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An einem frühen Abend im August, als die meisten Menschen den Park bereits verlassen hatten, saßen sich im Pavillon an der Nordwestecke des Jardin du Luxembourg noch zwei Mä

Das Interesse der kleinen Menge galt dem Herausforderer, einem jüngeren Ma

Dieser, ein ziemlich scheußliches Mä

»Sieh dich vor, Jean!« riefen sie noch während der Eröffnungszüge, »diesmal geht's dir an den Kragen! Gegen den kommst du nicht auf, Jean! Waterloo, Jean! Paß auf, heute gibt's ein Waterloo!«

»En bien, en bien…«, entgegnete der Alte, wackelte mit dem Kopf und bewegte mit zögernder Hand seinen weißen Bauern nach vorn.

Sobald der Fremde, der die schwarzen Figuren hatte, am Zug war, wurde es still in der Runde. An ihn hätte niemand das Wort zu richten gewagt. Man beobachtete ihn mit scheuer Aufmerksamkeit, wie er stumm am Brett saß, seinen überlegenen Blick nicht von den Figuren nahm, wie er die unangezündete Zigarette zwischen den Fingern rollte und mit raschen sicheren Zügen spielte, we

Die ersten Züge des Spiels verliefen in der üblichen Weise. Da

Der unterbricht für einen Moment sein Zigarettenrollen, hebt die Hand, greift nach vorn – und in der Tat: er zieht die Dame! Zieht sie weit hinaus, weit in die Reihen des Gegners hinein, spaltet gleichsam mit seiner Damefahrt das Schlachtfeld in zwei Hälften. Ein anerke

Dem jungen Ma

Und Jean zögert. Denkt, martert sich, wetzt auf dem Stuhl hin und her, zuckt mit dem Kopf, es ist eine Qual, ihm zuzusehen – zieh endlich, Jean, zieh und verzögere nicht den unausweichlichen Gang der Ereignisse!

Und Jean zieht. Endlich. Mit zitternder Hand setzt er das Pferd auf ein Feld, wo es nicht nur dem Angriff der Dame entzogen ist, sondern sie seinerseits angreift und den Turm deckt. Nunja. Kein schlechter Zug. Was blieb ihm auch anderes übrig in dieser bedrängter Lage als dieser Zug? Wir alle, die wir hier stehen, wir hätten auch so gespielt. – »Aber es wird ihm nichts helfen!« raunt es, »damit hat der Schwarze gerechnet!«

De

Schwarz ist am Zug. Ruhig sitzt der Fremde da und rollt die Zigarette zwischen den Fingern. Er überlegt jetzt etwas länger als sonst, vielleicht eine, vielleicht zwei Minuten. Es ist vollkommen still. Keiner der Umstehenden wagt es zu flüstern, kaum einer schaut noch aufs Schachbrett, alles starrt gespa

Da hört die Zigarette zu rollen auf, der Fremde beugt sich vor, ein Dutzend Augenpaare folgen seiner Hand – was wird sein Zug sein, was wird sein Zug sein?.. und nimmt den Bauern von G7 – wer hätte das gedacht! Den Bauern von G7! – den Bauern von G7 auf… G6!

Es folgt eine Sekunde absoluter Stille. Selbst der alte Jean hört für einen Moment zu zittern und zu wetzen auf. Und da

Und in der Tat, Jean denkt. Ewig lange denkt er. Es ist zum Verzweifeln mit dem Ma

Und endlich, nach fünf langen Minuten, man scharrt schon mit den Füßen, wagt es Jean zu ziehen. Er greift die Dame an. Mit einem Bauern greift er die schwarze Dame an. Will mit diesem hinhaltenden Zug seinem Schicksal entgehen. Wie kindisch! Schwarz braucht seine Dame doch nur um zwei Felder zurückzunehmen, und alles ist beim alten. Du bist am Ende, Jean! Dir fällt nichts mehr ein, du bist am Ende…