder enttäuscht zu sein über Josefs Mitteilung; oder vielleicht war es auch nur eine Ermüdung der Augen, ein Nachlassen der Aufmerksamkeit, irgendeine kleine Anwandlung von Schwäche, wie so alte Leute sie haben. Jedenfalls verharrte er in vollkommener Regungslosigkeit, hielt die Augen eine Weile eingekniffen, und als er sie wieder öffnete, schien sein Blick verändert oder schien, we
Josef bejahte verlegen, das Erka
Wieder fragte der Alte in seiner bündigen Weise; »Und jetzt wollet Ihr also den Dion Pugil aufsuchen? Was wollt Ihr von dem?«
»Ich möchte ihm beichten.«
»Was versprechet Ihr Euch davon?«
»Ich weiß nicht. Ich habe Vertrauen zu ihm, und es scheint mir sogar, als wäre es eine Stimme von oben, eine Führung, die mich zu ihm sendet.«
»Und we
»Da
»Und we
»Ich werde nicht untersuchen, ob es falsch sei oder nicht, sondern ich werde gehorchen.«
Der Greis ließ kein Wort mehr hören. Die So
»Ihr habet gesagt, daß Euch der Ort beka
Der Alte zog seine Lippen zu einer Art von schwachem Lächeln zusammen. »Glaubet Ihr,« fragte er sanft, »daß Ihr ihm willkommen sein werdet?«
Wunderlich erschreckt durch die Frage, gab Josef keine Antwort. Er stand verlegen.
Da
Der alte Ma
Mit ehrerbietigem Gruß ging Josef weiter und kam mit Einbruch der Dämmerung in die kleine Siedlung. Es wohnten hier, ähnlich wie in einem Kloster, sogena
»Hast du schon gegessen?« fragte der Fremde.
»Nein. Ich habe die Gewohnheit, nur einmal am Tage und erst nach Untergang der So
»Wir sind auf Wanderung,« sagte jener, »und wir sind beide keine jungen Leute mehr. Es ist besser, wir essen einen Bissen, ehe wir weiterziehen.«
Josef öffnete seinen Beutel und bot ihm von seinen Datteln an, auch hatte er von den freundlichen Leuten, bei denen er genächtigt, ein Hirsebrot mitbekommen, das er mit dem Alten teilte.
»Wir kö
»Oh, wir werden zusammen gehen?« rief Josef erfreut.
»Gewiß. Du hast mich ja gebeten, dich zu Dion zu führen. Komm nur.«
Erstaunt und glücklich blickte ihn Josef an. »Wie gütig Ihr seid,« rief er und wollte in Danksagungen ausbrechen. Aber der Fremde machte ihn mit einer schroffen Handbewegung verstummen.
»Gütig ist Gott allein,« sagte er. »Wir gehen jetzt. Und sage du zu mir, wie ich es zu dir sage. Was sollen die Formen und Höflichkeiten zwischen zwei alten Büßern?«
Der große Ma
Erst als nach heißen Stunden der Rastort erreicht war und sie im Schatten zerklüfteter Felsen ausruhten, richtete Josef wieder das Wort an seinen Führer. Er fragte, wie viele Tagesmärsche sie wohl brauchen würden, um zu Dion Pugil zu kommen.
»Es kommt nur auf dich an,« sagte der Alte.
»Auf mich?« rief Josef. »Ach, we
Der alte Ma
»Wir werden sehen,« sagte er kurz, legte sich auf die Seite und schloß die Augen. Es war Josef unangenehm, ihn beim Schlummer beobachten zu kö
Am Spätnachmittag kamen sie zu einem Lagerplatz mit Wasser, Bäumen und Graswuchs, hier tranken sie, wuschen sich, und der Alte beschloß, hier zu bleiben. Josef war nicht einverstanden und erhob schüchtern Einspruch.
»Du sagtest heute,« meinte er, »es liege nur an mir, wie früh oder spät ich zu Vater Dion kommen werde. Ich bin bereit, noch viele Stunden zu gehen, we
»Ach nein,« sagte der andre, »für heute sind wir weit genug gekommen.«
»Verzeih,« sagte Josef, »aber ka
»Ich verstehe sie. Doch wird sie dir nichts nützen.«
»Warum sagtest du da
»Es ist so, wie ich sagte. Sobald du deines Willens zum Beichten sicher bist und dich bereit und reif weißt, die Beichte abzulegen, wirst du sie ablegen kö
»Auch heute noch?«
»Auch heute noch.«
Staunend blickte Josef in das stille, alte Gesicht.
»Ist es möglich?« rief er überwältigt. »Bist du selbst Vater Dion?«
Der Alte nickte.
»Ruhe dich hier unter den Bäumen aus,« sagte er freundlich, »aber schlafe nicht, sondern sammle dich, und auch ich will mich ausruhen und sammeln. Da
So sah sich Josef plötzlich am Ziel und begriff jetzt kaum mehr, daß er den ehrwürdigen Ma
Und nun durfte er beichten. Nun floß all das, was er seit Jahren gelebt und was seit langer Zeit mehr und mehr seinen Wert und Si
Die So
Bald darauf aßen sie, sprachen das Nachtgebet und legten sich nieder. Josef sa
Ohne Worte zu verschwenden, nahm ihn am Morgen der Alte mit, sie machten eine ziemlich große Tagesreise und noch vier oder fünf, da