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BALDINI Es ist mir auch völlig gleichgültig.

CHENIER Natürlich.

BALDINI Es ist mir schnurzegal, was der Stümper Pelissier in sein Parfum gepanscht hat. Ich werde mich nicht einmal davon inspirieren lassen!

CHENIER Da haben Sie Recht, Monsieur.

BALDINI Wie Sie wissen, lasse ich mich nie inspirieren. Wie Sie wissen, erarbeite ich meine Parfums.

CHENIER Ich weiß, Monsieur.

BALDINI Gebäre sie allein aus mir!

CHENIER Ich weiß.

BALDINI Und ich gedenke, für den Grafen Verhamont etwas zu kreieren, was wirklich Furore macht.

CHENIER Davon bin ich überzeugt, Herr Baldini.

BALDINI Sie übernehmen den Laden. Ich brauche Ruhe. Halten Sie mir alles vom Leibe, Chenier…

Und damit schlurfte er, nun gar nicht mehr statuarisch, sondern, wie es seinem Alter zukam, gebeugt, ja fast wie geprügelt, davon und stieg langsam die Treppe zum ersten Stock hinauf, wo sein Arbeitszimmer lag. Chenier nahm den Platz hinterm Kontor ein, stellte sich genauso hin, wie zuvor der Meister gestanden hatte, und schaute mit starrem Blick zur Türe. Er wusste, was in den nächsten Stunden passieren würde: nämlich gar nichts im Laden, und oben im Arbeitszimmer Baldinis die übliche Katastrophe. Baldini würde seinen blauen, von Frangipaniwasserdurchtränkten Rock ausziehen, sich an den Schreibtisch setzen und auf eine Eingebung warten. Diese Eingebung würde nicht kommen. Er würde hierauf an den Schrank mit den Hunderten von Probefläschchen eilen und aufs Geratewohl etwas zusammenmixen. Diese Mischung würde missraten. Er würde fluchen, das Fenster aufreißen und sie in den Fluss hinunterwerfen. Er würde etwas anderes probieren, auch das würde missraten, er würde nun schreien und toben und in dem schon betäubend riechenden Zimmer einen Heulkrampf bekommen. Er würde gegen sieben Uhr abends elend herunterkommen, zittern und weinen und sagen:

»Chenier, ich habe keine Nase mehr, ich ka

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Zwar hatte Giuseppe Baldini seinen duftenden Rock ausgezogen, aber nur aus alter Gewohnheit. Der Duft des Frangipaniwassers störte ihn schon längst nicht mehr beim Riechen, er trug ihn ja schon seit Jahrzehnten mit sich herum und nahm ihn überhaupt nicht mehr wahr. Er hatte auch die Türe des Arbeitszimmers zugeschlossen und sich Ruhe ausgebeten, aber er setzte sich nicht an den Schreibtisch, um zu grübeln und auf eine Eingebung zu warten, de

Das war übrigens nicht verboten. Es war nur außerordentlich unfein. Das Parfum eines Konkurrenten heimlich nachzumachen und unter eigenem Namen zu verkaufen, war schrecklich unfein. Aber noch unfeiner war es, sich dabei ertappen zu lassen, und darum durfte Chenier nichts davon wissen, de

Ach, wie schlimm, dass man sich als rechtschaffener Ma