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Knecht sah ihn freundlich an, als er Antwort gab:

»Herr Vorstand, mein Schreiben hatte zwei Inhalte, zwei Absichten, und ich glaube nicht, daß sie alle beide so völlig ergebnis- und erfolglos geblieben sind. Es enthielt eine persönliche Bitte, um Amtsenthebung und Verwendung meiner Person an anderem Orte; diese persönliche Bitte durfte ich als etwas verhältnismäßig Nebensächliches betrachten, jeder Magister soll ja seine persönlichen Angelegenheiten möglichst zurückstellen. Die Bitte wurde abgeschlagen, damit hatte ich mich abzufinden. Aber mein Rundschreiben enthielt ja noch sehr viel anderes als jene Bitte, es enthielt eine Menge von Tatsachen, teils Gedanken, die ich zur Ke

»Gewiß,« sagte zögernd der Vorstand, »doch wird mir dadurch das Rätsel nicht gelöst. We

Freundschaftlich blickte Knecht ihn an. »Ja,« sagte er leichthin, »es mag sein, daß Ihr recht habet. Obgleich – seht Euch die verzwickte Sache doch noch einmal an! Es handelt sich weder bei der Mahnrede noch bei dem Gesuch um etwas Alltägliches, Gewohntes und Normales, sondern beide gehörten schon dadurch zusammen, daß sie ungewöhnlich und aus Not entstanden waren und sich außerhalb der Konvention stellten. Es ist weder üblich und normal, daß ohne dringenden äußern Anlaß ein Mensch seine Kollegen plötzlich beschwört, sich ihrer Sterblichkeit und der Fragwürdigkeit ihrer ganzen Existenz zu eri

Meister Alexanders Gesicht war noch ernster und beinahe finster geworden. Doch unterbrach er den Magister nicht.

»Es stand mit mir nicht so,« fuhr dieser fort, »daß ich beim Absenden meines Gesuches eine günstige Antwort ernstlich erhofft und mich auf sie gefreut hätte, aber auch nicht so, daß ich bereit gewesen wäre, eine ablehnende Antwort als höhere Entscheidung gehorsam hinzunehmen.«

»– nicht bereit, die Antwort Eurer Behörde als höhere Entscheidung hinzunehmen – habe ich recht gehört, Magister?« unterbrach ihn der Vorstand, jedes Wort scharf betonend. Offenbar hatte er jetzt den vollen Ernst der Lage erka

Knecht verneigte sich leicht. »Gewiß, Ihr habet recht gehört. Es war so, daß ich an eine Aussicht auf Erfolg meines Gesuches kaum glauben ko

»Und wie zu handeln?« fragte Alexander mit leiser Stimme.

»So, wie es mir Herz und Vernunft vorschreiben. Ich war entschlossen, mein Amt niederzulegen und eine Tätigkeit außerhalb Kastaliens auch ohne Auftrag oder Urlaub von der Behörde anzutreten.«

Der Ordensleiter schloß die Augen und schien nicht mehr zuzuhören, Knecht erka

»Ich glaube Euch nun verstanden zu haben,« sagte Alexander endlich mit ruhiger Stimme. »Ihr wäret schon seit längerer Zeit amtsmüde oder kastalienmüde oder von Verlangen nach dem Weltleben geplagt. Ihr habet Euch entschlossen, dieser Stimmung mehr zu gehorchen als den Gesetzen und Euren Pflichten, Ihr habet auch nicht das Bedürfnis empfunden, Euch uns anzuvertrauen und beim Orden Rat und Beistand zu suchen. Um einer Form zu genügen und Euer Gewissen zu entlasten, habt Ihr da

»Ich bin hier,« sagte der Glasperlenspielmeister mit unveränderter Freundlichkeit, »um mit Euch dies alles durchzusprechen, Euch jede Frage zu beantworten, und ich habe mir, da ich nun einmal einen Weg des Eigensi

Meister Alexander besa

»Ach, an Billigen will ich gar nicht denken. Ich hoffe und erwarte, von Euch verstanden zu sein und einen Rest Eurer Achtung zu behalten, we

Wieder schloß Alexander für einige Sekunden die Augen. Die Mitteilungen dieses Unbegreiflichen kamen gar so bestürzend.

»Für immer?« sagte er. »Ihr denket also gar nicht mehr auf Euren Posten zurückzukehren? Ich muß sagen, Ihr versteht Euch auf das Überraschen. Eine Frage, we

Josef Knecht griff nach dem Kästchen, das er mitgebracht hatte.

»Ich war es bis gestern,« sagte er, »und denke heute davon befreit zu sein, indem ich Euch zu Händen der Behörde die Siegel und Schlüssel zurückgebe. Sie sind intakt, und auch im Spielerdorf werdet Ihr Ordnung vorfinden, we

Langsam erhob sich nun der Ordensvorstand vom Stuhl, er sah ermüdet und wie plötzlich gealtert aus.

»Wir wollen Euer Kästchen für heute hier stehenlassen,« sagte er trocken. »We

»Ich stehe vollkommen zu Eurer Verfügung, Verehrter. Ihr ke