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Achtes Kapitel

Eine lange Weile schon war Goldmund gewandert, selten ein zweites Mal am selben Ort zur Nacht, überall von Frauen begehrt und beglückt, von der So

Von den Frauen zu lernen wurde er nicht müde. Zwar zog es ihn mehr zu den Mädchen, zu den ganz Jungen, die noch keine Mä

Einst, nachdem er schon ein Jahr oder zwei unterwegs gewesen war, kam Goldmund auf den Hof eines wohlhabenden Ritters mit zwei schönen jungen Töchtern. Es war im Frühherbst, bald würden die Nächte kühl werden, im vergangenen Herbst und Winter hatte er das gekostet, nicht ohne Sorge dachte er an die kommenden Monate, im Winter war die Wanderschaft schwer. Er fragte um Essen und Nachtlager. Man nahm ihn artig auf, und als der Ritter hörte, der Fremde habe studiert und kö

Andern Tages wollte Goldmund weiter. Es bestand keine Hoffnung für ihn, eines dieser schönen blonden Fräulein gewi

Es war Herbst, Goldmund wußte, was das für einen Landfahrer bedeute. Das neue Gewand war ebenfalls wünschenswert. Vor allem aber gefiel dem Jüngling die Aussicht, noch lange Zeit im selben Hause mit den beiden schönen Schwestern zu bleiben. Er sagte ohne Besi

Auch mit dem Latein ging es nicht übel. Sie gingen das bisher Geschriebene gemeinsam durch, und Goldmund berichtigte nicht nur die vielen ungenauen und mangelnden Vokabeln, sondern baute da und dort auch des Ritters kurze unbeholfene Sätze zu hübschen lateinischen Perioden um, mit soliden Konstruktionen und einer sauberen consecutio temporum. Dem Ritter machte es viel Vergnügen, er war mit Lob nicht sparsam. Jeden Tag brachten sie mindestens zwei Stunden mit dieser Arbeit hin.

In der Burg – sie war ein etwas befestigter geräumiger Bauernhof – fand Goldmund manchen Zeitvertreib. Er beteiligte sich an der Jagd und lernte mit der Armbrust zu schießen beim Jäger Hinrich, befreundete sich mit den Hunden und ko

Von den beiden Töchtern des Ritters war er sehr entzückt. Die Jüngere war die schönere, aber so spröde, daß sie kaum ein Wort mit Goldmund sprach. Er trat beiden mit der größten Rücksicht und Höflichkeit gegenüber, aber beide empfanden seine Nähe wie eine unaufhörliche Werbung. Die Junge verschloß sich ganz, aus Schüchternheit trotzig. Die Ältere, Lydia, fand gegen ihn einen besonderen Ton, indem sie ihn halb ehrfürchtig, halb spöttisch wie ein Wundertier von einem Gelehrten behandelte, ihm viele neugierige Fragen stellte, sich nach dem Leben im Kloster erkundigte, aber stets wieder etwas Spöttisches und damenhaft Überlegenes gegen ihn herauskehrte. Er ging auf alles ein, er behandelte Lydia wie eine Dame, Julie wie eine kleine No

Lange hielt sich in diesem Herbst das Laub an den hohen Eschen im Hof, lange gab es im Garten noch Astern und Rosen. Da kam eines Tages Besuch, ein Gutsnachbar mit seiner Frau und einem Reitknecht kamen geritten, der milde Tag hatte sie zu einem ungewohnt großen Ausflug verlockt, nun waren sie da und baten um Nachtquartier. Man empfing sie sehr artig, und alsbald wurde Goldmunds Bett aus dem Gastzimmer in die Schreibstube verbracht und das Zimmer für die Besuche hergerichtet, wurden einige Hühner geschlachtet und nach der Mühle um Fische geschickt. Goldmund nahm mit Vergnügen an der festlichen Aufregung teil und spürte sofort, wie die fremde Dame auf ihn aufmerksam war. Und kaum hatte er, an ihrer Stimme und an etwas in ihrem Blick, ihr Gefallen und Begehren bemerkt, so bemerkte er auch, mit vermehrter Spa